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    Spieletest: Assassin’s Creed Valhalla

    Mit Assassin’s Creed Valhalla veröffentlicht Ubisoft den zwölften Teil der Serie. Als Wikinger darf man diesmal nicht nur Norwegen, sondern auch England bereisen und unsicher machen. Ob Assassin’s Creed nach 13 Jahren immer noch Abwechslung bietet und ob es diesmal wieder mehr mit Assassinen zu tun hat, verraten wir euch in unserem Review zum Spiel.

    Als Wikinger durch England

    Die Geschichte von Assassin’s Creed Valhalla führt uns diesmal in die heptarchischen Staaten von England. Als Wikinger sind wir gezwungen, Norwegen zu verlassen und mit dem Stamm in England ein neues Leben zu gründen. Als weibliche oder männlicher Eivor machen wir uns gemeinsam mit dem gut befreundeten Jarl namens Sigurd auf den Weg, Bündnisse in ganz England zu schließen. Dass hier nicht alles so klappt, wie man sich das gerne vorstellt, war abzusehen und so baut sich die Geschichte von Assassin’s Creed Valhalla langsam auf. Und ich meine sehr langsam…, denn erst nach rund 30 Stunden Spielzeit nimmt die Geschichte ein wenig Fahrt auf. Bis dahin fühlt sie sich eher sehr nebensächlich an. Dafür bekommt man aber zahlreiche “WTF”-Momente spendiert.

    Alt Formel, wenig Assassin’s Creed

    Die Formel des Spiels hat sich auch in Assassin’s Creed Valhalla kaum verändert. Nach wie vor erklimmt man Mauern oder Berge, greift aus dem Hinterhalt mit seiner Assassinenklinge an oder stürmt drauf los und konfrontiert sein Gegenüber im direkten Kampf. Abseits davon erforscht man die offene Welt, findet Geheimnisse und schreitet in der Geschichte voran. Hier darf man keine großen Veränderungen erwarten, aber dennoch hat Ubisoft einige Neuigkeiten eingebaut, die das Spiel an manchen Stellen verbessern, aber auch verschlechtern. Was seit den letzten beiden Teilen schon stark am Image des Spiels gelitten hat, wird diesmal nicht besser gemacht, denn auch diesmal kommen Assassinen im Spiel so gut wie gar nicht vor und einmal mehr wird einem klar, dass das Spiel nur noch den Namen Assassin’s Creed trägt, weil er einfach bekannt ist und man damit viel machen kann. Schade! Ich hätte mir erhofft, dass es wieder in Richtung der ersten Teile der Serie geht.

    Keine Nebenquests aber dafür Welt-Ereignisse

    Kommen wir erst mal zu den zwei wesentlichen Änderungen. Nebenquests wurden gänzlich aus dem Spiel entfernt. Es wartet nun keine tausend Fragezeichen auf der Karte darauf, erforscht zu werden. Dies hat man mit sogenannten Rätseln, Reichtümern und Artefakten ersetzt. Auf jedem Kartenbereich gibt es eine bestimmte Anzahl der drei Kategorien zu entdecken. Reichtümer sind, wie der Name schon sagt, wertvolle Gegenstände wie etwa seltene Rohstoffe oder neue Ausrüstung. Artefakte sind seltene Gegenstände, die manchmal auch zu größeren Sammlungen dazu gehören. Dazu zählen römische Masken, die ihr gegen Gegenstände eintauschen könnt, seltene Abschnitte, die Rätsel beherbergen oder anderes.

    Die Weltkarte bietet wieder reichlich optionale Aktivitäten

    Zuletzt gibt es noch die sogenannten Rätsel. Dabei handelt es sich um den Ersatz von Nebenquests. Findet ihr ein “Rätsel” bzw. ein Weltereignis, so müsst ihr eine kleine Aufgabe lösen. Dabei lässt sich diese immer an Ort und Stelle lösen und erspart euch das nervige Hin und Her laufen. Mal müsst ihr einfach nur ein legendäres Tier in einem Zweikampf besiegen, mal müsst ihr einem Jungen den nahe gelegenen Honig bringen, damit er diesen an seinen besten Freund, nämlichen einem Bären, verfüttern kann. Die Rätsel sind mitunter das beste, was Ubisoft hätte machen können, denn so fühlt sich die Welt extrem lebendig an und die kleinen Geschichten motivieren dazu, gefunden und abgeschlossen zu werden.

