Evoland (PC)

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Evolandia wird von einer uralten bösen Macht bedroht und nur Ihr, Mitglied des Ordens der Drachenritter, könnt diese böse Macht aufhalten….
Moment! Bevor wir zur Geschichte von Evoland kommen, müssen wir diese erst freispielen. Wie so ziemlich alles andere auch.

evoland

 

Wir beginnen das Spiel in einer 8Bit Variante und können uns vorerst nur nach rechts bewegen. Die folglich geöffnete Truhe beschert uns die Möglichkeit, sich nach Links zu bewegen. Zukünftig werden wir alles über diese Truhen freischalten und uns so durch die Evolution der Videospiel Geschichte fortbewegen.

Die Geschichte von Evoland ist ziemlich karg (Wir müssen Evolandia vor einer bösen Macht retten) aber das stört wenig, denn darum geht es in Evoland auch gar nicht. Wenn man mit Clink, dem Helden des Spiels, durch die Videospiel Geschichte der letzten 30 Jahre wandert, fokussiert man sich auf alles andere als die Story. Dabei macht das öffnen von Truhen und das damit verbundene freischalten von neuen Funktionen, enormen Spaß. Man weiß nie was man als nächstes freischaltet. Angefangen von Hintergrundmusik bis zu verbesserter Grafik und schließlich der Möglichkeit, sich Diagonal fort zu bewegen.

Je nach Fortschritt, spielt sich Evoland anders. Beginnend mit einem The Legend of Zelda (1986) Spielprinzip bis hin zu Horden an Gegnerwellen ala Diablo. Es fühlt sich ständig an, als würde man ein neues, aber bekanntes Spiel spielen. Auch die Ähnlichkeit mit anderen Titeln ist vorhanden – und das sogar absichtlich. Das beginnt schon beim Namen unserer Mitstreiterin Kaeris (Anspielung auf Aeris aus Final Fantasy 7), einem Npc mit Flugschiff namens Sid (Cid aus den Final Fantasy Teilen) und einem Bösewicht der uns mit seinen Fähigkeiten ein “Kamehameha” zuruft. Selbst unser Held “Clink” ähnelt einem sehr bekannten grünen Helden.

Technisch bietet Evoland ein Repertoire jeglicher Generationen. Man durchlebt unterschiedliche Grafik Stile und Funktionen. Dies geschieht sogar zeitlich in richtiger Anordnung. Das Ende orientiert sich in etwa der Diablo Zeit (1997). Lebensbalken werden zu Lebenskugeln und Monsterhorden machen uns die Hölle heiß. Wieso Evoland es allerdings nicht geschafft hat, den Protagonisten laufen zu lernen, ist mir ein Rätsel und hat mir so manchen Frust beschert. Frustrierend kann auch die Anfangsphase sein, wenn man mit einem Schlag K.O geht und vom letzten Gespeicherten Spielstand weiterspielen darf. Die im übrigen ziemlich weit auseinander liegen können. Mit 2,5 Stunden Spielzeit ist Evoland eher kurzweilig. Mehr benötigt es aber auch nicht um diese Grandiose Zeitreise durch zu spielen.

Fazit

Evoland ist eine kurzweilige aber interessante Zeitreise der Videospiel Geschichte. Dabei schafft es Shiro Games, etliche Spiele aufs Korn zu nehmen, dabei jedoch nicht den Respekt zu verlieren. Spieler der älteren Generation werden unzählige bekannte Passagen erkennen und dabei in Erinnerung schwelgen. Evoland ist das Digitale Museum der Videospiele und gehört von jedem Videospiel-Veteran gespielt. Für Jüngere Spieler könnte sich Evoland jedoch als “altbacken” darstellen. Ich empfehle jedoch auch der jüngeren Generation, einen blick auf dieses unterhaltsame Werk zu werfen und dabei den gewaltigen Technischen Sprung der letzten Jahrzehnte näher dargestellt zu bekommen. Eines sei noch gesagt: Evoland2, ich komme! 🙂