Blade & Soul (PC)

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Mehr als 3 Jahre hat es gedauert bis das Free2Play MMORPG Blade & Soul für den westlichen Markt veröffentlicht wurde. Ungeduldig haben viele Spieler die Stunden bis zum 15.01.2016 herunter gezählt denn da war es dann endlich soweit. Der Frühstart des sehnlichst erwarteten Martial-Arts MMORPG vom Entwickler-Team “Team Bloodlust”. Ich durfte beim Frühstart dabei sein und berichte euch ob der Hype um Blade & Soul gerechtfertigt ist.

Neben dem Spielen eines MMORPG’s gibt es eigentlich nur zwei weitere Prozesse in denen man länger verweilt. das wäre zum einen die Installation und die verbundene zeit für das downloaden der Spieldaten sowie die Erstellung des Charakters. Bei letzterem werdet Ihr vermutlich sehr viel zeit verbringen, denn die Charakter-Erstellung bietet unzählige Möglichkeiten den Charakter zu individualisieren. Ihr solltet jedoch nie die “Zufall” Funktion auswählen. Die hat nämlich zumindest bei mir für unschöne Fratzen gesorgt.

Neben dem Aussehen, stehen insgesamt 4 Völker zur Verfügung: Die Jin, welche vor allem durch ihre unstillbare Neugierde, Willensstärke sowie Klugheit hervorstechen. Die Gon, Abkömmlinge der alten Drachen, die mit ihrer enormen Stärke beeindrucken. Die kleinen Lyn, die ihre körperlichen Mängel durch ihre scharfen sinne wieder wett machen und die Yun, die mit Eleganz und Schönheit gesegnet sind und nur als weibliches Geschlecht zur Verfügung stehen. Was vermutlich vielen übel aufstoßen wird ist die Tatsache, dass nicht jede Klasse von jedem Volk gespielt werden kann. Möchte man z.B. einen Beschwörer spielen, ist man gezwungen das Volk Lyn zu wählen. Ähnlich sieht es auch bei anderen Klassen aus. Das schränkt zumindest die Völkerwahl gewaltig ein.

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Das Spiel beginnt mit einem kurzen Video welches viele Fragen aufwirft. Unser Körper treibt im Meer und strahlt mit einem bläulichen Schimmer. Wir werden entdeckt und in ein Boot gezerrt. Der Mann der uns gefunden hat erkennt das Zeichen auf unserer Kleidung. Der Hongmoon-Klan! Aber was ist der Hongmoon-Klan und warum treiben wir im Meer? Das alles erfahren wir in der nächsten Stunde welche uns die Geschehnisse des vorherigen Tages zeigt und gleichzeitig als Einführung in das Spiel dient. Das Gebiet in dem wir uns nun aufhalten – Das Himmlische Heiligtum – erklärt die Steuerung, das Benutzerinterface sowie den Kampf. Was auffällt ist die deutsch synchronisierte Sprachausgabe welche wir allerdings zukünftig nur bei Story-Quests zu hören bekommen werden. Die Einführung gibt uns außerdem einen ersten Eindruck der fantastischen Geschichte von Blade & Soul wo es um Verrat, Rache sowie Kung-Fu geht.

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Nach der Einführung befinden wir uns auf der Viridianküste, eine der 3 Regionen im Spiel. Gelbe Pfeile auf der Minimap weisen uns den Weg zur nächsten Story-Quest. Diese führt uns letztendlich zum ersten Dorf. Dort angelangt machen wir erstmals Bekanntschaft mit den Nebenquest die zukünftig durch Blaue Pfeile auf der Minimap dargestellt werden. Im späteren Spielverlauf entdecken wir auch noch Violette (Fähigkeits-Quests) sowie Rote (Fraktions-Quests) Pfeilchen. Während wir die Story fortsetzen, werden ständig neue Nebenquests freigeschaltet, deren Ziele sich meist in unmittelbarer nähe des Story-Ziels befinden. Es ist daher ratsam keine der Nebenquest auszulassen. Die Quests sind nicht sonderlich abwechslungsreich, bestehen sie zumeist aus “Töte X davon”, “Finde X hiervon” oder “Bringe Person A diesen Gegenstand”. Dass ich motiviert genug war die derzeitige Höchststufe von 45 zu erreichen, verdanke ich einzig und alleine der guten Story welche wunderschön in Szene gesetzt wurde. Nicht nur einmal habe ich mich mit offenem Mund vor dem Monitor erwischt, weil mich einige der Storywendungen total überrascht hatten. Auch das offene Ende der Geschichte verspricht eine grandiose Fortsetzung und ich kann es kaum erwarten die Story weiterzuspielen.

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Das Actionreiche Kampfsystem von Blade & Soul erinnert stark an das Kampfsystem von Tera. Die Primärangriffe befinden sich auf den Maustasten und können je nach Situation unterschiedliche Angriffe auslösen. Auch können durch richtige Anwendung der Fähigkeiten, sogenannte Combos ausgelöst werden welche noch mehr Schaden austeilen. Jede Klasse hat außerdem zumindest eine Fähigkeit um Angriffen auszuweichen oder schaden zu reduzieren. Diese ist im späteren verlauf des Spiels sowie im PvP unumgänglich und kann vor so manch schmerzhafter Situation bewahren. Um seinen Charakter und dessen Fähigkeiten zu beherrschen, bedarf es allerdings viel Übung. Fähigkeiten können außerdem verbessert werden und dadurch weitere Effekte hervorrufen.

