Spieletest: Detroit: Become Human

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Wir schreiben das Jahr 2038. Mittlerweile sind Androiden – also künstlich Lebensformen – ein fester Bestandteil der Menschheit. In Detroit: Become Human spielen wir die Androiden namens Kara, Markus und Connor und erleben eine emotionale Geschichte über die Konflikte zwischen Mensch und Maschine. Wir haben das Playstation 4 exklusive Spiel von Quantic Dream und Sony für Euch getestet

Über das Spiel

Detroit: Become Human nahm seinen Anfang im Jahr 2012, als die Entwickler namens Quantic Dream eine Playstation 3 Tech-Demo in Form eines Videos präsentierten. Im Film namens “Kara” wurde gezeigt, wie ein Androide namens Kara zusammengebaut wird und unerwartet Gefühle sowie einen “Lebenswillen” zeigt. Dieses Video führte dazu, dass die Community mehr von Kara sehen wollte. 6 Jahre und eine Playstation Generation später darf man sich nun über das vollständige Spiel freuen. Zwar mag die Technik nicht mehr dieselbe wie vor 6 Jahren sein, die sympathische Kara ist uns immerhin trotzdem im Endprodukt geblieben

Detroit Become Human - Android
Wir schreiben das Jahr 2038 wo Androiden keine Seltenheit mehr sind!

Gameplay & Inhalt

Wenn man die bisherigen Spiele von Quantic Dream kennt, weiß man, dass es bei diesen Spielen weniger um das Gameplay sondern, mehr um die Geschichte geht. Auch bei Detroit: Become Human ändert sich daran nichts. Wir spielen im Jahr 2038. Die Technologie ist sehr fortgeschritten und neben den Menschen existieren nun auch künstliche Lebensformen. Dem menschlichen Aussehen nachempfunden, unterscheiden sich diese äußerlich nur von einer kleinen leuchtenden LED-Anzeige auf der Schläfe.

Seit die Androiden den Menschen unter die Arme greifen, ist auch die Arbeitslosenrate drastisch gestiegen. Viele Menschen stehen den Androiden gespalten gegenüber denn während Arbeitgeber sich über billige und einfach ersetzbare Arbeitskräfte freuen, verlieren Arbeiter ihre Jobs und demonstrieren auf den Straßen. Androiden werden misshandelt und als leblose Objekte angesehen. Dies führt dazu, dass einige Androiden eigene Persönlichkeiten und Gefühle entwickeln, die zu einer irrationalen und nicht ihrem Programm entsprechenden Verhaltensweise führt. Die sogenannten Abweichler sind “geboren”.

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Connor unterstützt die Polizei um sogenannte Abweichler zu finden

In Detroit Become Human erleben wir die Geschichte von Kara, Markus und Connor. Bei allen drei handelt es sich um Androiden, die für bestimmte Aufgaben entwickelt wurden. Kara übt die Tätigkeiten eines Kindermädchens aus. Dass Ihr Besitzer seine Tochter misshandelt, sollteihr als künstliche Intelligenz eigentlich egal sein. Nach der Zeit entwickeln sich jedoch Muttergefühle: Kara bricht aus ihrer Routine aus und versucht das Kind zu beschützen. Markus, der zweite Protagonist geht einer ähnlichen Tätigkeit nach. Als persönlicher Pflegehelfer kümmert er sich um den im Rollstuhl sitzenden pensionierten Maler namens Karl. Das opulente Haus von Karl strotzt nur so von Eleganz und eigentlich könnten beide ein schönes Leben führen. Wäre da nicht Karls drogensüchtiger Sohn, der immer mal wieder zu Besuch kommt, um nach Geld zu betteln. Als die Situation außer Kontrolle gerät, bricht auch Markus aus seiner Routine aus, was ihm fortan ermöglicht, eigene Entscheidungen zu treffen. Der letzte Androide, den wir steuern können, nennt sich Connor. Seine Aufgabe ist es der örtlichen Polizei unter die Arme zu greifen, um Abweichler ausfindig zu machen. Dabei gerät er oft in Situationen, die schwerwiegende Entscheidungen abverlangen.

