Spieletest: Twin Saga

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Seit geraumer Zeit ist das Genre MMORPG ein gewaltiger Trend geworden und hat viele Spieler bereits langjährig in den Bann gezogen. Zahlreiche Modelle haben sich etabliert und sind manchmal auch gescheitert. So gibt es aktuelle drei Modelle: Das Abo-System, das Free-2-Play System sowie ein Hybrid beider Modelle. Beim neuesten Streich von Aeria Games namens Twin Saga, handelt es sich um ein Free-2-Play MMORPG für den PC, welches viele Standards mit sich bringt, jedoch auch ein paar neue Wege einschlägt. Wir durften das Spiel für Euch testen und möchten Euch davon berichten. Kommt mit auf eine Reise in die wunderbare Welt von Aetherion.

Als alter MMO Veteran, habe ich bereits zahlreiche Spiele des Genres spielen dürfen und lege immer besonderes Augenmerk auf neue Features und der Motivation weiterzuspielen. Was ich in meinen Jahren gelernt habe, ist die Tatsache, dass man sich durch Bilder oder Videos niemals einen Eindruck vermitteln lassen soll, denn sonst hätte mich Twin Saga sofort abgeschreckt und ich hätte vermutlich nicht etliche Stunden in der wunderbaren Welt des Spiels verbracht. Das Spiel hat mich durch einige nette Features sehr überrascht, und während ich Twin Saga testen durfte, sind die Stunden wie im Flug vergangen. Doch fangen wir erst einmal von vorne an.

Wie üblich beginnen wir mit dem erstellen unseres Charakters. Dabei dürfen wir neben der Klasse auch ein Aussehen bestimmen. Ein paar Gesichtszüge, Frisuren oder Farben entscheiden über unser zukünftiges Aussehen und eines ist sicher: Unser Doppelgänger ist nicht weit. Anfangs steht uns die Auswahl zwischen den Klassen Schwertkämpfer, Magier, Schütze oder Kleriker zur Verfügung. Im Verlauf des Spiels werden dann noch weitere Klassen freigeschaltet. Diese können wir übrigens jederzeit wechseln und ersparen uns hierbei das erstellen von Zweitcharakteren oder sogenannten Twinks. Ist die Startklasse erst einmal ausgewählt, heißt es noch einen schicken Namen wählen und das Spiel kann beginnen.

Wir starten auf einer kleinen Insel, die als Tutorial Gebiet fungiert. Dabei lernen wir neben der Grundsteuerung des Spiels auch einen Teil der Geschichte kennen. So erfahren wir von zwei Göttinnen, die sich untereinander bekriegen und eine davon zufällig seit unserer Geburt an in uns schlummerte. Mithilfe gewisser Kristalle müssen wir langsam die Kräfte der guten Göttin wiederherstellen, um die Welt vor einer Katastrophe zu bewahren. Zugegeben die Story ist nicht außergewöhnlich aber erklärt die Namensgebung des Spieltitels.

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Die Kristalle zu finden ist eine unserer Hauptaufgaben im Spiel

Im Startgebiet laufen wir Genre-Typisch von A nach B um unsere Quests anzunehmen oder schließlich abzugeben. Dabei handelt es sich um Simple “töte dies” oder “bring mir das” Quests die sich nicht wirklich vom Einheitsbrei abheben. Wir besitzen auch immer nur eine Quest die uns im Gebiet weiterführt und die Geschichte voran treibt. Die zahlreichen Nebenquests sind zwar im Spiel enthalten, wurden aber ganz speziell verpackt. Die sogenannten Geheim-Quests werden anhand eines grünen Rufzeichens auf der Karte angezeigt. Folgt man dem Rufzeichen und interagiert damit (Gespräche mit NPC’s oder Gegenstände zum Aufheben), startet man indirekt eine neue Quest. Dabei handelt es sich aber nicht um Quests die uns quasi das Ziel aufs Auge drücken, sondern hierbei ist Lesen das Geheimwort. So gilt es nämlich gewisse NPC’s zu finden oder Monster zu töten, die nicht auf der Karte angezeigt werden und selbst, mithilfe von Hinweisen gefunden werden müssen. Dies belohnt uns dann mit Erfahrung sowie Titel und diese haben in Twin Saga eine ganz wichtige Funktion.

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Die Gebiete sind liebevoll gestaltet und laden zum erforschen ein

Die meisten Titel im Spiel belohnen uns nämlich mit permanenten Attributboni und das kann mit der Zeit sehr maßgebend sein. Daher empfiehlt es sich, alle Geheim-Quests zu machen. Ein weiterer Weg an die begehrten Titel zu gelangen, ist das belauschen von Gesprächen. Diese werden nicht auf der Karte angezeigt, sind aber bei Augenkontakt mit einem Sprechblasen-Symbol markiert. Stellt man sich nun davor, beginnen die NPC’s zu plaudern, und wenn man bis zum Ende lauscht, erhält man auch hier wieder einen bzw. zwei neue Titel. Ein Hauptziel, das man also anstreben sollte, ist das Erhalten zahlreicher Titel im Spiel.

screen5Obwohl es sich um ein MMO handelt und man eigentlich darauf bedacht ist, gemeinsam mit anderen Spielern durch die Länder zu streifen, bringt das Spiel einen kleinen Helfer in form von Senshi mit. Das sind nämlich die loyalen Diener der Göttin und diese schließen sich unserem Kampf gerne an – Sofern wir einen Senshi-Vertrag besitzen. Haben wir uns einen Senshi zum Freund gemacht, begleitet uns dieser auf Schritt und Tritt und bietet uns Unterstützung im Kampf an. Senshi-Verträge sind eines der Gegenstände, die es auch im Cash-Shop zu erwerben gibt.

