Spieletest: God of War

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Als 2016 auf der E3 ein neues God of War vorgestellt wurde, war die Freude groß. Schließlich war es schon eine Weile her, als man im Jahr 2006 mit Kratos durch das antike Griechenland auf Rachefeldzug unterwegs war. Doch mit dem neuen God of War würde sich alles ändern. Eine offenere Welt, eine tiefgreifende Geschichte und eine andere Mythologie. Wir waren mit Kratos und seinem Sohn Atreus unterwegs um den Norden unsicher zu machen.

Über das Spiel

Im Jahr 2006 wurde God of War in Europa für Playstation 2 Konsolen veröffentlicht. Das interessante Setting mit Göttern der griechischen Mythologie und die spektakulär in Szene gesetzten Bosskämpfe waren nur einige Gründe, die dazu führten, dass Kratos noch in vielen weiteren Serienablegern auf Götterjagd sein würde. Mit God of War 3 war dann jedoch erst einmal für eine Weile Schluss mit Gemetzel. Doch nun, 10 Jahre später ist Kratos zurück und erhofft sich, im hohen Norden ein ruhiges Leben mit seinem Sohn Atreus zu führen. Natürlich kommt es anders als gedacht und so muss sich Kratos erneut den Göttern stellen.

Gameplay & Inhalt

In einem verschneiten Wald im hohen Norden steht eine kleine abgelegene Holzhütte. Dies ist der Ort an dem sich Kratos und sein Sohn Atreus zur Ruhe gesetzt haben. Nach dem tot seiner Frau und Atreus Mutter, hinterließ sie nur eine einzige Bitte: Ihre Asche soll am Gipfel des höchsten Berges verstreut werden. Was wie eine einfache Aufgabe klingt, wird sich während des Spiels als eine schweißtreibende Herausforderung mit zahlreichen Hindernissen herausstellen denn Kratos muss sich fortan nicht nur in seine neue Rolle als Vater einfinden, sondern sich auch immer mal wieder den nordischen Göttern stellen.

Nach dem tot der Mutter von Atreus ist es für Kratos nicht immer einfach Vater zu sein

Dass man mit dem neuen God of War vieles anders machen möchte, wird einem bereits während der ersten Kampfszene bewusst, denn die aus den Vorgängern bekannten Chaosklingen hat man nun durch die Leviathan-Axt ersetzt, welche nicht nur im Nahkampf ordentlich austeilen kann, sondern auch gezielt auf Gegner geworfen werden darf. Mit einer Mischung aus Kombos, Ausweichrollen und dem Blocken mit Schild, metzelt man sich jedoch weiterhin wie gewohnt durch Monsterhorden. Die Leviathan-Axt hat aber noch einen weiteren nutzen: So können mit der Kraft des Eises Objekte wie etwa Zahnräder eingefroren werden, um so zum Beispiel neue Wege zum Vorschein zu bringen.

Die Entwickler haben dem Spiel diesmal eine gewaltige Portion RPG-Elemente hinzugefügt. So kann Kratos nun nicht nur neue Ausrüstung finden und herstellen, sondern auch zahlreiche neue Fähigkeiten erwerben. Ihr könnt den Umgang mit der Leviathan-Axt und anderen Waffen erlernen, jedoch auch Atreus ein paar neue Tricks beibringen denn der “Junge” – so wie er von Kratos gerne genannt wird – folgt Euch im gesamten Spiel auf Schritt und Tritt und unterstützt Euch dabei mit seinem Bogen. Während er autark agiert, könnt Ihr Atreus auch Kommandos per Tastendruck ausführen lassen. So könnt Ihr die Aufmerksamkeit auf Atreus lenken, während Ihr so ungehindert die Abwehr Eurer Gegner durchbrechen könnt.

Manche Feinde lassen sich nur durch Zusammenarbeit von Vater und Sohn besiegen

Abseits der Story hat Kratos und Atreus jede Menge zu tun denn überall warten versteckte Artefakte, Schätze und Nebenaufgaben auf die beiden. Während Kratos sich eigentlich nur auf die Hauptaufgabe konzentrieren möchte, versucht Atreus den Menschen und Kreaturen in Not zu helfen. Die daraus resultierenden Dialoge zwischen Vater und Sohn sind sehr tiefgreifend und verdeutlichen einmal mehr, wie sehr Kratos durch seine bisherigen Abenteuer gezeichnet wurde. Im gesamten Spiel entwickelt sich die Beziehung zwischen Vater und Sohn und kein Spiel konnte dies bisher so authentisch und mitfühlend umsetzen wie es God of War geschafft hat. 

