Spieletest: Gears Of War 4

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Seit Gears Of War 3 hat es ganze 5 Jahre gedauert bis eine Fortsetzung des third-person-Shooters erschien. Nun ist es so weit! Doch so reibungslos lief es jedoch nicht: Anfänglich von Epic Games entwickelt, wurden die Rechte des Franchise im Jahr 2014 von Microsoft gekauft und seitdem arbeiteten Entwickler The Coalition, die früher als Black Tusk Studios bekannt waren an der Fortsetzung zum Xbox exklusiven Erfolgs-Shooter. Ob dieses Wirrwarr an der Entwicklung gezerrt hat und dem Spiel eine ähnliche Zukunft wie Gears Of War Judgement bevorsteht oder wir wieder ein gewohnt gutes Gears präsentiert bekommen, erfahrt Ihr in unserem Test zu Gears Of War 4.

25 Jahre sind seit den Geschehnissen des Vorgängers vergangen und seitdem hat sich der Planet Sera sichtlich verändert. Nachdem die fossilen Energiequellen nicht mehr vorhanden sind, ist die Menschheit auf andere mittel angewiesen, um wichtige Ressourcen zu erhalten. Die eingesetzten Gegenmaßnahmen aus dem Vorgänger haben außerdem dazu geführt, dass der Planet von Sturmwinden heimgesucht wird. Wer den letzten Teil nicht gespielt hat, wird im Prolog die nötigen Informationen erhalten, die damals zur Vernichtung der Locust führten.

Im vierten Teil von Gears Of War kommt ein weniger frischer Wind auf. Diesmal werden nämlich jüngere und vor allem nicht mehr so testosteronbefüllte Charaktere gespielt. J.D. Fenix, Kait Diaz sowie Delmont Walker besetzen die Heldentruppe in diesem Teil der Serie. Der Charme und Witz des Trios lässt schnell an die neuen Protagonisten gewöhnen. Wer die Vorgänger gespielt hat, dem wird es beim Namen Fenix im Ohr klingeln. J.D. ist nämlich niemand anderes als der Sohn des Kriegshelden Marcus Fenix, der damals unter anderem verantwortlich für die Auslöschung der Locust war.

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Kait, J.D. Fenix, Marcus Fenix sowie Delmont

Kämpften wir in den vorherigen Teilen noch als Mitglieder der KOR (Koalition der ordentlichen Regierungen), haben wir uns einer Widerstandsgruppe namens NonKons angeschlossen um uns gegen die Diktatur der KOR zu widersetzen. Unser erstes Ziel ist es eine im Aufbau befindliche KOR-Stadt zu infiltrieren, um einen sogenannten Fabrikator zu stehlen. Natürlich klappt das nicht so reibungslos und führt schließlich darauf hin, dass wir von DeeBee’s angegriffen werden – Die neuen Kampfroboter der KOR. Gewappnet mit unseren Waffen, stellen wir uns dem Angriff der Roboter und nutzen die Umgebung dazu, unsere Widersacher zu vernichten. Da reicht es bereits ein paar Salven auf das Seil einer hängenden Plattform abzufeuern, um die Roboter darunter zu begraben. Das bringt neue Vielfalt ins Spiel und kann den ein oder anderen Kampf für sich entscheiden. Mit dem geklauten Fabrikator geht es anschließend zurück in ein Dorf der NonKon wo wir uns mit den produzierten Fallen und Geschützen des Fabrikators gegen die angreifende KOR verteidigen müssen. Hier kommt ein Teil des Horde-Modus ins Spiel, der am Ende des Tests noch einmal genauer unter die Lupe genommen wird. Nachdem der Kampf gewonnen, die NonKons jedoch sichtlich angeschlagen sind, wird Kait’s Mutter von einer neuen Sorte Locust entführt – der sogenannte Schwarm. Fortan begeben wir uns auf eine waghalsige und actiongeladene Rettungsmission.

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Die Kampfroboter der KOR stecken einiges ein

Dass es in Gears Of War nicht immer düster sein muss, zeigen die ersten beiden Akte des Spiels. Hier befinden wir uns nämlich am helllichten Tag im Freien. Erst ab Akt 3 geht es wie gewohnt in den Untergrund fernab vom Tageslicht. Daran erkennt man, dass die Entwickler frischen Wind in die Serie bringen möchten. Weiters neu sind die Sturmwinde. Grafisch atemberaubend, bahnen wir uns einen Weg durch den Sturm und weichen Blitzeinschlägen aus. Um das Ganze etwas spannender zu gestalten, stoßen wir immer mal wieder auf Widerstand. Mit dem zerstören von Blockaden, können wir uns den Sturm zunutze machen und Gegenstände auf Kontrahenten schleudern lassen.

