Spieletest: Monster Hunter World

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Die Monster Serie erfreut sich in Japan seit Jahren reger Beliebtheit. Auch in Europa hat sich das Spiel in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Mit Monster Hunter World schafft es die Monster Hunter Reihe endlich auch auf aktuelle Heimkonsolen und versucht mit einem einfacheren Zugang zu Serie auch neue Fans zu gewinnen. Wir haben uns auf die Monsterjagd begeben und berichten Euch von unseren Erfahrungen.

Zielgruppe

Wenn sich Monster Hunter in den Jahren einer Sache treu geblieben ist, dann ist es der Grindfaktor im Spiel. Ihr werdet also ständig Monster Jagen um Monsterteile einzusammeln, woraus Ihr wiederum neue Ausrüstung und Waffen herstellen könnt. Mit der neu gewonnenen Ausrüstung könnt Ihr noch stärkere Monster besiegen, um erneut Ressourcen für bessere Ausrüstung zu erbeuten. Diese Kampf/Crafting-Spirale zieht sich durch das ganze Spiel und macht das Konzept von Monster Hunter aus. Damit Ihr jedoch nicht nur ziellos durch das Spiel streift und Monster verkloppt, folgt Ihr einer Story die Euch von Quest zu Quest führt und bei denen Ihr immer mal wieder Bekanntschaften mit neuen Kreaturen schließt. Story und Nebenmissionen spielt Ihr entweder alleine oder gemeinsam mit drei weiteren Spielern.

Gameplay & Inhalt

So simpel sich das Spielprinzip von Monster Hunter World anhört, so komplexer wird es mit der Zeit. Neben der Wahl Eures Aussehens folgt die nächste Entscheidung: Mit welcher der 14 Waffentypen wollt Ihr zukünftig auf Monsterjagd gehen. Diese Frage ist essenziell und beeinflusst Euren Spielstil enorm denn jede der 14 Waffentypen unterscheidet sich von der Spielart gravierend. Während Ihr mit den Doppelschwertern wie gewohnt einem Action-Rollenspiel ähnlichen Kampfstil folgt, feuert Ihr Euch mit dem Bogengewehr ähnlich wie in einem Shooter durch Monsterhaut. Verzichtet Ihr lieber auf viel Schaden und wollt Euren Begleitern helfen, dann ist das Jagdhorn mit den unterstützenden Songs genau das richtige für Euch. Glücklicherweise besitzt Ihr gleich zu Beginn jede Waffe in der Grundform und könnt in einem Trainingsraum alle Typen ausprobieren, bis Ihr Eure Waffe gefunden habt. 

Der Anjanath ist nur einer der vielen Monster, die Ihr bekämpfen müsst.

Habt Ihr Euch für eine der Waffen entschieden, wartet bereits Eure erste Aufgabe auf Euch. Dazu begebt Ihr Euch zu einer der zahlreichen Missionstafeln und wählt die entsprechende Mission aus. Während die Mission lädt, könnt Ihr Euch in der Stadt frei bewegen und andere Spieler einladen. Im Missionsgebiet angekommen wartet ein riesiges unerforschtes Areal auf Euch. Mit der Vielzahl an unterschiedlicher Flora und der zahlreichen Tierchen, die überall lauern, wirkt die Welt von Monster Hunter so authentisch wie nie. Kleine Details, wie eine Ameisenkolonie welche die Straße kreuzt oder Mistkäfer, die gerade den Dung vor sich herrollen, zeigen, wie sehr die Entwickler auf Details geachtet haben.

