Spieletest: Dark Souls III

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Ich glaube, ich musste mir mindestens ein Dutzend Mal überlegen, ob ich einen Spieletest zum bockschweren Dark Souls III schreibe oder nicht. Mein kleiner Masochist in mir hat mich jedoch dann doch noch dazu überredet und ich bereue nichts! Zahlreiche Stunden der Verzweiflung, etliche Alkoholexzesse und literweise Tränen später, sehe ich den Abspann und fühle mich freier den je. Ich habe Dark Souls bezwungen und teile meine Erfahrung mit Euch in unserem Review zu Dark Souls III.

Bereits am Anfang macht es uns das Spiel nicht einfach, wenn wir aus zahlreichen Charakterklassen und dem dazugehörigen Aussehen wählen müssen. Gottseidank geht es bei der Auswahl der “Klasse” eigentlich gar nicht um die Klasse sondern vielmehr um die Startattribute und der Ausrüstung, mit welcher wir loslegen. Klassen gibt es nämlich in Dark Souls 3 nicht. Jeder kann alles machen, sofern die notwendigen Attribute vorhanden sind. Wir entscheiden uns trotzdem für eine Diebesvariante, um bereits frühzeitig mit Pfeil und Bogen umgehen zu können.

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Die wahre Reise beginnt erst nach dem Tutorial Gebiet

Das Spiel beginnt am Friedhof der Asche, wo wir bereits von einigen Untoten begrüßt werden. Bereits beim ersten Kampf merkt man, dass alles viel flotter von der Hand geht als bei den Vorgängern. Das Ganze fühlt sich nicht mehr so träge an. Der Friedhof ist für Dark Souls Veteranen der Übungsplatz schlechthin. Neulinge der Reihe werden bereits hier schon mit der harten Realität von Dark Souls konfrontiert. Spätestens beim ersten Boss, welchen es bereits in den ersten 15 Spielminuten zu bezwingen gilt, werden auch Veteranen ihr blaues Wunder erleben. Bereits der erste Boss hat mir das Leben zur Hölle gemacht und mich fast dazu gebracht das Spiel wieder direkt aus dem Laufwerk zu entnehmen und in die Tonne zu werfen. Nach dem gefühlten hundertsten Mal konnte ich den Boss bezwingen und mit einem richtig guten Gefühl Richtung Feuerbandschrein wandern -> Unser zukünftiges Zuhause, Lager und Händlerviertel.

Wie bereits in den Vorgängern führt uns das Spiel nicht an der Hand und verlangt alles von uns ab. Dies gilt bereits bei der Geschichte des Spiels, welche nur vage erzählt wird. Viele Geschichtsfetzen müssen anhand der Gegenstandsbeschreibungen selbst zusammengesetzt werden. Wir wissen nur, dass wir die Asche der 5 Aschefürsten zusammentragen müssen, um das erste Leuchtfeuer zu entfachen. Ein weiter Weg, sowie zahlreiche Tode liegen vor uns. Während unserer Reise führt das Spiel durch unterschiedliches Terrain. Ob Sümpfe, Festungen oder Katakomben, überall lauert der Tod auf uns. Um sich dem zu stellen, bietet uns das Spiel etliche Möglichkeiten zur Gegenwehr an. Unzählige Waffen, Rüstungen, Schilde sowie Zauber warten darauf gefunden zu werden. Die besten Gegenstände sind meist da versteckt, wo man am schwierigsten hingelangt.

Die Vielzahl an unterschiedlichen Waffen erlaubt individuelle Spielstile. Hat man sich einmal für einen Stil sowie Waffe entschieden, sollte man die Waffe verstärken. Der Schmied im Feuerbandschrein hilft uns gern dabei, sofern wir die benötigten Materialien dafür haben die überall im Spiel gefunden werden können. Außerdem bedarf es auch noch eine Handvoll Seelen: Die Währung des Spiels. Durch das Ableben unserer Feinde werden wir nämlich mit dessen Seelen belohnt und können uns fortan mit neuen Gegenständen eindecken oder unseren Charakter verstärken. Für ein paar Seelen darf man ein Charakterattribut erhöhen und steigt gleichzeitig ein Level auf. Umso höher das Level umso mehr Seelen bedarf es zukünftig für eine weitere Erhöhung eines Attributs. Man sollte also gezielt das Erhöhen, was einem aktuell weiterhilft. Geschick für den Umgang mit Pfeil und Bogen, Stärke für Schwerter sowie Äxte, Belastung für Schwere Rüstungen, Zauberkraft für Mana usw. Das frühzeitige Ausgeben der Seelen ist ratsam! Stirbt man nämlich, lässt man vorläufig alle eingesammelten Seelen fallen. Erreicht man die letzte Stelle des Ablebens unversehrt, darf man seine Seelen wieder einsammeln. Stirbt man beim Versuch, sind alle Seelen futsch!

