Spieletest: Resident Evil 7 – Biohazard

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Mit Resident Evil 7 – Biohazard möchte Capcom zurück zu den Wurzeln des im Jahr 1996 für die Playstation 1 erschienenen Resident Evil. Den Spielern soll im neuesten Teil wieder das fürchten gelehrt werden, diesmal jedoch in der First-Person Perspektive. Doch hält das Spiel, was es verspricht? Wir haben uns in das gruselige Baker-Anwesen begeben und dort Angst und Schrecken erfahren.

Als 1996 das erste Resident Evil erschien, wurde so einigen von uns das Fürchten gelehrt. Auch der zweite und dritte Teil der Serie hat stets an Rätseleinlagen und Grusel festgehalten. Mit dem vierten Teil der Serie hat Capcom einen gelungenen Neuanfang der Serie gewagt, welcher leider mit Teil 5 und Teil 6 schnell wieder einen Abgang gemacht hat. Zuviel Action und zu wenig Horror hieß es seitens Community. Capcom hat darauf reagiert und möchte mit dem neuesten Resident Evil 7 einen weiteren Neuanfang beginnen. Diesmal mit einer gewaltigen Spieländerung. Gespielt wird nämlich ausschließlich in der Ego-Perspektive. Das mag vielleicht für ein Resident Evil sehr ungewöhnlich erscheinen, verstärkt aber den Horror ungemein.

Der neueste Teil setzt auf Horror in der Ego-Perspektive

Als Protagonist Ethan Winters eine Videobotschaft seiner vermissten Frau Mia Winters erhält, folgt er der Spur bis zu einem abgelegenen Haus mitten im Sumpf von Louisiana. Während er der Spur nachgeht und sich in das finstere Anwesen wagt, macht er Bekanntschaft mit der dort ansässigen Baker Familie die vom Wahnsinn getrieben, fortan Jagd auf Ethan macht. Nur die offenbar normale Schwester Zoe, versucht Ethan mittels Telefonanrufe aus diesem Irrenhaus zu befreien. Während er den Anweisungen von Zoe folge leistet, lernt Ethan jedes einzelne Mitglied der Baker Familie ganz genau kennen. Der Versuch aus dem psychotischen und schrecklichen Anwesen zu entkommen beginnt!

Als Ethan Winters macht Ihr Euch auf die suche nach Eurer vermissten Frau

Gleich zu beginn des Spiels, erkennt man sofort, auf was Capcom in diesem Teil der Serie setzt. Horror wird hier nämlich ganz groß geschrieben und wir meinen wirklich ganz groß… also leinwandgroß.. eine große Leinwand aus Blut und Gedärmen. Selbst das erklärt sehr milde, wie erschreckend dieser Teil der Serie ist. Doch Capcom verzichtet nicht ganz auf Action und so bedient Ihr Euch eines kleinen Waffenrepertoires um die abzählbar wenigen unterschiedlichen Kreaturen zu beseitigen. Die Waffenauswahl erinnert dabei sehr stark an den ersten Teil der Serie.

Das Anwesen der Bakers vermodert an allen Ecken

Bei näherer Betrachtung von Resident Evil 7 erkennt man, dass Capcom wirklich sehr darauf bedacht war, das Spiel ähnlich des Urgesteins der Serie zu halten. Ihr dürft wieder gewaltig Rätseln, um im Spiel voranzukommen. So müsst Ihr erst passende Schlüssel finden, um weitere Bereiche des Anwesens zu erforschen oder könnt mittels gefundener Kurbel eine Holzbrücke im Sumpf anheben. Während Ihr auf der Suche nach einem Ausweg des Anwesens seid, werdet Ihr immer wieder auf Probleme stoßen. Das größte und vermutlich verstörendste Problem dabei wird die Familie Baker darstellen. Jack, Marguerite sowie Lucas dienen als Antagonisten und verwandeln Euren Aufenthalt in puren Schrecken. An einigen stellen im Spiel müsst Ihr der umherstreifenden Familie gekonnt aus dem Weg gehen um nicht entdeckt zu werden. Misslingt Euch das, heißt es schnell flüchten und verstecken. Während dieser Szenen erkennt man erst wie abnormal die Familie wirklich ist. Die Sprüche und das Verhalten lässt die Bakers Furcht einflößend authentisch wirken.

