Review: EPOS B20 Streaming-Mikrofon

Mit dem EPOS – B20 erschien das erste eigenständige Streaming-Mikrofon des gleichnamigen Audio-Unternehmens. Dabei soll es nicht nur elegant aussehen, sondern auch viele großartige Funktionen für Streamer mitbringen. Ich durfte das Mikrofon für euch ausgiebig testen.

Ein Review für Amateure wie mich

Mit meiner eher weniger aktiven “Karriere” als Let’s Player habe ich bis dato noch nie wirklich ein Streaming Mikrofon benötigt. Das stinknormale Headset hat es bislang auch getan. Daher richtet sich dieser Test vor allem an jene Personen, die in derselben Situation sind und vielleicht den nächsten Sprung im Streaming-Bereich anstreben und ihr Equipment aufstocken möchten.

Aufbau, Umfang, Einsatzmöglichkeiten -> Kurz und Knapp:

  • Das EPOS B20 ist ein kabelgebundenes Streaming-Mikrofon in einem hochwertigen Aluminiumgehäuse.
  • Es wird mit einem USB-C auf USB-A Kabel am unteren Ende des Mikrofons angeschlossen.
  • Ein mitgeliefertes Tischstativ ermöglicht die Verwendung ohne weiteres Zubehör.
  • Das B20 kann am PC, MAC oder Playstation 4/5 verwendet werden.

Edle Verpackung, Schlichtes Design

Kommen wir zuerst einmal zur Verpackung und Verarbeitung. Das Mikrofon ist edel verpackt. Der Karton lässt sich einfach aufklappen und enthüllt das Schlichte, aber dennoch elegante B20. Neben dem Mikrofon ist ein Tischstativ, die passende Schraube, USB-Kabel sowie Anleitung enthalten. Das B20 wirkt sehr massiv und gut verarbeitet. Auf der Vorderseite befinden sich ein Regler für die Monitoring-Lautstärke sowie ein Mute-Knopf. Die Hinterseite des Mikrofons bedient sich einem Regler für die Mikrofonverstärkung und dem Wechsel der verschiedenen Richtcharakteristiken. Während der Regler der Richtcharakteristiken schöne Symbole aufweist, die deutlich die gewählte Charakteristik anzeigt, haben die Regler für Monitoring-Lautstärke und Mikrofonverstärkung keinerlei Hinweis auf die eingestellten Werte. Zudem lassen sich die Regler durchdrehen, sodass man nicht einmal ein ungefähres Feedback bekommt. Wer einen Windows-PC besitzt, bekommt immerhin von Windows eine Lautstärke Information beim Drehen des Reglers der Monitoring-Lautstärke angezeigt.

Der Mute-Button hingegen zeigt wunderschön anhand einer LED, ob das Mikrofon die Stimme abhört oder stummgeschaltet ist. Was mich allerdings sehr gestört hat, war die Tatsache, dass sich das Mikrofon ständig von selbst wieder “entmutet”, wenn man eine Software öffnet, die den Audioeingang abhört – Discord zum Beispiel. Wenn, dann möchte ich bitte selbst entscheiden, ob ich das Mikrofon weiterhin stumm geschaltet lasse oder nicht.

Das Mikrofon lässt sich sowohl am mitgelieferten Stativ als auch auf anderen Stativen problemlos schwenken

Die “On-Mic” Steuerung -> Kurz und Knapp:

  • Das EPOS B20 besitzt insgesamt 4 Knöpfe, um sich schnell und unkompliziert auf neue Umgebungen anzupassen
  • Es ist mit einem stufenlosen Drehknopf ausgestattet, um die Monitoring-Lautstärke zu verändern
  • Es besitzt einen stufenlosen Mikrofonverstärker-Drehknopf
  • Ein 4-Stufen-Drehknopf, um die Richtcharakteristik zu verändern – Niere, Stereo, Bidirektional oder Omnidirektional.
  • Ein visueller Mute-Button, welcher weiß leuchtet, wenn das Mikrofon angeschaltet ist und Rot leuchtet, wenn das Mikrofon ausgeschaltet wurde.

Viele Möglichkeiten zur Optimierung

Das mitgelieferte Tischstativ besteht lediglich aus einem massiven runden Element, welches an den Mikrofonarm geschraubt werden muss. Anschließend kann man das Mikrofon hinstellen und nach vorne bzw. hinten neigen. Das Stativ ist meiner Meinung allerdings zu niedrig, sodass ich unter dem Mikrofon ein paar Bücher stellen musste, damit es auf akzeptabler Höhe war. Hier wird man wohl nicht herumkommen, ein zusätzliches Stativ zu erwerben. Für den Anfang reicht das mitgelieferte Stativ allerdings völlig aus.