Sobald man das Tutorial-Gebiet abgeschlossen hat und zum nächsten Gebiet reisen muss, entdeckt man zum ersten Mal die Weltkarte. Dabei handelt es sich nämlich nicht wie in anderen Spielen um eine Karte auf die man raufklickt, um einen Gebietswechsel durchzuführen, sondern um eine Insel, die frei begehbar ist und ala Super Mario unterschiedliche Tore zu anderen Welten bzw. Gebieten beinhaltet. Doch was soll das, fragt Ihr Euch jetzt sicher. Wieso soll ich denn noch einmal von einer Karte zur nächsten laufen? Das ist ganz einfach beantwortet denn auf der Weltkarte könnt Ihr neben der Ausübung des Berufs auch die sogenannten Schicksalsreisen erleben. Das sind kleine Abenteuer, die auf der Weltkarte stattfinden und Euch Geschichten erzählen, die sich je nach Euren Entscheidungen unterscheiden können. Auch hierbei erhaltet Ihr für jedes unterschiedliche Ende einen permanenten Attributbonus. Täglich könnt Ihr 10 Schicksalsreisen in Anspruch nehmen.

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Schicksalsreisen sind ein netter Zeitvertreib und belohnen mit Titel

Auf der Weltkarte befinden sich unterschiedliche Stellen, die Euch das Angeln, den Bergbau oder das Sammeln ermöglichen. Dabei benötigt Ihr nur das jeweilige Werkzeug und Geduld. Um Ressourcen abzubauen, müsst Ihr nämlich erst einmal gar nichts machen und könnt sogar für eine Weile weg von der Tastatur. Euer Alter Ego erledigt alles selbstständig. Seid Ihr allerdings auf die seltensten Ressourcen aus, so müsst Ihr sehr wohl vor der Tastatur sitzen und das sogar aktiv denn immer mal wieder findet Ihr etwas Seltenes und Wertvolles aber um das zu erhalten, müsst Ihr erst ein kleines Minispiel spielen. Das Minispiel ist nicht großartig und verlangt lediglich den Druck auf gewisse Tasten in vorgegebener Zeit, soll aber vermutlich davon abhalten, ständig AFK zu sein.

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Beim Sammeln von Ressourcen, gilt es manchmal ein kleines Minispiel zu absolvieren

Um aus den gewonnenen Ressourcen dann auch noch etwas vernünftiges zu machen, braucht Ihr die passende Werkbank oder einen Ofen. Weil wir nicht unhöflich sind und in fremder Küche kochen möchten, bringt unser Protagonist ein eigenes Heim mit sich und das nennt sich Karawandel. Das mobile Wohnhaus könnt Ihr jederzeit betreten und Euch so in Eurer Lounge, dem Gewächshaus oder der Werkstatt aufhalten. Bietet die Lounge das Kernstück für freundschaftliche Treffen mit sich, könnt Ihr im Gewächshaus Eure Pflanzen anbauen und daraus leckere Speisen zaubern. In der Werkstatt geht es werkend zur Sache und erlaubt Euch das Herstellen von Gegenständen wie etwa Möbel, die Ihr in der Lounge aufstellen könnt.

Neben den aus meiner Sicht besonderen Features, die bereits erwähnt wurden, besitzt das Spiel natürlich noch zahlreiche andere Features wie das Aufwerten oder Fusionieren von Ausrüstung, das Erlernen von Talenten, die Euren Charakter stärken oder das Stellarit-System, welches Euch kleine Kristalle einsetzen lässt, um zahlreiche Vorteile im Kampf zu erhalten. Auch diese lassen sich natürlich verbessern und sind ein wichtiger Faktor für das Endgame. Wobei wir hier beim schlagenden Punkt sind. Bis man im Endgame angelangt ist, dauert es natürlich ein wenig und daher ist es umso wichtiger, dass man beim Erreichen der Maximalstufe genügend andere Beschäftigungen besitzt. Neben Täglichen Quests und Dungeons ist natürlich das Aufwerten der Rüstungen und Stellariten ein wichtiger Bestandteil des Endgames und eine Vorbereitung der kommenden Raids. Gleichzeitig ist es vorteilhaft alle Titel zu finden und die unterschiedlichen Klassen zu Leveln denn auch hier gibt es wieder Attribut-Boni sowie andere Vorteile, wenn man mehr als nur eine Klasse gelevelt hat.

screen7Auch wenn Twin Saga auf den Bildern vielleicht nicht viel hermacht, so liebevoll ist die Welt dann doch wenn man erst einmal das Spiel betritt. Auch wenn die Grafik nicht zeitgemäß ist, so hat die Umgebung das gewisse Etwas und schnell freundet man sich mit dem Grafikstil an. Die Sprachausgabe ist komplett auf Japanisch. Die Texte sind Deutsch aber oft hat man das gefühlt, dass das UI nicht für längere Texte geschaffen ist. So passierte es nicht nur einmal, dass der Text abgeschnitten war und dadurch nicht mehr lesbar ist. Dies ist allerdings ein Mangel, der sich durch einen Patch einfach korrigieren lässt.

Das Spiel hat seinen Charme und die eher altmodische Aufmachung schreckt vielleicht auf den ersten Blick ab, verzaubert aber nach längerem spielen und lässt die Zeit wie im Flug vergehen.

Hier könnt Ihr Twin Saga kostenlos herunterladen

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