Spieletest: Dark Souls Remastered

0

Dass die Nintendo Switch sich auch vermehrt an erwachsene Spieler richtet, haben bereits Spiele wie Resident Evil Revelations und Outlast gezeigt. Mit Dark Souls Remastered geht man nun noch einen Schritt weiter und stellt die Spieler auf die Probe. Wieso bei dem bockschweren Spiel sicherlich nicht nur eine Switch das zeitliche segnet, erfahrt Ihr in unserem Test zum Spiel.

Frust im neuen Gewand

Bei Dark Souls handelt es sich nicht um eine Neuheit am Gaming-Markt, hat das Spiel bereits 2011 auf Playstation 3 und Xbox 360 sein Debüt gefeiert. Seitdem sind zwei weitere Teile der Serie veröffentlicht worden und im Mai 2018 erschien ein Remaster zu Dark Souls für Playstation 4, Xbox One und PC. Jetzt, Monate später dürfen sich auch Nintendo Switch Spieler über das Remaster, verbesserter Grafik und den ständigen Begleiter von Freude und Verzweiflung freuen, denn Dark Souls setzt vor allem auf eins: Einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad, der einem keine Fehler verzeiht.

Verfluchtes Spiel mit dem Tod

Das Spiel führt Euch in das Königreich Lordran, welches vom Fluch der Untoten heimgesucht wird. Die Aufgabe des Spielers besteht darin, die Ursache des Fluchs herauszufinden, um diesen letztendlich zu brechen. Weil der Fluch aber fast alle Menschen in aggressive Wesen verwandelt hat, stellt sich diese Aufgabe schwieriger heraus als gedacht und auch Entwickler From Software ist nicht gerade für sein “gnädiges”-Spielprinzip bekannt.

Der Asyl-Wächter ist einer der ersten Bosse im Spiel

Gestartet wird im Asyl der Untoten. In einer Zelle gefangen, wartet unser Protagonist auf das Zeitliche, doch irgendjemand möchte das wohl nicht und so eilt uns ein Fremder zur Hilfe und versorgt uns mit einem Zellenschlüssel. So schnell wie der Fremde aufgetaucht ist, so schnell ist er auch wieder auf und davon und übrig bleiben nur noch kleine leuchtende Notizen die mir die Steuerung des Spiels erklären. Ich wandere also die schmalen Kerker-Gänge entlang und treffe auf stupide abgemagerte zombie-artige Kreaturen. Um das Kampfsystem zu erlernen, bieten sich diese gezwungenermaßen als Übungspuppen an und so lerne ich kurzerhand den Umgang mit Waffe und Schild. Zur Auswahl steht ein leichter sowie fester Schlag. Zusätzlich kann mit Tastendruck geblockt und ausgewichen werden. Schon bald erreiche ich einen größeren Korridor mit einem Leuchtfeuer. Dieses dient fortan als “Checkpoint” und Rast-Station für meine Reise, hat aber einen gewaltigen Nachteil, denn wann immer ich hier raste, werden auch bereits besiegte “normale” Feinde wieder zurück in die Welt von Lordran gerufen und kreuzen erneut meine Wege der bereits besuchten Gebiete.

Mist, Verdammt, Juhu!

Nachdem ich nun also das Leuchtfeuer aktiviert habe, nehme ich den Korridor genauer unter die Lupe und entdecke eine gewaltige Tür. Dahinter verbirgt sich auch bereits der erste Boss, gegen den ich derzeit keine Chance hätte und daher ist Flucht die einzige Alternative. Im nächsten Gang weiter, geht es durch aggressive Skelette die mir im Nahkampf sowie Fernkampf ordentlich einheizen. Besser wird es danach aber nicht denn kurz darauf kommt mir ein gewaltiger, rollender Felsen entgegen. Das erinnert dabei schon sehr stark an die zahlreichen Fallen, mit denen es seinerzeit bereits Indiana Jones zu tun hatte. Mit neuer Waffe und Schild ausgestattet, führt mich mein Weg letztendlich zurück zum gigantischen Boss, der besiegt werden möchte.

Das Leuchtfeuer dient als Checkpoint, belebt jedoch auch alle bisher besiegten Kreaturen

Mit gestärktem Selbstbewusstsein laufe ich Richtung Monster und schlage mit meinem Schwert zu. Der Lebensbalken der Kreatur leer sich nur marginal, während meiner bereits nach einem Schlag fast nicht mehr zu erkennen ist. Weil ich zu spät reagierte, schlägt mich die Kreatur zu Brei und ich starte erneut beim letzten Leuchtfeuer. Doch diese Niederlage spornt mich nur weiter an und dennoch blicke ich nur Minuten später erneut auf das Leuchtfeuer. Unzählige Versuche später gelingt es mir, den Lebensbalken der gewaltigen Kreatur auf ein minimum zu reduzieren und mein Herz beginnt zu pochen. “Jetzt nur keinen Fehler machen” hallt es durch meinen Kopf und tatsächlich liegt der Asyl-Wächter kurz darauf regungslos am Boden. Nach viel Frust und Verzweiflung überschüttet mich mein Körper nun mit Glücksgefühlen, nur um schlussendlich das “Tutorial” und damit den einfachsten Boss hinter mich zu lassen. Willkommen in Dark Souls!

