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    Spieletest: Killsquad

    Mit Killsquad hat Novarama (Invizimals) ein Koop-Action-Adventure veröffentlicht. Zusammengefasst könnte man sagen Diablo trifft auf Twinstick-Shooter. Ich habe mich mit meiner Crew ins Abenteuer gewagt und verrate euch, was Killsquad so besonders macht.

    Wenig Story, viel Loot!

    Ein bisschen länger als 2 Jahre war Killsquad im Early Access, bis es am 21. Oktober 2021 auf Steam in den vollen Release ging. Während dieser Zeit hat sich das Spiel prächtig entwickelt und es galt bislang als Geheimtipp für Koop-Spieler. Auch ich hatte das Spiel lange auf meinem Radar und freute mich umso mehr, als mir die Möglichkeit geboten wurde, Killsquad für euch zu testen. Aber um was geht es bei dem Spiel denn eigentlich genau? Die Geschichte ist relativ simpel. Als Kopfgeldjäger zieht ihr mit eurem Squad durch verschiedene Planeten, um darauf die letzten und seltenen Ressourcen zu erbeuten. Mehr Geschichte gibt es nicht und das braucht es auch nicht, denn bei Killsquad liegt einzig und allein das Gameplay und der Loot im Fokus.

    Loot und Gameplay steht im Fokus von Killsquad

    Fünf Klassen mit verschiedenen Fähigkeiten

    Bevor euch das Spiel allerdings auf die erste “Tutorial”-Mission schickt, müsst ihr euch zunächst für eine der fünf Figuren bzw. Klassen entscheiden. Während ihr als “Troy” mit euren Pistolen aus der Ferne angreift, teilt ihr als “Kosmo” im Nahkampf mit eurem Hammer aus. Als “Zero” konzentriert ihr euch hingegen, eure Gruppe oder euch selbst mit Medikits zu versorgen. Jede Klasse bietet verschiedene Fähigkeiten und Spielstile an. Seid ihr mit eurer Auswahl nicht zufrieden, könnt ihr jederzeit die Klasse wechseln und eine andere Figur spielen. Man muss hier allerdings beachten, dass ihr jede Klasse separat auflevelt und ausrüstet. Ihr solltet euch also zumindest zu Beginn des Spiels relativ schnell für eine Klasse entscheiden. Die einzelnen Klassen spielen sich alle sehr unterschiedlich und können je nach Mission einen gravierenden Vorteil für den Squad bieten.

    Temporäres Levelsystem sorgt für ständigen Strategiewechsel

    Habt ihr euch für eine Klasse entschieden, startet die erste Mission, welche euch die Grundsteuerung beibringt. Wer mit Controller spielt, steuert die Figur mit dem linken Analogstick und zielt bzw. greift mit dem rechten Analogstick an. Alternativ kann zum Angreifen auch die rechte Schultertaste verwendet werden. Das ist vor allem für Nahkämpfer recht praktisch. Mit Maus und Tastatur verwendet ihr “WASD” zum steuern und die Maus zum Zielen und attackieren. Bereits in der ersten Mission müsst ihr euch gegen Gegnerhorden verteidigen und ans Ziel gelangen, um einen Boss zu besiegen. Während ihr das tut, steigt ihr im Level auf. Bis zu einer Maximalstufe von 10. Die ist zwar relativ schnell erreicht, wird aber nach jeder Mission wieder zurückgesetzt. Fähigkeiten, die ihr später anhand von Klassen-Techs freischalten könnt, funktioniert nämlich erst ab einem gewissen Level. Bedeutet: Immer wenn ihr eine Mission startet, fangt ihr mit Stufe 1 an und arbeitet euch bis Stufe 10 hoch. Nach und nach schaltet ihr während eurer Mission eure zuvor erlernten Fähigkeiten frei und habt mehr Möglichkeiten, eure Gegner zu eliminieren.