Wenn man nicht gerade den tollen Dialogen zwischen Kratos und Atreus lauscht, dann ist es das gebannte Starren auf die epischen Bosskämpfe die über den Bildschirm flackern denn auch im neuen God of War müsst Ihr wieder gegen gigantische Kreaturen kämpfen. Egal ob riesige Trolle oder fliegende Drachen: Überall möchte man Euch an den Kragen. Selbst im Maul einer gigantischen Schlange seid Ihr nicht sicher. Beeindruckend ist auch die Umsetzung der teilweise offenen Spielwelt. Egal ob verschneiter Berg, Schlachtfeld eines lange vergessenen Krieges oder Helheim: dem Reich der Toten. Die Präsentation der einzelnen Regionen ist atemberaubend und die kleinen aber feinen Details sorgen für ein rundum gelungenes Endergebnis. Noch nie habe ich bisher so realistische Schneespuren in einem Spiel gesehen.

Die realistischen Schneespuren sind nur eines der vielen kleinen liebevollen Details im Spiel

Ein sehr umfangreiches Feature in God of War ist die Verbesserung und Herstellung der Ausrüstung. Im Laufe des Spieles lernt Kratos nämlich das fertigen neuer Ausrüstung. Dazu benötigt es neben der geläufigen Währung namens Hacksilber auch unterschiedliche Rohstoffe, die Ihr entweder in Schatztruhen oder beim Ableben Eurer Gegner finden könnt. Habt Ihr eine neue Ausrüstung herstellt oder verbessert, werden die erhaltenen Statuswerte wie etwa Stärke oder Verteidigung kumuliert zu einer Zahl gebildet. Diese repräsentiert indirekt Eure Erfahrungsstufe und Gesamtstärke. Mit Runen könnt Ihr Eure Waffe schmücken, um Euch neue Spezialfähigkeiten anzueignen und sogenannte Zauber verleihen Euren Ausrüstungsgegenständen zusätzliche Werte. Verbessert Ihr Eure oder Atreus Waffe, lassen sich neue Fähigkeiten erlernen. Die besten Ausrüstungsgegenstände lassen sich nur mit Materialien aus dem Endgame, also den optionalen Inhalten finden.

Auch im neuesten Teil der Serie warten wieder imposante Gegner auf Kratos

Habt Ihr die Hauptgeschichte nach etwa 25 Stunden abgeschlossen, könnt Ihr Euch den zusätzlichen Inhalten im Spiel widmen. Zum einen warten die Kampfarenen von Muspelheim auf Euch. Dort könnt Ihr Euer Kampfgeschick auf die Probe stellen und Materialen für seltene Ausrüstung sammeln. Interessanter gestaltet sich jedoch Niflheim. In dieser Welt wartet ein in giftigen Nebel gehülltes Gebiet auf Euch. Während Ihr im Nebel Kreaturen besiegt, sammelt Ihr sogenannte Nebelechos. Haltet Ihr Euch jedoch zu lange im Nebel auf, werdet Ihr sterben und Eure gesammelte Beute verlieren. Ihr müsst daher genau überlegen, ob Ihr einen weiteren Kampf wagt und so vielleicht Eure Beute verliert oder doch lieber zum Anfang zurückkehrt, um Eure Nebelechos sicher zu verwahren. Neben einigen optionalen Nebenaufgaben warten in Niflheim die besten Ausrüstungsgegenstände auf Euch.

Komplettierer erledigen die zahlreichen Nebenmissionen, suchen nach verlorenen Artefakten oder sammeln Gegenstände um die Maximalgesundheit und Maximalwut zu erhöhen. Außerdem verstecken sich zahlreiche Sammelgegenstände in den unterschiedlichen Regionen. Viele Schatztruhen lassen sich nur mit speziellen Fähigkeiten oder dem Lösen eines Rätsels öffnen. Außerdem kann Atreus Schatzkarten entschlüsseln, die zu vergrabenen Schätzen führen. Möchtet Ihr alles im Spiel entdecken, müsst Ihr nach der Hauptgeschichte noch viele weitere Stunden im Spiel verbringen.

Technik

God of War glänzt nur so von technischen Feinheiten. Neben der atemberaubenden Grafik in Hochauflösenden 4K (Playstation 4 PRO), verzichtet das Spiel gänzlich auf Ladezeiten. Lediglich Euer Ableben wird mit einer Ladezeit bestraft. Die Übergänge und Kameraschwänke während der geskripteten Szenen sind flüssig und aufwendig umgesetzt worden. Die Kamera kann anders als bei den Vorgängern vollständig vom Spieler gedreht werden, um so alle Ecken im Spiel einzusehen. Bear McCreary hat beim Soundtrack des Spiels grandiose Arbeit geleistet und weiß die richtigen Töne zum richtigen Zeitpunkt abzuspielen. Jeder Winkel der nordischen Welt strahlt nur so von Schönheit und man erkennt, dass die Entwickler hier wirklich auf jedes kleinste Detail geachtet haben. Eine technische Meisterleistung!

Fakten

Name: God of War
Genre: Action-Adventure
Entwickler: Santa Monica Studio
Publisher: Sony Interactive Entertainment
Plattform: Playstation 4
Releasedatum: 20. April 2018
Getestet auf: Playstation 4 PRO
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Medien

Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

Gameplay
10
Inhalt
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Präsentation
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