Stetig ansteigender Schwierigkeitsgrad

In Lordran angekommen wird es nicht einfacher, denn ab jetzt führt nicht nur ein geradliniger Weg zum nächsten Boss, sondern viele Abzweigungen verlangen von Euch, selbst herauszufinden wo es lang geht. Das wäre ja an und für sich gar nicht so schlimm, aber da das Spiel ohnehin schon extrem schwierig ist, ist man sich eigentlich nie so wirklich sicher, ob man gerade den richtigen Weg genommen hat und nicht jenen, der vielleicht erst nach 20 Spielstunden zu beschreiten gewesen wäre. Dadurch dass die Schwierigkeitsstufe jedoch immer ansteigt, muss auch Euer Charakter stärker werden. Das gelingt nicht nur durch das Auffinden von neuen, besseren Waffen und Rüstung, sondern auch durch das Verbessern Eurer Attribute. Egal ob Stärke, Beweglichkeit oder Kondition, für eine weitere Stufe benötigt Ihr Seelen und diese erhaltet Ihr nur durch das Eliminieren der unzähligen Kreaturen.

Kommt Ihr mal nicht weiter, könnt Ihr die Hilfe von NPC’s und Spieler in Anspruch nehmen

Das ganze hat aber einen gewaltigen Haken, denn nur am Leuchtfeuer könnt Ihr Eure Attribute verbessern. Segnet Ihr das Zeitliche auf den Weg dorthin, verliert Ihr alle Seelen die Ihr gerade mich Euch herumtragt und könnt diese nur dann zurückerlangen, wenn ihr ohne erneutes ableben, euren alten Körper findet. Ansonsten sind die Seelen und somit Euer Fortschritt für immer verloren. Wie ihr aber längst wisst, werden die Kreaturen beim rasten am Leuchtfeuer (und daher auch beim Verbessern der Attribute) wiedererweckt. Ihr müsst also selbst entscheiden, was Euch im Moment wichtiger ist. Lieber 1-2 Level steigen und erneut alle Kreaturen am Weg bekämpfen oder doch lieber versuchen das nächste Leuchtfeuer zu entdecken, aber der Gefahr laufen, währenddessen überrascht zu werden und alle Seelen zu verlieren. Hilfreich sind hierbei jedoch die unzähligen Abkürzungen, welche Ihr freilegen könnt. Das könnte eine Leiter sein, die Ihr von einer Anhöhe herunter stößt oder eine Tür die Ihr von der anderen Seite entriegelt. Meist führen solche Abkürzungen zu einem bereits besuchten Leuchtfeuer und machen Euch damit das Leben sehr viel einfacher.

Gemeinsam ins Verderben!

Wer alleine nicht weiter kommt, darf sich zumindest temporär die Hilfe anderer Spieler zunutze machen. Diese können nämlich bei Wunsch Eurem Spiel beitreten und Euch solange helfen bis entweder Ihr, der helfende Spieler oder ein Boss das zeitliche segnet. Wer anderen Spielern das Leben noch ein wenig schwieriger gestalten möchte, kann als Eindringling zu anderen Spielern verbinden und sich als Ziel setzen, diese zu besiegen. Andersrum kann Euch das natürlich auch passieren. Voraussetzung für den Online-Modus ist eine aktive Nintendo Switch Online-Mitgliedschaft.
 
Wer Online spielt, kann auch an PVP-Kämpfen teilnehmen

Während Dark Souls Remastered dem Original treu bleibt, verbessert sich zumindest die Grafik ein wenig. Leider wirkt sich das auf der Nintendo Switch sehr wenig aus und ähnelt dadurch stark dem Original aus 2011. Das macht aber gar nichts denn das Spielprinzip bleibt unangetastet und endlich darf auch unterwegs geflucht werden. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die beiden Fortsetzungen den Weg auf Nintendo’s Hybridkonsole finden.

Fakten

Name: Dark Souls Remastered
Genre: Action-Rollenspiel
Entwickler: From Software, QLOC, Virtuos
Publisher: Bandai Namco Entertainment
Plattform: Switch | PS4 | XONE | PC
Releasedatum: 19. Oktober 2018
Getestet auf: Switch
  Bei Amazon kaufen

Medien

Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.