More

    Spieletest: Animal Crossing: New Horizons

    Sieben Jahre mussten Animal Crossing Fans auf einen neuen Teil der beliebten Serie warten. Nun darf man in Animal Crossing: New Horizons auf seine eigene Insel einziehen. Warum die tierische Lebenssimulation so beliebt ist, verraten wir in unserem Test zu Spiel.

    Das Phänomen Animal Crossing

    Animal Crossing, alle sprechen davon aber was ist das eigentlich? Angefangen hat alles im Jahr 2001 auf dem Nintendo 64. Obwohl es das Original Spiel zwar nie in den Westen geschafft hat, durfte man sich zumindest im Jahr 2004 auf einen aufpolierten Gamecube Port freuen. So richtig publik wurde das Spiel aber erst im Jahr 2005 mit der Fortsetzung namens Animal Crossing: Wild World, welches sich für den Nintendo DS 12 Millionen Mal verkaufte. Danach folgten noch weitere erfolgreiche Teile und Ableger und mit Animal Crossing: New Horizons erscheint erstmals nach 7 Jahren ein neuer Teil der Hauptserie für Nintendo Switch.

    Aber um was geht es eigentlich in diesen Spielen? Animal Crossing reiht sich in das Genre “Lebens-Simulation” ein. Bedeutet: Ihr macht im Spiel einfach das, was ihr möchtet. Dabei ändert sich das Setting bei jedem Spiel ein wenig. Im neuesten Ableger dürft ihr auf eine einsame Insel ziehen, dort euer eigenes Haus bauen, euch mit den Nachbarn anfreunden und täglichen Aufgaben nachgehen. Welche das sind, entscheidet ihr, denn schließlich ist das euer virtuelles Leben!

    Das eigene Inselleben

    Alles beginnt damit, dass man sich nicht nur sein Alter Ego zusammenstellt, sondern auch aus einer von vier Inseln wählen muss. Hat man beides getan, startet die Reise und das neue entspannte Leben beginnt. Doch schnell wird klar, dass das noch nicht so entspannend ist, wie man sich das eigentlich gewünscht hätte. Denn zuerst muss man sich ein Plätzchen für sein eigenes Zelt aussuchen. Ist dies getan, hilft man den beiden Nachbarn ebenfalls, ein Plätzchen zu finden. Auch danach wird es nicht entspannter, denn für die Einweihungsparty heißt es Äste sammeln. Diese liegen auf der Insel verstreut und können in der virtuellen Tasche verstaut werden. Sind die Äste dem eigentlichen Besitzer der Insel – Tom Nook – abgegeben worden, darf man sich auf eine kleine Feier freuen, um anschließend den ersten Tag ausklingen zu lassen. Doch dies sollte erst der Anfang eines schönen aber teils mit viel Arbeit verbundenen neuen Lebens sein.

    Selbst ist der Einwohner

    Am nächsten Tag lernen wir nicht nur unser neues Zuhause kennen, sondern auch all jenes, was es dort zu tun gibt und das ist nicht unbedingt wenig. Die Insel strotzt nur so von Leben. Ganz gleich ob Insekten, Fische oder Pflanzen, auf der neuen Insel gibt es viel zu entdecken und schnell wird klar, dass man für viele Aktivitäten wie beispielsweise dem Angeln oder Holzhacken ein bestimmtes Werkzeug benötigt. Glücklicherweise zeigt uns Tom Nook wie man sich kurzerhand etwas zusammen bastelt. In einem kleinen Tutorial erhalten wir so auch gleich unser erstes Werkzeug: Die Angel!

    Anhand von Bastelanleitungen, könnt ihr verschiedene Gegenstände herstellen

    Damit ausgerüstet, stürmen wir zum Meer, um unsere ersten Angelversuche durchzuführen und nach einem kurzen Abchecken der doch recht einfachen Angel Mechanik, fangen wir auch schon unseren ersten Fisch. Das machen wir so lange bis plötzlich unsere Angel vor unseren Augen zu Staub zerfällt. Ohh nein :/ – glücklicherweise hat uns Tom Nook aber gezeigt, wie man sich eine Neue bastelt und mit einem Blick auf unsere Bastelanleitung wird schnell klar, dass wir dafür lediglich 5 Äste benötigen. Wie wir bereits am ersten Abend herausgefunden haben, liegen diese glücklicherweise überall verstreut und so machen wir uns auf die Suche. Kurz darauf haben wir alle Äste zusammen und basteln uns eine neue Angel. Nach und nach erhalten wir neue Anleitungen und erweitern so unser Repertoire an Werkzeugen. Etwa eine Axt um Bäume zu fällen und dadurch Holz zu gewinnen. Eine Schaufel um auf Felsen zu schlagen damit wir Steine und Erz erhalten oder ein Fangnetz, um Insekten zu fangen. Werkzeuge ermöglichen uns eine Vielzahl an Aktivitäten, um neue Gegenstände zu sammeln, aber was macht man mit all dem Zeug?