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Wenn man sich die Ausrüstungsplätze von Blade & Soul ansieht, so wird man feststellen, dass nicht viele davon vorhanden sind. Accessoires, Gürtel, Waffe sowie Kleidung. Die Kleidung trägt jedoch eine große Rolle im Spiel. Sie ist nämlich die einzige Ausrüstung welche keine Attributswerte besitzt. Sie dient einzig und allein dem Aussehen und ist eines der Gründe Dungeons und Bosse immer und immer wieder zu bekämpfen um eines der seltenen und wunderschönen Kleidungsstücke zu erbeuten. Wo an Stoff für Männliche Kleidung zuviel verwendet wird, so wird an den Kleidungsstücken des weiblichen Pendants oftmals sehr gespart. Einige der Kleidungen repräsentieren Fraktionen und aktivieren das Open-PVP im Spiel. So gibt es im Spiel zwei Fraktionen: Der Coelinorden und die Karminlegion. Ziemlich am Anfang des Spiels kann man sich für eine der Fraktionen entscheiden. Hat man sich entschieden, erhält man die Fraktionskleidung sowie Zugang zum Fraktionschat. Außerdem kann man nun eine Gilde gründen oder einer beitreten. Wichtig hierbei ist, dass alle Mitglieder der selben Fraktion angehören müssen. Sobald man die Fraktionskleidung anzieht, ist man für PVP markiert, solange bis man die Kleidung wieder auszieht. Kleider machen Leute und das bedeutet, dass wir ziemlich bald ein volles Inventar mit unterschiedlichen ausgeh-sachen haben. Da unser Inventar aber sehr begrenzt ist, bietet sich die Mobile Garderobe an. Dort können wir mittels Tastendruck jederzeit unsere Kleidung aufbewahren oder abholen. Dieses Feature ist sehr nützlich, steht allerdings nur Premium-Mitgliedern zur Verfügung.

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Wer neben den vielen Quests auch gerne mal in einem Dungeon auf Abenteuer gehen möchte, kann das von überall aus machen. Es gibt sogar 2 möglichkeiten. Zum einen gäbe es da die Drachenstatuen. Dort kann man sein Interesse an ein Dungeon kundtun. Sobald andere Spieler ebenfalls Interesse haben, wird man benachrichtigt und kann diese in die Gruppe einladen. Neben den Drachenstatuen gibt es auch den Dungeonfinder. Wer den Dungeonfinder benutzt, wird in eine instanzierte Lobby teleportiert und kann dort insgesamt 3 Dungeons auswählen. Das System sucht nun auf mehreren Servern nach Spielern die ebenfalls eines dieser Dungeons betreten möchten. Sobald gefunden, wird man in einen Vorhof teleportiert. Neben dem eigentlichen Portal zum Dungeon, befindet sich dort noch ein Händler sowie ein NPC der die jeweilige Tagesquest des Dungeons vergibt. (Die man jedoch auch außerhalb annehmen kann). Das waren jetzt 3 Ladebildschirme für ein Dungeon das vielleicht sogar nur 5 Minuten dauert, denn jedes der Verliese ist mit einer Farbe gekennzeichnet. Weiß ist meist alleine machbar, Grün ist ziemlich einfach und kurz, Blau ist schon etwas anspruchsvoller und Violett könnte man als eigentliche Verliese bezeichnen denn diese dauern in der Regel länger als 15 Minuten.

Sehr innovativ fand ich die Idee, statt einem Need vs. Greed System, eine ganz neue Methode einzuführen. Jeder gefundene Gegenstand in einer Gruppe kann anhand einer Auktion erworben werden. Man bietet also auf die Beute solange bis keiner der Spieler ein höheres Gebot abgibt. Der höchst bietende darf sich über die Beute freuen, alle anderen teilen sich den Einsatz des Gewinners und werden dadurch ebenfalls belohnt.

Was mir weniger gefallen hat war das Handwerk. Man darf sich zwei Farm-Berufe sowie zwei Produktions-Berufe auswählen. Anschließend kann man von überall aus den Berufen nachgehen. Also zumindest starten denn so wirklich aktiv macht man gar nichts. Ähnlich wie bei Star Wars: KotoR, geben wir nur den Auftrag und müssen anschließend warten. Sobald die Zeit abgelaufen ist, können wir uns das Endprodukt liefern lassen. Irgendwann steigt man dann auch im Level auf und darf Gegenstände der nächsten Region Craften. Das Repertoire der Produktionsberufe war jedoch nicht so vielfältig.

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Zu guter letzt bleibt mir nur noch zu sagen, dass sich Blade & Soul weit entfernt von Pay2Win befindet. Bis auf einige Kostüme, kann alles andere auch Ingame erspielt werden. Der Endcontent ist zwar gering, allerdings vorhanden. Tägliche Quests, Dungeons sowie Material für das aufwerten der Ausrüstung stehen auf dem Programm. Am 10. Februar 2016 ist außerdem ein Update zur Erweiterung des Endcontents geplant.

Wir bedanken uns bei NCSOFT für das Bereitstellen der nötigen Mittel, die diesen Test ermöglichten.