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In ruhigen Zeiten kann man auch mal die herrliche Aussicht genießen

Neu in diesem Teil sind die Spezialtechniken der einzelnen Waffen. Hält man diese nämlich zweihändig, kann man mittels Tastendruck eine spezielle Fähigkeit auslösen. So könnte es sein, dass man sich mit seinen Schwertern im Kreis dreht und alles niedermäht, was einem vor die Klingen kommt. Die Fähigkeiten verbrauchen allerdings auch enorm viel Ausdauer und ohne Ausdauer könnt Ihr nicht mehr zuschlagen, blocken oder ausweichen. Dadurch seid Ihr ein leichtes Ziel für Eure Gegner und meist innerhalb kürzester Zeit segnet Ihr das Digitale zeitliche. Dann müsst Ihr wieder von Eurem letzten bekannten Leuchtfeuer anfangen und dürft Euch wieder über alle bereits besiegten Gegner freuen – Diese tauchen nämlich nach Eurem Ableben wieder auf.

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Ratten sind sehr Feuer anfällig

Im Wesentlichen ist man immer auf der Suche nach einem neuen Leuchtfeuer, um zukünftig von dort aus zu starten, um hoffentlich nie wieder dort zurückkehren zu müssen, woher man kam. Jedes Gebiet hat zumindest einen Boss, welchen es zu besiegen gilt, um in das nächste Gebiet zu gelangen. Die Bosse sind oft viel größer als man selbst und halten auch dementsprechend mehr aus. Je nach Können oder manchmal auch Glück, benötigt man mehrere Anläufe für einen Boss. Manchmal sogar Stunden oder Tage aber umso mehr man probiert umso näher ist das Ableben des oft unfairen Kontrahenten. Dark Souls III folgt dem Sprichwort “Übung macht den Meister“. Das Erfolgsrezept und der Reiz dieses masochistisch angehauchten Spielprinzips ist die Tatsache, dass der Adrenalinspiegel so enorm gestiegen wird und man als Belohnung mit Endorphinen übersäht wird, sobald der Boss das zeitliche segnet.

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Obwohl Dark Souls III wirklich ein sehr schweres Spiel ist, kann man sich Abhilfe verschaffen. Anhand von Zeichen auf dem Boden, darf man entweder NPC oder Spieler zu sich rufen, die fortan bis zum tode für den Spieler kämpfen. Dies bietet sich vor allem für Bosskämpfe an und macht damit die Sache um ein Vielfaches einfacher. Natürlich hat das Ganze auch einen Haken: Hat man nämlich den benötigten Gegenstand für den Online Part konsumiert, können auch PVP Spieler in unsere Spielwelt eindringen, um uns den gar auszumachen. Dies kann oft sehr nervend sein und lässt sich auch nicht abstellen.

Wie auch bereits in den anderen Teilen der Serie gibt es viele Geheimnisse im Spiel. Seien es versteckte Gegenstände um die Anzahl unserer Tränke zu erhöhen sowie die Wirkung zu verbessern, unsichtbare Wände, die uns auch manchmal in optionale Gebiete führen oder optionale Nebenmissionen, die nur dann ausgeführt werden können, wenn wir gewisse Bedingungen erfüllen. Um tatsächlich alles zu sehen, bleibt ein zweiter, dritter oder gar vierter Durchgang kaum erspart. Glücklicherweise darf man im New Game alle Gegenstände sowie Attribute mitnehmen und sich über stärkere Gegner sowie neuen Gegenständen freuen.

Dark Souls III sieht einfach großartig aus. Die Gebiete sind alle sehr gut umgesetzt und bieten reichlich Abwechslung. Die Weitsicht ist riesig und lädt oftmals dazu ein, die Aussicht zu genießen, bevor man sich wieder in den Kampf stürzt. Die musikalische Untermahlung der einzelnen Bosskämpfe ist atemberaubend und verstärkt die düstere Atmosphäre des Spiels.

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