Das B20 ist mit einem integrierten 3,5-mm-Kopfhöreranschluss ausgestattet, um nicht nur die eigene Stimme, sondern auch den Mix zwischen Stimme und Gaming-Audio zu überwachen. Und das Ganze auch noch ohne Verzögerung. Hier machen sich dann auch erstmals die Lautstärke und Mikrofonverstärker Regler am Gerät bemerkbar. So kann man vor dem Streaming noch mal die richtige Mischung einstellen. Praktisch sind hier auch die Richtcharakteristiken, die es ermöglichen, die Stimme bei unterschiedlichen Szenarien perfekt einzufangen. Während die “Niere” optimal für einen Stream als Einzelperson ausgelegt ist, könnt ihr mit Stereo- bzw. Bidirektionaler Charakteristik die Stimme eures Nachbarn oder Gegenübersitzenden zusätzlich einfangen. Omnidirektional bietet sich für ganze Teams an und umfasst die Stimmen in einem 360° Winkel. Wer die “Epos Gaming Suite” Software nutzt, kann außerdem noch zusätzliche Einstellungen wie Sidetone (Lautstärke der eigenen Stimme während der Überwachung), Noise Gate (Mindestschalldruck der Stimme für die Aufnahme) und Geräuschunterdrückung vornehmen. Außerdem gibt es noch ein paar vorgegebene Presets und die Möglichkeit, eigene zu speichern.

Plug & Play mit optionaler Software die für Unruhe sorgt

Zwar benötigt ihr die “Epos Gaming Suite” für eine Aufnahme mit dem B20 nicht, die Software ermöglicht euch aber wie erwähnt, einige Einstellungen, die nicht direkt mit dem Mikrofon möglich sind. Die Kehrseite der Applikation ist hingegen die Tatsache, dass das Mikrofon als euer Wiedergabe-Standardgerät definiert sein muss, damit ihr hier überhaupt irgendeine Einstellung verändern, geschweige denn ansehen könnt. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass ihr quasi gezwungen seid, euer Audio über den am Mikrofon integrierten Kopfhörerausgang abzuhören. Ob es sich hierbei nur um einen Fehler handelt, ist nicht bekannt. Das Problem könnte EPOS aber definitiv über ein Software-Update beheben. Die Software mag zwar viele Einstellungen ermöglichen, kann euch aber auch die Qualität verschlechtern. Mit dem “Epos Gaming Suite” hatte ich zum Beispiel ein lautes Brummen während der Aufnahme. Ohne der Software, lief das Mikrofon problemlos.

Hat man mal die richtigen Einstellungen vorgenommen, darf man sich hingegen über eine glasklare Aufnahme freuen. Der Klang ist deutlich, klingt natürlich und bietet ein hohes Maß an Studioqualität. Hier merkt man den gravierenden Unterschied eines Mittelklasseheadset Mikrofons und dem ersten eigenständigen Streaming-Mikrofon B20 von EPOS. Darüber hinaus fühlt es sich natürlich auch viel professioneller an, wenn man ein Mikrofon dieser Qualität vor sich stehen hat, während man streamt oder Videos aufnimmt.

Soundtest – Headset GSP 300:

Soundtest – EPOS B20:

Fazit

Mit dem EPOS B20 wagt sich das gleichnamige Audio-Unternehmen an sein erstes eigenständiges Streaming-Mikrofon und EPOS macht hier fast alles richtig. Das elegante und hochwertige Mikrofon besitzt alle nötigen Knöpfe, um schnell wichtige Einstellungen vorzunehmen. Zwar hätte man sich hier bei einigen Drehknöpfen ein wenig mehr Feedback gewünscht, darf sich dafür aber auf eine visuelle Anzeige des “Mute”-Buttons freuen. Das mitgelieferte Tischstativ aus massivem Material könnte zwar ein wenig höher sein, reicht aber für den Einstieg in den Streamingbereich. Plug & Play ermöglicht das sofortige Verwenden des Mikrofons. Wer die Software benutzen möchte, muss sich ein wenig einarbeiten, wird dafür aber mit einer glasklaren und professionellen Aufnahme in Studioqualität belohnt. Bis auf ein paar Kleinigkeiten überzeugt das EPOS B20 mit Aussehen, Handhabung und Qualität. Wer gerne etwas mehr ausgibt, dafür aber mit Qualität belohnt werden möchte, macht mit dem EPOS B20 definitiv nichts falsch.

Das Produkt wurde uns für unsere Rezession vom Hersteller zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung.

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