Jack Baker ist nur einer der vielen Schrecken im Anwesen

Neben der Familie Baker lauern allerdings noch andere Gefahren im Spiel. Leider sind diese auf einer Hand abzählbar. Nichtsdestotrotz werdet Ihr immer mal wieder auf Munitionsmangel stoßen. Glücklicherweise hat Ethan die Fähigkeit aus allerlei unnützen Gegenständen etwas sinnvolles herzustellen. Aus Chemikalien und Schießpulver könnt Ihr etwa Pistolenmunition herstellen. Setzt Ihr anstelle des Schießpulvers Kräuter ein, erfreut Ihr Euch über Tonikum das Ihr zur Heilung Eurer Wunden benötigt. Findet Ihr bessere Chemikalien, dürft Ihr Euch einer verbesserten Version des Hergestellten Objekts bedienen. Doch Chemikalien und andere Materialien sind rar und daher sollte gut überlegt werden, was denn aktuell am hilfreichsten wäre.

Die Stimmung ist stets düster und schaurig

Neben der Qual der Wahl in der Herstellung habt Ihr noch ein anderes Managementproblem. Euer Inventar ist nämlich stark begrenzt und verlangt etwas Planung. Nehmt Ihr lieber die Flinte mit die Euch zwei Inventarplätze kostet und lagert den Granatwerfer in der Lagerkiste oder rüstet Ihr Euch mit beidem und müsst dafür eventuell erst mal ein paar nützliche Gegenstände unterwegs liegen lassen. Im späteren Spielverlauf findet Ihr jedoch ein wenig Abhilfe in Form von Rucksäcken, die Euer Inventar ein wenig erweitern. Neben den nützlichen Inventar-Erweiterungen gibt es allerdings noch ein paar andere hilfreiche Objekte. Findet Ihr etwa Steroide und nehmt diese ein, erfreut Ihr Euch über eine permanent gesteigerte Gesundheit. Ähnliches findet Ihr auch für eine verbesserte Nachladegeschwindigkeit. Wenn Ihr aufmerksam seid, entdeckt Ihr sogar überall versteckte antike Münzen, die Ihr in Käfige einsetzen könnt, um etwa eine neue Waffe zu erhalten.

Mittels Tonikum könnt Ihr Euch heilen

Wer noch tiefer in die verwirrende und mysteriöse Geschichte eintauchen möchte, bedient sich dem Videorekorder um gefundene Videokassetten abzuspielen. Diese decken nicht nur interessante Geschichten auf, sondern lassen Euch sogar mit anderen Charakteren spielen. Die Idee der Videokassetten ist gut durchdacht, könnt Ihr somit sogar Szenen spielen, die weit in der Vergangenheit oder an anderen Schauplätzen geschehen sind. Abseits der Storyinhalte bieten Euch die Videokassetten auch noch nützliche Hinweise, um etwa an einer gewissen Stelle voranzukommen oder einen hilfreichen Gegenstand zu finden.

Resident Evil 7 sieht nicht nur erschreckend gut aus, sondern bietet auch eine Furcht einflößende Soundkulisse. Dabei spielt es keine Rolle, ob es gerade still ist oder Ihr ein Klopfen an den Wänden hört, schritte auf Euch zukommen oder Ihr das Gefühl habt, beobachtet zu werden. Ihr werdet Euch zu jeder Sekunde unwohl fühlen und an jeder Ecke eine Gefahr erwarten. Damit bewirkt das Spiel eine kontinuierlich bedrückende Atmosphäre. Durch die Ego-Perspektive wirkt diese noch stärker und wer immer noch nicht genug hat, kann mit der Playstation VR noch ein wenig tiefer in das Spiel eintauchen. Herzschwachen Personen möchten wir allerdings dringend davon abraten – Ehrlich!!!

Einige stellen im Spiel sind nichts für schwache Nerven

Playstation VR Spieler müssen sich allerdings mit einer verminderten Qualität der Grafik begnügen, die ohnehin durch die gewaltig gestiegene Immersion fast nicht mehr wahrgenommen wird.

Wer sich nicht von den teils abartigen und psychotischen Spielszenen abschrecken lässt, wird mit Resident Evil 7 etwa 12 Stunden puren Horror erleben. Wir sagen nur: Willkommen im Herrenhaus 2017, willkommen in der Familie!
 
Hinweis: Das Testmuster wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
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