    Ich bau es so, wie es mir gefällt

    Nicht nur wir haben die Insel besiedelt, sondern auch Tom Nook und seine beiden Helfer sind hier zuhause. Diese bieten unterschiedliche Dienste an, wie zum Beispiel einen kleinen Laden in dem wir nicht nur täglich unterschiedliche Waren kaufen können, sondern unser schwer verdientes Hab und Gut auch loswerden. Für so gut wie alles – auch Unkraut – werden wir mit sogenannten Sternies entlohnt, die es uns ermöglichen im Laden etwas zu kaufen. Dort gibt es nämlich unter anderem Dinge, die es sonst kaum zu finden gibt. Gemeint sind damit nämlich allerlei Einrichtungsgegenstände, die dafür verwendet werden, um entweder die Insel oder unser Eigenheim zu verschönern. Ganz gleich ob ein neuer Kleiderschrank, eine neue Tapete oder Fußboden. Es gibt fast keine Grenzen, um sein neues Zuhause so zu gestalten, wie man es möchte. Natürlich finden wir hie und da mal neue Bastelanleitungen, um selbst Möbel herzustellen Die Anleitungen finden sich zum Beispiel in einer gefundenen Flaschenpost, in einem Geschenk oder durch das interagieren mit den Nachbarn. So erweitert man stetig sein Bastelwissen und erhält so immer mehr Möglichkeiten, neues zu kreieren.

    Aber nicht nur seine Umgebung kann man nach seinen Wünschen anpassen, sondern auch sein Alter Ego darf man nach Herzenslust bekleiden. Kappe, Hose, Hemd, Schuhe und sogar die Socken dürfen gewählt werden – vorausgesetzt ihr besitzt neue Kleidungsstücke, die es ebenfalls zu finden oder zu kaufen gibt. Die kreativsten Köpfe können sich sogar eigene Designs herstellen und diese anschließend mit anderen Spielern teilen. Habt ihr mehr als nur ein Hemd? Hängt es an die Wand in eurem Haus oder schenkt es einem Nachbarn und seht zu, wie er es möglicherweise selbst trägt. Die Welt ist lebendig und interaktiv – das gefällt!

    Kleine Insel, viele Möglichkeiten

    Die eigene Insel hat viel zu bieten und ganz gleich, was ihr dort tut – ihr werdet belohnt. Nicht nur mit möglichen Gegenständen, die ihr aufhebt, sondern auch mit sogenannten Meilen. Meilen sind eine weitere Währung neben den Sternies, die ihr allerdings nur für den Meilenshop verwenden könnt. Dort dürft ihr euch etwa nützliche Dinge wie eine Vergrößerung eurer Tasche kaufen oder Meilentickets für das Bereisen mysteriöser Inseln. Meilen gibt es für nahezu alles, was ihr tut. Verkaufen von Unkraut, angeln von Fischen, sprechen mit Nachbarn oder gar das Pflanzen neuer Bäume. Das Meilenprogramm kann außerdem als eine Art Trophäen-System angesehen werden, sind dort gleichzeitig eure Meilensteine verzeichnet. Das Meilen-System ist ein nettes neue Feature, welches dazu motiviert, bestimmte Tätigkeiten auf der Insel auszuführen. Gleichzeitig belohnt es fleißige Spieler. Irgendwann kommt allerdings der Zeitpunkt, an dem man mit seinen Meilen nur noch wenig Neues kaufen kann.

    Mit dem Meilenprogramm, habt ihr immer kleine Aufgaben zu bewältigen

    Sammeln, bauen, mit Nachbarn sprechen. Das hört sich zwar gut an aber seien wir mal ehrlich. Das wird doch mit der Zeit eintönig. Genau darum läuft Animal Crossing ein wenig anders ab als manch anderes Spiel, denn die Simulation verwendet das gleiche Zeitsystem wie in der realen Welt. Haben wir den 01. März, so ist auch in Animal Crossing der erste März angebrochen. Das selbe gilt auch für die Uhrzeit. Spielen wir in der Nacht, so erkunden wir auch in der Nacht unsere Insel. Das Spiel bedient sich also der Systemzeit eurer Switch. Aber wieso ist das so wichtig? Ganz einfach: Jeder Tag im Spiel ist quasi einzigartig und man kann damit rechnen, dass man immer etwas Neues entdeckt. Neue Nachbarn ziehen ein, euer Haus wird vergrößert, neue Läden werden gebaut oder ein Museum eröffnet um jegliches Lebewesen oder Fossil mit eurer Hilfe zu Katalogisieren. Das Konzept wirkt und lässt dabei viel Vorfreude auf die weiteren Tage aufkommen. Hinzu kommt, dass die Insel jedes einzelnen Spielers einzigartig ist und bis auf ein paar vorgegebenen Ereignissen, auch dort alles zufällig passiert.