    Jeder Klasse stehen verschiedene Fähigkeiten zur Auswahl

    Jede Klasse kann dabei insgesamt 4 Fähigkeiten besitzen. Eine davon ist die sogenannte “Ultimative”-Fähigkeiten, bei der es pro Klasse zwei zur Auswahl gibt. Jede Fähigkeit lässt sich mit verschiedenen Perks verbessern. So lässt “Zero” nicht mehr nur ein Medikit fallen, sondern mit der richtigen Fähigkeit schädigt es zusätzlich Gegner im Umkreis, wenn ihr es ablegt. Für das aktivieren von Fähigkeiten-Perks, müsst ihr sogenannte “Kerne” bezahlen. Jede Klasse hat davon insgesamt 10 Stück. Je nachdem wie Stark ein Perk ist, zahlt ihr mehr oder weniger Kerne für die Aktivierung. Das soll verhindert, dass ihr nicht alle Perks gleichzeitig aktivieren könnt und sich Spieler mit selber Klasse ein wenig unterscheiden. Während ihr die Perks außerhalb von Missionen jederzeit ändern und eure Kerne neu verteilen könnt, habt ihr auch die Möglichkeit, verschiedene Loadouts zu speichern. So könnt ihr auf Knopfdruck die besten Perks je nach Mission aktivieren.

    Instanziertes Missions-System mit Loot-Garantie

    Jede Mission ist eine eigene instanzierte Karte, die ihr mittels einer Übersicht auswählen könnt. Dabei werden euch vor der Annahme die empfohlene Stärke in Form von “Vektor” sowie der effektive und nicht so effektive Waffentyp angezeigt. Zusätzlich zeigt ein Indikator an, ob die Mission bereits von anderen Spielern gespielt wird. So könnt ihr via Knopfdruck direkt dazustoßen oder aber auch selbst ein Spiel hosten. Die Missionen müssen alle nach und nach absolviert werden, denn nur wenn ihr die vorherige Mission abgeschlossen habt, öffnet sich der Pfad zur nächsten. Einige Missionen sind nur durch bestimmte Voraussetzungen spielbar. Etwa das Absolvieren eines bestimmten Auftrags. Das Ziel jeder Mission ist das Beschützen von Fahrzeugen oder das Eliminieren von großen Kreaturen. Da hätte ich mir aber mehr Abwechslung gewünscht und auch die Gegnertypen sind nach kurzer Zeit bereits alle bekannt.

    Während ihr euch durch die Gegnerhorden metzelt, könnt ihr allerlei Schätze finden. Zum Beispiel Kisten, die neue Ausrüstung beinhalten oder Ressourcen, die ihr zum Upgraden von Ausrüstung benötigt. Die Gegner selbst lassen in Ausnahmefällen lediglich Ressourcen fallen. Neue Ausrüstung bekommt ihr ausschließlich aus Kisten. Am Ende jeder Mission wartet eine garantierte Kiste auf euch, die Ausrüstung bereit hält und meist euren “Vektor” erhöht. Warum man hier nicht auch die Gegner mit Drops ausgestattet hat, ist mir ein Rätsel. Ich muss also die gesamte Mission absolvieren (Rund 20 Minuten), um hier 1-2 Gegenstände abzustauben. Das motiviert langfristig leider nicht. 

    Die Missionen enthalten Informationen wie etwa empfohlener “Vektor” oder Effektiver Waffentyp

    Progression ausschließlich durch Ausrüstung

    Euer Vektor bestimmt, wie bereits erwähnt, eure Stärke. Jede Waffe und jedes Ausrüstungsteil ist mit einer Vektor-Stufe versehen. Umso höher, umso besser. Außerdem besitzen Waffen verschiedene Typen. “Eis”, “Feuer” oder sogar “Fluch” sind nur einige davon. Verschiedene Gegnertypen sind anfällig für bestimmte Typen. Daher habt ihr die Möglichkeit, euch mit zwei unterschiedlichen Waffen auszurüsten, um so im Kampf mittels Knopfdruck die Waffentypen wechseln zu können. Sonstige Ausrüstung könnt ihr nämlich während einer Mission nicht mehr ändern. Mit gefundenen Ressourcen könnt ihr eure Ausrüstung stärken und spezielle Perks aktivieren. Erhöhter Schaden, spezielle Vorteile für eure Klasse oder mehr Lebenspunkte sind nur wenige der unzähligen Perks die auf Ausrüstungsgegenständen aktiviert werden können. Jedes Ausrüstungsteil bringt seine eigenen Perks mit und es ist Zufall, welche ihr bekommt. Daher kann jede neue Waffe und jede neue Mod, trotz gleichem “Vektor”-Level ein wenig besser für euch sein.