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Sturmwinde sehen nicht nur Atemberaubend aus, sondern bieten vielerlei Möglichkeiten die Gegner zu besiegen

Neben den bereits erwähnten Neuerungen bleibt das Spiel ansonsten seinen Wurzeln treu. Ständig werden wir vom Schwarm attackiert und müssen sich verteidigen, um wieder ein Stückchen des Weges hinter uns zu lassen. Mit zahlreichen Waffen schießen und schnetzeln wir uns den Weg frei und hinterlassen dabei eine Spur aus Gedärmen, Gliedmaßen und Blut. Natürlich darf auch der Lancer nicht fehlen, der neben einem Sturmgewehr auch noch eine eingebaute Kettensäge besitzt, um alle näherkommenden Feinde zweizuteilen. Wem das noch nicht reicht, der kann auf die neue Buzzkill zurückgreifen, die Sägeblätter verschießt oder mit der Dropshot für gewaltige Explosionen sorgen.

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Mit dem Lancer sägt man sich durch Fleisch und Metall

Mit 8 Stunden ist die Kampagne zwar nicht lange, bietet aber im Gegensatz zu den Vorgängern der Reihe ein wenig mehr Abwechslung. Müssen wir etwa in einer Szene mit dem Motorrad verschiedenen Hindernissen ausweichen, heißt es in einer anderen Szene mittels einem Seilzug herabstürzende Teile abzuschießen. Das spielt sich nicht nur toll, sondern sieht auch großartig aus. Die Kampagne kann alleine, im Split-Screen oder im Online-Coop gespielt werden. Wer damit fertig ist, kann den Versus oder den Horde 3.0 Modus probieren.

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Der Kampf auf dem Motorrad bietet etwas Abwechslung und sieht gut aus
Im Versus Modus heißt es in kompetitiven Wettbewerben gegeneinander anzutreten, um zu gewinnen. Dabei gibt es neben dem gewöhnlichen Team Deathmatch und dem King of The Hill auch den eher ungewöhnlichen Spielmodus Dodgeball, bei dem ein Spieler wiederbelebt werden kann, sobald man einen Kill erzielt. Im Spielmodus Wettabrüsten spielt man alle 3 Kills mit einer neuen Waffe, was eine flexible Spielvorgehensweise voraussetzt. Mit den insgesamt 8 Spielmodi und 10 Karten ist man lange bedient.
 
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Im Horde Modus warten zahlreiche Gegnerwellen auf uns

Im Horde 3.0 Modus stellt man sich mit bis zu 4 weiteren Spielern der KI. Nach und nach muss man gegnerische Wellen bekämpfen, wobei die Gegner immer stärker und vielzähliger werden. Als Unterstützung darf man Gebrauch des Fabrikators machen, um eine Stellung zu beziehen und Geschütze sowie andere Hilfsmittel aufzustellen. Bei jeder zehnten Welle erscheint ein Boss. Hat man diesen besiegt, erhalten die Gegner fortan einen Bonus, der sie noch stärker werden lässt. Als Belohnung für den Kampf freut man sich über Erfahrung und Münzen. Die Erfahrung kommt der eingesetzten Klasse zugute. Davon gibt es 5 Stück, die alle einen gewissen Vorteil mit sich bringen, um die insgesamt 50 Gegnerwellen auszuschalten. Mit den gewonnenen Münzen hingegen kann man sich Booster-Packs kaufen. Diese beinhalten neben Charakter- und Waffen-Skins auch Embleme, Kopfgelder (Kleine Aufgaben die man Aktivieren kann um Bonus Erfahrung zu erhalten) sowie Fähigkeiten der jeweiligen Klassen. Doppelte Karten kann man zerstören um daraus Ressourcen zu gewinnen die es ermöglichen fehlende Karten zu bauen oder Fähigkeiten zu verstärken. Der Horde Modus bringt auf jeden Fall eine Menge Spaß mit sich – Einziges Manko: Verlässt jemand frühzeitig das Spiel, wird der leere Slot nicht mehr automatisch belegt.

Gears Of War 4 läuft in einer Auflösung von 1080p und 30 Frames pro Sekunde im Singleplayer sowie 60 Frames Pro Sekunde im Multiplayer. Die Grafik ist atemberaubend und die einzelnen Gebiete sehr liebevoll umgesetzt. Die Sprachausgabe ist komplett in Deutsch und der Soundtrack passt zum Spielgeschehen. Die Story läutet eine neue Ära der Gears Of War Reihe ein und lässt durch das offene Ende auf weitere Teile hoffen.

Hinweis: Das Testmuster wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
Wertung und Fazit
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