    Keine Charakterstufe aber großartige Progression

    Die nächste große Veränderung ist die Progression des Charakters. Anders als bei den Vorgängern besitzt Eivor keine Erfahrungsstufe mehr, sondern wir nur noch anhand von Fähigkeitspunkten stärker. Hat man genügend Erfahrung gesammelt, erhält man zwei Fähigkeitspunkte. Diese können dann in einem Baum mit drei Abzweigungen eingesetzt werden. Nahkampf, Fernkampf, Schleichen. Dabei bringt jeder Punkt entweder eine Verbesserung von Werten wie etwa Gesundheit, Angriff oder Abwehr, oder man erlernt neue Fähigkeiten, die das Kampfgeschehen erleichtern.

    Ganz egal worin man seine Punkte investiert, mit jeder neuen Verbesserung steigt die Stärke der Figur. Diese fungiert fortan als Indikator, um herauszufinden, ob ein Gebiet bzw. Gegner zu stark ist. Das neue Level-System ist gut umgesetzt und die unzähligen Fähigkeiten erlauben es, seinen eigenen Spielstil zu wählen und Punkte darin zu investieren. Schön ist auch, dass jedes “LevelUp” dieselbe Menge an Erfahrungspunkten benötigt. So wird man ohne lange Pause immer mal wieder mit neuen Fähigkeiten belohnt.

    Die Charakterstufen fallen weg. Stattdessen gibt es nun einen Fähigkeitsbaum und Stärke Indikator

    Anders als die passiven Fähigkeiten sind die sogenannten Fertigkeiten. Dabei handelt es sich um die manuell auslösbaren Skills. Diese unterscheiden sich zwischen Fernkampf und Nahkampf. Für jede Kategorie darf man gleichzeitig 4 Fertigkeiten auswählen, die mit den Schultertasten während dem Kampfgeschehen aktiviert werden können. Brennende Pfeile oder Wurfgeschosse sind nur eine kleine Auswahl davon, was ihr erlernen könnt. Doch Fertigkeiten bekommt ihr nicht automatisch, sondern müsst ihr mithilfe sogenannter Fertigkeitsbücher erst erlernen. Das ist aber optional und rein theoretisch ist es möglich, das Spiel abzuschließen, ohne jemals so eine Fertigkeit zu Gesicht bekommen zu haben. Leider erfährt man das auch nicht vom Spiel und wer gänzlich auf Nebenaktivitäten und dem Aufsuchen von Reichtümern spielt, wird nicht einmal wissen, dass Fertigkeiten überhaupt existieren. Das hätte Ubisoft zumindest mit einem Hinweis besser lösen können.

    Einzigartige Waffen für den ganz persönlichen Spielstil

    Neben Fertigkeiten und Fähigkeiten gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Eivor zu verbessern. Mit neuer Ausrüstung und Waffen lassen sich Gegner einfacher besiegen und ihr haltet mehr Schläge aus. Jedes Ausrüstungsstück und jede Waffe ist einzigartig. Ausrüstung unterteilt sich in unterschiedliche Set Gegenstände, die einen Bonus gewähren, je nach ausgerüsteter Anzahl desselben Sets und bietet Platz für sogenannte Runen. Runen verbessern gezielte Attribute und umso stärker euer Ausrüstungsgegenstand ist, umso mehr Runen lassen sich einsetzen.

    Zusätzlich zu den fünf Ausrüstungsplätzen gibt es noch einen Bogenplatz sowie zwei Waffenslots für die linke sowie rechte Hand. Neben Handaxt, Hammer, Flegel und Speer stehen auch noch Schild und andere Waffen zur Auswahl. Ganz neu hingegen ist das Führen von zwei Waffen oder gar zwei Schilden. Das erlaubt eine Vielzahl an Möglichkeiten, seinen eigenen Spielstil zu finden. Mit Ressourcen können Ausrüstung und Waffen zudem verbessert werden, damit diese noch mehr schützen bzw. schmerzen verursachen.