    Derzeit noch wenig Endgame Inhalte

    Damit nicht jeder Spieler gleich aussieht, hat man die Möglichkeit, auf kosmetische Gegenstände zurückzugreifen. Anders als in vielen anderen Spielen wird hier nämlich eure Ausrüstung nicht auf das Spielermodell projiziert. Neue kosmetische Gegenstände erhaltet ihr durch das Absolvieren verschiedener Aufgaben oder durch das Freischalten von Erfolgen. Außerdem könnt ihr euch einige kosmetische Gegenstände auch im Spiel-Shop kaufen. Aber nicht mit Echtgeld, wie es vielleicht bei anderen Spielen der Fall ist, sondern mit besonderer Währung, die ihr im Endgame bekommt. Und hier kommen wir schon auf ein derzeit nicht so spannendes Feature hin. Das Endgame! Dieses ist nämlich kaum vorhanden. Ihr kämpft euch durch ein Kolosseum oder farmt immer und immer wieder die höheren Missionen. Dabei sucht ihr nach immer besseren Ausrüstungsgegenständen und verbessert euren Ruf bei den vier einzelnen Fraktionen, was euch mit neuen Titeln, Porträts oder kosmetischen Gegenständen belohnt. Zudem könnt ihr Versuchen, alle gemeinem Klassen-Techs zu finden, alle Aufgaben zu absolvieren oder die anderen Klassen hochzuspielen.

    Schön anzusehen aber mit einigen schmerzhaften Verbindungsabbrüchen versehen

    Die isometrische Ansicht von Killsquad hat mir sehr gefallen und auch die Kreaturen sind nett anzusehen. Vor allem die Bosse besitzen einen gewissen Charme. Einen Soundtrack sucht ihr in Killsquad vergeblich. Also zückt schon mal eure eigene Playlist, um musikalisch unterhalten zu werden. Was mich sehr demotiviert hat, war die Tatsache, dass es nicht nur einmal vorgekommen ist, dass ich während einer Online-Partie die Verbindung zum Server verloren habe und damit der gesamte Fortschritt der Mission einschließlich gefundener Gegenstände verloren ging. Wenn man bedenkt, dass einige Missionen um die 20 Minuten dauern, ist das sehr ärgerlich und führt schnell dazu, dass man das Spiel nicht mehr anrührt. Ansonsten kann man in Killsquad eine tolle Zeit verbringen. Egal ob man nur kurz eine Mission spielt oder den ganzen Tag damit verbringt.

    Fazit

    Mit Killsquad erscheint endlich ein wenig Konkurrenz für Diablo, denn der Action-RPG-Twinstick-Meele-Shooter hat alles, was dazu notwendig ist. Ein spannendes Loot-System, mit Kreaturen gefüllte Missionen und Online-Koop mit bis zu drei weiteren Spielern. Das temporäre Stufensystem pro Mission ist erfrischend und führt dazu, dass man während Missionen unterschiedlich Agieren muss. Die zahlreichen Perks der Ausrüstungsgegenstände motivieren, immer bessere Gegenstände zu finden. Warum man nur am Ende einer Mission mit wenigen Gegenständen belohnt wird, ist ein merkwürdiges Konzept. Gegnerdrops wären hier viel praktischer gewesen. Das Endgame ist leider sehr repetitiv aber dennoch wird man mit Killsquad stundenlangen Spaß haben. Entweder alleine oder mit einer Gruppe aus maximal 4 Spielern.

    Fakten

    Name: Killsquad
    Genre: Action-RPG-Twinstick-Meele-Shooter
    Entwickler: Novarama
    Publisher: Novarama
    Plattform: PC
    Releasedatum: 21. Oktober 2021
    Getestet auf: PC
      Bei Steam kaufen

    Medien

    Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

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    REVIEW OVERVIEW

    Gameplay
    8.1
    Inhalt
    7.1
    Präsentation
    7.8
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