    Gemeinsam ist nicht immer gut

    Was auf den Inseln der Spieler passiert, könnt ihr sogar miterleben – dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen könnt ihr Besucher empfangen und einladen auf eure Insel zu kommen. Erlaubt sind lediglich Spieler aus eurer Freundesliste oder Besitzer eines temporären Dodo-Code, den ihr mit anderen teilen könnt. Auch ihr könnt zu anderen Inseln reisen aber ebenfalls nur mit oben genannten Kriterien. Ganz gleich ob man zu jemanden reist oder selbst Besucher bekommt, die gemeinsamen Aktivitäten sind sehr begrenzt. Ein wenig chatten, sein Hab und Gut präsentieren und die Insel unsicher machen sind nahezu alle Möglichkeiten, die ihr habt. Auch das Schenken von Gegenständen unterliegt bestimmten Einschränkungen. Fische, Insekten und Fossilien könnt ihr beispielsweise nicht verschenken. Das liegt aber vermutlich daran, dass Nintendo möchte, dass ihr selbst jedes einzelne Lebewesen entdeckt.

    Animal Crossing lässt sich auch gemeinsam spielen, wenngleich auch die Möglichkeiten sehr beschränkt sind.

    Noch schlimmer wird es aber, wenn ihr gemeinsam auf einer Konsole spielt. Wer nämlich glaubt, er könne auf derselben Konsole mit einem anderen Spielerkonto eine eigene Insel besitzen, der täuscht. Alle weiteren Spieler ziehen lediglich auf dieselbe Insel des ersten Spielers und fungieren dort als Nachbarn. Außerdem zählt hier die Weisheit “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” – denn sind alle Bäume gefällt, alle Steine geplündert, so ist dies auch für alle anderen Spieler der Fall. Die Ressourcen der Insel werden mit den anderen Spielern geteilt und so ist es für weitere Spieler eher eine Tortur als ein gemütlicher Inselaufenthalt. Wer seine eigene Insel besitzen möchte, muss eine weitere Konsole inklusive Spiel besitzen. Ob Nintendo sich um dieses Problem in einem Update kümmert, ist unbekannt.

    Fakten

    Name: Animal Crossing: New Horizons
    Genre: Lebens-Simulation
    Entwickler: Nintendo
    Publisher: Nintendo
    Plattform: Switch
    Releasedatum: 20. März 2020
    Getestet auf: Switch
      Bei Amazon kaufen

    Medien

    Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

    Werbung

    FAZIT

    Nach 7 Jahren ist Animal Crossing endlich wieder zurück und präsentiert sich mit einem neuen Insel-Setting besser denn je. Die eigene Insel bietet mehr Abwechslung als je zuvor und mit den neuen Bastelanleitungen habt ihr viele Möglichkeiten, eure Insel nach euren Wünschen zu gestalten. Gleichzeitig werdet ihr durch sämtliche Aktivitäten mit sogenannten Meilen belohnt, was selbst zu repetitiven Tätigkeiten motiviert. Dafür dürft ihr euch mit der hart verdienten Währung allerlei Annehmlichkeiten kaufen. Animal Crossing: New Horizons bietet viel zu entdecken und jeden Tag kommt etwas Neues hinzu. Noch nie war es schöner, auf einer einsamen Insel zu hausen und gerade jetzt in Krisenzeiten wie diesen, sind wir alle reif für die Insel!
    Gameplay
    9.1
    Inhalt
    8.8
    Präsentation
    9.3

    Aktuelle Beiträge

    Playstation Adventskalender gestartet – Eigene Trophäen erhöhen Gewinnchance

    Auch dieses Jahr bietet Sony mit einem Playstation Adventskalender vielen Spielern die Möglichkeit, tolle Preise abzustauben. Dieses Jahr läuft das ganze ein wenig anders...

    VR-Modus für Microsoft Flight Simulator erscheint rechtzeitig vor Weihnachten

    Wie Microsoft bekannt gab, erscheint der VR-Modus für Microsoft Flight Simulator am 23. Dezember. Entwickler Asobo Studio gibt außerdem bekannt, dass der VR-Modus für...

    Doom Eternal ab 03. Dezember im Xbox Game Pass für PC

    Während Doom Eternal bereits im Xbox Game Pass enthalten ist, das allerdings bislang exklusiv für Xbox One Spieler, dürfen sich ab 03. Dezember nun...

    Playstation Now: 6 Neue Spiele im Dezember

    Ab sofort dürfen sich Playstation Now Mitglieder über 6 neue Titel freuen. Diese lauten wie folgt Horizon Zero Dawn Stranded Deep Broforce Wreckfest: Drive Hard. Die Last. The Surge...

    Das große Adventsgewinnspiel 2020 – #1

    Auch dieses Jahr haben wir wieder ein großartiges Adventsgewinnspiel für euch. Es warten aufregende Preise - Mitmachen lohnt sich!   Das gibt es zu gewinnen: Heute gibt...

    Releaseliste – Dezember 2020

    Ihr wollt wissen welche Spiele im Dezember 2020 erscheinen? Ganz gleich ob PC, Playstation 4, Xbox One oder Switch - Wir verraten es euch...