    Siedlungen sind zurück und besser denn je

    Was nach Assassin’s Creed Black Flag gefehlt hat, kommt mit Valhalla erneut ins Spiel. Die eigene Siedlung bzw. das eigene Dorf. Als Wikinger müsst ihr nämlich mit eurem Stamm in England eine neue Heimat aufbauen. Jede Erweiterung bringt Eivor reichlich Vorteile oder erweitert euer Spiel. Mit einer Angelhütte bekommt ihr nicht nur eine Angel, die euch das Fischen ermöglicht, sondern könnt eure hart gefangenen Fische auch gegen nützliche Gegenstände eintauschen. Eine Jagdhütte bietet euch im Austausch gegen Tier Ressourcen ebenfalls neue Gegenstände an. Mit einer Werft dürft ihr euer Wikinger-Schiff visuell anpassen.

    Der Schmied verbessert mit den kostbaren Reichtümern – die ihr im Spiel finden könnt – eure Waffen und Ausrüstungsgegenstände, damit diese noch stärker werden. Neben neuen Gebäuden schaltet ihr auch einzigartige Aufgaben frei, die euch mitunter sogar in neue, optionale Regionen führen. Hier hat Ubisoft das Siedlungsfeature aus Black Flag eine ordentliche Politur verpasst und es macht mehr Spaß denn je, seine eigene Siedlung wachsen zu sehen.

    Damit ihr eure Siedlung überhaupt erst aufbauen könnt, benötigt es Rohmaterialien und Vorräte. Diese bekommt ihr nur durch Raubzüge anderer Siedlungen. Mit eurem Wikingerschiff und eurer Mannschaft könnt ihr markierte Dörfer plündern und brandschatzen. Die dort erbeuteten Ressourcen lassen sich dann für das verbessern der eigenen Siedlung einsetzen. Die Raubzüge sind relativ unspektakulär und schnell vorbei. Auch fehlt es hier an Herausforderung, denn man kämpft hier lediglich gegen Gegner, die man so auch im Spiel findet. Am ende wartet kein einzigartiger Gegner, der euch mit allen Mitteln daran hindern möchte, das Dorf zu plündern. Wieso eigentlich nicht? Das hätte die Raubzüge wesentlich spannender gestaltet.

    Atemberaubendes England

    Ubisoft ist es mit Assassin’s Creed Valhalla erneut gelungen, eine gewaltige Authentizität in die Spielwelt einfließen zu lassen. Alte Ruinen, blumige Felder und wunderschöne Dörfer und Städte wandern über die Bildschirmfläche und zeigen wieder mal, wie großartig Ubisoft historische Gebäude und Landschaften umsetzen kann. Hier fühlt man sich wohl, hier wirkt alles so echt und jeder einzelne Winkel im Spiel will erforscht werden, um weitere großartige Szenarien zu entdecken. Die großartige Sprachausgabe und die musikalische Untermalung setzt noch mal die Kirsche auf das Sahnehäubchen. Die großartige Weitsicht und der fotorealistische Himmel animieren dazu, einfach mal entspannt den Sonnenuntergang zu beobachten und mit dem integrierten Foto-Modus ein paar tolle Schnappschüsse zu machen. Noch nie sah England in einem Videospiel so gut aus!

    Fazit

    Neues Setting, alte Formel. Mit Assassin’s Creed Valhalla bleibt man dem Spielprinzip von Origins und Odyssey treu. Eine gewaltige weitläufige und wunderschöne offene Welt, die zum erforschen einlädt und jede menge Aktivitäten nebst der Hauptgeschichte beinhaltet. Nebenmissionen wurden gänzlich gestrichen und durch Weltereignissen ersetzt. Ein tolles Feature, welches spannende Kurzgeschichten erzählt und stets im Umkreis abschließbar bleibt. Die neuen Fähigkeiten auf Kosten von Charakterlevel bringen neuen Wind in das Spiel und lassen so ein regelmäßiges Gefühl von neuer Stärke aufkommen. Leider hat auch dieser Teil relativ wenig mit Assassinen zu tun und auch die Story kommt erst nach rund 30 Stunden Spielzeit in Fahrt. Dafür bekommt man mit Assassin’s Creed Valhalla allerdings ein tolles Gesamtpaket mit unzähligen Stunden voller Abenteuer und Aufgaben.

    Fakten

    Name: Assassin’s Creed Valhalla
    Genre: Action/Adventure
    Entwickler: Ubisoft
    Publisher: Ubisoft
    Plattform: PS4 | PS5 | XONE | XSX | PC
    Releasedatum: 10. November 2020
    Getestet auf: Playstation 5
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    Medien

    Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

     

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    Gameplay
    8.7
    Inhalt
    9.2
    Präsentation
    8.8

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