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    Ohne Strom läuft nichts – wie das richtige Netzteil die Power des PCs entfesselt

    Ein Netzteil scheint vielen PC-Usern nicht ganz so wichtig, wie eine Grafikkarte oder der Prozessor. Schließlich macht sich das Netzteil nicht sofort in den Benchmarks bemerkbar – allerdings sollte hier nicht an der falschen Stelle gespart werden. Denn ein falsches Netzteil kann im schlimmsten Fall sogar zur Gefahr werden. Dieser Ratgeber verrät alles Wissenswerte rund um Schutzfunktionen, Wattzahl und Energieeffizienz. 

    Die Bauform – diese Bauformen gibt es

    Die Bauformen von Netzteilen sind genormt, so findet sich also für jedes Gehäuse den passenden Anschluss. Beim Desktop-Tower ist das in der Regel ATX (150 x 84 x 140 mm), dies ist der Standard für Gaming-PCs und größere Rigs. In kleineren Gehäusen kommt häufig SFX (125 x 63,5 x 176 mm) zum Einsatz, eine flache Alternative ist das Format TFX (125 x 63,5 x 100 mm). Informationen zum passenden Netzteil finden sich auf dem Gehäuse oder gegebenenfalls einem alten Netzteil. 

    Leistung und Performance – diese Kriterien sind beim Netzteil entscheidend

    Die elektrische Leistung in Watt ist die Schlüsselkomponente eines Netzteils, denn nur mit ausreichender Leistung kann sichergestellt werden, dass alle Komponenten genügend Strom erhalten. Dies lässt sich leider nicht pauschal angeben, da die Zusammenstellungen so unterschiedlich sind. Ein Orientierungswert kann aber errechnet werden, indem der Stromverbrauch aller Komponenten addiert wird. Wichtig: Auch das Netzteil selbst verbraucht Strom und für Übertaktungen oder nachgerüstete, stromhungrige Komponenten sollte etwas Raum nach oben einberechnet werden. Typischerweise arbeiten Netzteile für PCs mit geringerer Last mit 200-300 Watt, Gaming-PCs haben 400-600 Watt und übertaktete High-End-PCs nutzen Netzteile mit bis zu 1.000 Watt. 

    Der Wirkungsgrad eines Netzteils legt fest, wie effizient ein Netzteil im Betrieb ist. Die Logik dahinter liegt in der Umwandlung des 230 V-Wechselstroms zu 350 V-Gleichstrom und die entsprechenden Arbeitsspannungen. Weniger Wirkungsgrad bedeutet mehr Stromverbrauch bei geringer Leistung. Gute Wirkungsgrade werden mit Stickern der 80Plus-Initiative zertifiziert. Eine detaillierte Auflistung hierzu bietet Mindfactorys Netzteil-Ratgeber. Der beim Kauf zu zahlende Aufpreis rechnet sich im langjährigen Betrieb. Das ist vergleichbar mit der Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte und sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll.

    Wie viele Anschlüsse (Pin-Stecker) benötigt werden, hängt von der Zusammensetzung des PCs ab. Anspruchsvolle Komponenten wie leistungsstarke Grafikkarten besitzen meist zwei eigene 8-Pin-Anschlüsse. Entsprechend sollte vor dem Kauf eines Netzteils die Kompatibilität genau geprüft werden. Hier helfen auch teil- oder vollmodulare Kabelstränge, die bei Bedarf entfernt werden können. Das wirkt beim Blick in den PC nicht nur aufgeräumter, sondern verbessert auch die Luftzirkulation. 

    Um diese zu verbessern benötigen natürlich auch Netzteile einen Lüfter. Wichtig ist hier nicht nur die Leistung des Lüfters, sondern auch sein Aufbau. Hochwertige Gleit- oder Wälzlager sorgen für einen leisen und kühlen Betrieb, Wälzlager erlauben sogar eine positionsunabhängige Montage am Netzteil. 

    Schutzfunktionen eines Netzteils – auf diesen Schutz kommt es an

    Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten und vor Fehlfunktionen zu schützen, besitzen qualitativ hochwertige Netzteile gleich eine Reihe von Schutzfunktionen. Diese werden auf der Verpackung oder bei den Herstellerangaben oftmals mit Abkürzungen angegeben. Dazu gehören der Überspannungsschutz (OVP), der Überhitzungsschutz (OTP), der Überlastungsschutz (OLP/OPP), der Schutz vor Stromspitzen (OCP) und vor Stromstößen (SIP), der Kurzschlussschutz (SCP) und der Unterspannungsschutz (UVP). 

    Zu beachten gilt beim OCP, dass es Single- und Multi-Rail-Systeme gibt. Single-Rail-Systeme sind für übertaktete Rechner besser geeignet, da hier nicht alle Leitungen separat überwacht werden, sondern der Überspannungsschutz nur bei Gesamtüberspannung greift. Für den regulären Betrieb sind Multi-Rail-Systeme empfehlenswerter. 

    Zwischen Steckdose und Performance

    Beim Netzteil zu sparen bedeutet für Computer-User am falschen Ende zu sparen. Selbst wenn es nie zu einer Überspannung kommt und das Netzteil seine Schutzfunktionen nie für den PC einsetzen muss, rächen günstige Netzteile sich durch hohe Stromrechnungen oder aber fehlende Leistung. Rund zehn Prozent des Anschaffungspreises eines PCs kostet ein Netzteil durchschnittlich, um der Performance und Power der anderen Komponenten gerecht zu werden.

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