Weil alles so überladen mit Pflanzen und anderen Details geschmückt wurde, ist es oft nicht einfach die sammelbaren Ressourcen ausfindig zu machen. Abhilfe schaffen hier Eure Suchkäfer. Diese zeigen Euch nämlich anhand einer Leuchtspur die Gegenstände an mit denen Ihr entweder interagieren könnt oder die sich aufheben lassen. Zusätzlich zeigen sie Euch auch an, wo sich größere Monster befinden. Voraussetzung hierfür ist jedoch genügend Monsterspuren zu finden denn die großen Monster lassen oft Spuren zurück die Ihr untersuchen könnt. Das bringt nicht nur Forscherpunkte, die Ihr später für allerlei Dinge einsetzen könnt, sondern lehrt Euch auch die Schwachstellen der Monster ausfindig zu machen.

Im Dorf könnt Ihr Essen, Ausrüstung schmieden oder anderen Tätigkeiten nachgehen.

Habt Ihr Euch den Weg durch den Dschungel geschlagen, werdet Ihr schon bald auf eines der vielen größeren Monster treffen. Im Idealfall ist dies Euer Zielmonster, welches es nun zu bekämpfen gilt und hier beginnt der eigentliche Spaß, denn die Kämpfe mit den größeren Kreaturen sind oftmals sehr zäh und verlangen einiges von Euch ab. Insbesondere, weil Ihr nicht nur einen gewissen Zeitdruck von meist 50 Minuten habt, um das Zielmonster zu besiegen, sondern auch weil Ihr insgesamt mit nur 3 Leben ausgestattet seid. Die folgenden Minuten werdet Ihr damit verbringen das Monster anzugreifen, den Schlägen und Fähigkeiten des Monsters auszuweichen und wenn es flüchtet, erneut den Spuren zu folgen bis letztendlich ihr oder das Monster besiegt wurde. Als Belohnung für den Sieg dürft Ihr das Monster plündern und erhaltet eine Abschlussbelohnung in Form von wertvollen Ressourcen. Mit den Ressourcen geht es zurück in die Stadt, um neue Ausrüstung herzustellen und das nächste Monster in Angriff zu nehmen.

Noch nie hat sich ein Monster Hunter authentischer präsentiert.

Während sich das Konzept von Monster Hunter ziemlich repetitiv präsentiert, zielt es genau auf die richtige Eigenschaft des Menschen ab: Der drang zum Sammeln! Dies ist wohl der größte Ansporn im Spiel denn mit jeder neuen Ressource die Ihr erbeutet, habt Ihr neue Möglichkeiten zur Herstellung von Waffen und Ausrüstung. Dabei sehen die unterschiedlichen Rüstungsteile nicht nur fabelhaft und episch aus, sondern liefern auch allesamt unterschiedliche Vorteile und Fähigkeiten. Möchtet Ihr etwa auf Sammeltour gehen, bietet sich eine Rüstung mit der Fähigkeit “Sammler” an. Damit findet Ihr nämlich gleich doppelt so viele Ressourcen. Bastelt Ihr Euch gar ein Sammler-Set und kumuliert so die Fähigkeit, findet Ihr sogar noch mehr Extra-Ressourcen. Selbiges gilt natürlich auch für andere Fähigkeiten wie den Angriffs-Boost der Euch, wie der Name schon sagt, ein wenig stärker Austeilen lässt. Durch die Vielzahl an Fähigkeiten und der Menge an unterschiedlicher Ausrüstung wird jede Kampfvorbereitung zu einer strategischen Entscheidung. Während Ihr am Anfang des Spiels noch ziemlich eingeschränkt mit den Fähigkeiten seid, dürft Ihr im späteren Verlauf Eure Ausrüstung mit Edelsteinen sockeln und so gezielt die einzelnen Fähigkeiten steigern. 