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Kara entwickelt Muttergefühle und versucht die junge Alice zu beschützen

Egal welchen Androiden Ihr gerade steuert, das Spiel erwartet Entscheidungen von Euch die sich in der weiteren Geschichte gravierend auswirken können denn jede Sequenz (Die einzelnen Kapitel im Spiel) kann zu einem unterschiedlichen Ende führen, welches sich auch auf andere Sequenzen auswirkt. Einige Sequenzen lassen sich gar nur dann spielen, wenn Ihr bestimmte Entscheidungen in vorherigen Sequenzen getroffen habt. Aber nicht nur Entscheidungen führen zu unterschiedlichen Geschichten, sondern auch die Beziehungen zu anderen Personen kann die zukünftigen Geschehnisse beträchtlich verändern. Entscheidet Ihr Euch zum Beispiel jemanden zu verschonen, kann das die Beziehung zu jemand anderen verbessern. Zu einem späteren Zeitpunkt reagiert besagte Person aufgrund der guten Beziehung etwas anders. Auch neue Dialoge können dadurch ausgelöst werden. Durch die schier unendliche Möglichkeit an Entscheidungen steigt der Wiederspielwert immens.

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Markus kämpft für Gleichberechtigung gegenüber Androiden und startet eine Revolution

Obwohl sich Detroit: Become Human ausschließlich um die Geschichte der einzelnen Protagonisten konzentriert, lauscht man nicht nur ununterbrochen den vertonten Dialogen, sondern muss mit der Umgebung interagieren, Mordfälle anhand von Beweisen lösen oder Quicktime-Events absolvieren. Die einzelnen Abschnitte im Spiel laden zum Entdecken ein denn an jeder Ecke könnte sich ein Objekt verstecken, das wir für allerlei nützliches verwenden können. Den Kofferraum eines abgelegenen Autos könnte man zum Beispiel aufbrechen, um hilfreiche Gegenstände zu finden. Dafür benötigt es aber ein Brecheisen, das wir entweder im aktuellen Abschnitt finden können oder aber bereits einige Abschnitte zuvor finden konnten. Jedes entdeckte Objekt, jeder gesprochene Dialog und jedes erfolgreich oder nicht erfolgreich abgeschlossene Quicktime-Event zieht Konsequenzen nach sich, die sich über das gesamte Spiel erstrecken. Haben wir mit Connor Informationen aus einem Zeugen ausquetschen können, kann man im späteren Spielverlauf vielleicht den Täter sofort ausfindig machen. Andernfalls entkommt er eventuell. Um es noch einmal deutlich zu machen: ALLES was wir im Spiel tun, hat Konsequenzen!

Das Abschlussdiagram zeigt den aktuellen Pfad und mögliche Ausgänge der Mission

Wer in den rund 14 Stunden Spielzeit den ersten Durchlauf absolviert hat, kann zu bestimmten Wegpunkten der einzelnen Abschnitte springen, um andere Entscheidungen zu treffen und neue Wege freizuschalten. Ihr seid dadurch nichts zwangsläufig gebunden das Spiel komplett von vorne zu beginnen, um ein anderes Ende zu erleben. Nach jeder Sequenz zeigt Euch ein Abschlussdiagram den von Euch eingeschlagenen Weg und die anderen Wege, die Ihr hättet nehmen können. Alle Objekte, Entscheidungen oder Geschehnisse, die Ihr dabei nicht entdeckt habt, bleiben mit einem Fragezeichen verborgen, um Euch einen weiteren Spieldurchlauf nicht zu verderben. Für jedes aufgedeckte Fragezeichen erhaltet Ihr Punkte, die Ihr in den Extras für das Freischalten von Artworks, Videos oder Soundtracks verwenden könnt.

Technik

Detroit: Become Human zeigt, welche Kraft in der Playstation 4 steckt. Die beinahe fotorealistische Grafik in hochskalierter 4K-Auflösung sorgt kontinuierlich für offene Münder. Der Soundtrack passt sich perfekt dem aktuellen Spielgeschehen an und weiß damit die Spannung zu heben. Die Sprachausgabe ist komplett in Deutsch vertont. Der interaktive Thriller spielt mit Euren Gefühlen und die kurze Zeitspanne zum Auswählen gravierender Entscheidungen setzt Euch ständig unter Druck. Gerade dadurch, weil wir eben diese schwerwiegenden Entscheidungen treffen, die über Tod oder Leben entscheiden, fühlen wir uns erleichtert oder schuldig. Eine wahre Emotionsachterbahn!

Fakten

Name: Detroit: Become Human
Genre: Adventure
Entwickler: Quantic Dream
Publisher: Sony Interactive Entertainment
Plattform: Playstation 4
Releasedatum: 25. Mai 2018
Getestet auf: Playstation 4 PRO
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Medien

Gameplay
9
Inhalt
8
Präsentation
9.5
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