Jeder Held benötigt einen passenden Sidekick und dies ist in Monster Hunter World niemand anderes als Euer treuer Katzenähnlicher Felyne. Dieser unterstützt Euch nicht nur im Kampf mit seiner Waffe, sondern setzt auch Fähigkeiten ein die Euch während des Kampfes unterstützen. Auch für Euren Felyne müsst Ihr neue Ausrüstung und Waffen herstellen, damit dieser auch mit stärkeren Monstern mithalten kann. Im späteren Spielverlauf kann Euer Felyne auch eigenständig auf die Jagd gehen und Euch nützliche Ressourcen mit nach Hause nehmen. Und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes denn Ihr besitzt tatsächlich ein eigenes Haus. Anfangs zwar noch klein und bescheiden, später jedoch mit eigenem kleinen Garten und entspannter Harfenmusik, die von Felynemusikern gespielt wird. Um Euer Eigenheim noch ein wenig Idyllischer zu gestalten, könnt Ihr dort kleine von Euch gefangene Kreaturen platzieren. 

Mit bis zu drei weiteren Spielern könnt Ihr in den Kampf ziehen.

Doch die Welt in Monster Hunter dreht sich nicht immer nur um das Jagen gigantischer Kreaturen. Dorfbewohner bitten Euch zum Beispiel auch um gewisse Ressourcen, die Ihr sammeln sollt. Als Dank gibt es meist etwas nützliches, wie neue Zutaten für die Kantine bei der Ihr Euch mit schmackhaften Mahlzeiten für den nächsten Kampf stärken könnt. Besorgt Ihr dem Koch neue Zutaten, vergrößert sich stets das Angebot der verfügbaren Mahlzeiten. Andere Dorfbewohner belohnen Euch etwa mit einem eigenen Garten, in dem Ihr nützliche Ressourcen anbauen könnt. Selbst nach etlichen Stunden werdet Ihr noch neues in Monster Hunter World entdecken.

Monster Hunter World lässt sich zwar problemlos alleine genießen, mit Freunden oder anderen Spielern macht es allerdings noch weit mehr Spaß. Ihr könnt nahezu jede Quest gemeinsam mit bis zu drei weiteren Spielern beschreiten. Bei einigen Quests müsst Ihr jedoch erst eine Zwischensequenz ansehen, bevor Ihr um Hilfe bitten könnt. Ihr könnt während einer Quest jederzeit ein Notsignal absetzen und anderen Jägern somit bekannt geben, dass ihr Hilfe benötigt. Diese können dann während Eurer Spielsitzung direkt einsteigen. Einen gewissen kompetitiven Aspekt hat die sogenannte Arena, bei der Ihr spezielle Kreaturen mit vorgegebener Ausrüstung besiegen müsst. Eine globale Rangliste zeigt die schnellsten Jäger an. Jagdgruppen bietet Euch die Möglichkeit insgesamt 15 weitere Freunde in eine Art “Gilde” einzuladen, um schnell gemeinsam auf Jagd zu gehen.

Technik

Wir können eines mit Sicherheit sagen: Noch nie war ein Monster Hunter so schön und authentisch wie Monster Hunter World. Nicht nur die wunderschöne Grafik, sondern auch die Liebe zum Detail in den jeweiligen Gebieten sorgt für ein intensives Jagderlebnis. Die Geräuschkulisse rundet das Ganze noch ab und versetzt Euch auch akustisch in den tiefsten Dschungel, die einsamste Wüste oder dem unheimlichsten Tal der Verwesung. Das größte Highlight in der Geschichte von Monster Hunter sind wohl die nahtlosen Übergänge der einzelnen Areale in den jeweiligen Gebieten: Ganz ohne die aus den Vorgängern gewohnten Ladezeiten! Wer eine Playstation 4 PRO oder eine Xbox One X besitzt, genießt das ganze zudem noch in Hochauflösenden 4K. Nur wer das Spiel Online spielt, freut sich über den Anmeldebonus und zahlreichen Events mit Kollaborationen anderer Spielehits.

Fakten

Name: Monster Hunter World
Genre: Action-Rollenspiel
Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Plattform: Playstation 4
Releasedatum: 26. Januar 2018
Getestet auf: Playstation 4
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Medien

Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

Gameplay
9.6
Inhalt
8.3
Präsentation
9.3
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