Spieletest: Knack 2

Oops!.. He did it again! Mark Cerny hat’s erneut getan! Nach dem eher misslungenen Knack zu Release der Playstation 4, wagt der Produzent nun einen neuen Versuch mit der Fortsetzung namens Knack 2. Ob aus den Fehlern des vergangenen Spiels gelernt wurde und die Reihe eine neue Chance verdient hat, erfahrt Ihr in unserem Test zum Spiel:

Wer bisher noch keine Erfahrung mit Knack machen konnte, hat nicht viel verpasst. Eine kurze Auffrischung der Story schadet allerdings trotzdem nicht: Begonnen hat alles mit einem Wissenschaftler (Wie soll es auch anders sein!? – immer diese verrückten Wissenschaftler) der es doch tatsächlich geschafft hat ein Wesen zu erschaffen, welches nicht nur denken, sprechen und kämpfen kann, sondern auch mittels sogenannter Relikte zu einer größeren Form heranwächst. Gerade rechtzeitig zum bevorstehenden Angriff einer Koboldarmee! Gemeinsam mit Lukas (Dem Assistenten des Wissenschaftlers) und anderen eher unspektakulären Charakteren zieht Knack also in den Kampf und kann am Ende natürlich die Kobole zurückschlagen und die Welt retten (Oops.. Spoiler!). Mehr müsst Ihr eigentlich nicht wissen.. oder eigentlich müsst Ihr gar nichts wissen um Knack 2 zu spielen denn die Story ist ohnehin nicht so wirklich das Gelbe vom Ei. Wichtig ist lediglich die Tatsache, dass Knack 1 von der Presse regelrecht vernichtet wurde. Das lag unter anderem an der für einen Launch-Titel mangelhaften Grafik, dem Detail losen und repetitiven Leveldesign und den langweiligen Kämpfen. Aber sehen wir der Vergangenheit nicht weiter ins Auge und widmen wir uns dem wesentlichen – nämlich Knack 2!

Knack is back und gleich zu beginn werden wir in einen vernichtenden Angriff auf New Haven (Der Hauptstadt) hineingeworfen. Diese Passage gilt einerseits dazu um auf die aktuelle Situation aufmerksam zu machen als auch dem Spieler die Steuerung näher zu bringen. Wir bahnen uns also mit Faustschlägen und Tritten den Weg durch eine roboterverseuchte Stadt und bereits jetzt fällt auf, dass das Level viel liebevoller und actionreicher gestaltet wurde, als es vormals im ersten Teil war. Im Hintergrund erkennen wir riesige Roboter, die sich an der Stadt hermachen und überall herrscht Panik. Die Weltuntergang-Stimmung ist also nahezu Perfekt inszeniert! Es dauert nicht lange, bis uns das Spiel eine der besten Änderungen präsentiert, die Knack jemals hätte haben können. Wir dürfen nun jederzeit in die Mini-Knack-Form wechseln. Dadurch ergeben sich viele neue Möglichkeiten, die das Spiel um ein Vielfaches spaßiger gestalten. So erreichen wir etwa nur als Mini-Form gewisse Stellen die etwa Schätze bergen oder eine Kiste voller Erfahrungspunkte bereithalten. Der Wechsel zwischen Mini-Knack und der größeren Form kann zu jeder Zeit (Außer an bestimmten Stellen) mittels R1 durchgeführt werden. Während eines Kampfes raten wir allerdings davon ab, denn die kleine Form von Knack segnet meist nach einem Schlag das Zeitliche.

Die in 15 Kapitel aufgeteilten Level sind alle sehr abwechslungsreich. Einmal führt es uns über eine Wassermühle zu einem harmonischen Wald bis hin zu einer antiken Stadt. Auch wenn das Terrain ständig wechselt, so bleibt die eigentliche Aufgabe immer gleich. Als Knack bewältigen wir Sprungpassagen, zwängen uns mit Mini-Knack in schmale Gänge und bekämpfen diesmal nicht nur Kobolde, sondern auch Menschen und antike Roboter. Obwohl diese Vorgehensweise den Großteil des Spiels ausmacht, haben die Entwickler diesmal auch an etwas Abwechslung gedacht. Während wir als Eisen-Knack Stromanschlüsse verbinden, um Türen zu öffnen, frieren wir als Eis-Knack bewegende Mechanismen ein, um unbeschadet weiter zu kommen. Als Mini-Knack dürfen wir in Kristallform unsichtbar an Laservorrichtungen vorbei avancieren. An einer Stelle im Spiel müssen wir uns als Mini-Knack an Wachen und Suchscheinwerfern vorbeischleichen. Später dürfen wir sogar einen Panzer und einen Roboter bemannen und aus der First-Person-Ansicht weiterspielen. Regelmäßige Quicktime-Events sorgen dafür, dass man konzentriert bleibt, denn eine Fehleingabe führt zum direkten Neustart an einen – meist großzügig – gesetzten Checkpoint.

Ist man mal nicht mit dem Bändigen der oft fordernden Sprungpassagen beschäftigt, geht es meist mit Faust und Fuß weiter. Knack hat diesmal einige neue Tricks auf Lager die er im Verlauf des Spiels erweitert. So kann Knack etwa mit einer Abfolge an Faustschlägen feindliche Schilde zerstören oder mit einer Art Bumerang die Gegner kurzzeitig betäuben. Diese neuen Tricks werden auch dringend benötigt denn diesmal kämpft Knack neben Kobolden auch gegen riesige Roboter, wovon einige sogar einem T2000 (Terminator) ähneln. (I’ll be Knack!). Das Erlegen der Feinde wird neben der Genugtuung auch mit Erfahrungspunkten belohnt, die mit einer gewissen Menge zu einem Skillpunkt fusionieren. Damit lassen sich dann neue Skills erlernen die nicht nur die Fähigkeiten von Knack verbessern, sondern auch neue Attacken freisetzen. Wer alle Fähigkeiten lernen möchte, wird an einem zweiten Durchlauf oder dem Wiederholen der einzelnen Level nicht herumkommen. 

Spielt man gemeinsam, darf man auf neue Fähigkeiten zurückgreifen

Wer ein Gebiet erneut spielen möchte, kann im Hauptmenü des Spiels auf die Weltkarte wechseln. Dort angelangt dürft Ihr alle bereits abgeschlossenen Level erneut bewältigen. Das dient nicht nur dazu neue Erfahrung zu sammeln, sondern auch um versäumte Herausforderungen zu absolvieren oder gut versteckte Schätze zu finden. Die Herausforderungen verlangen etwa das Beenden des Levels unter vorgegebener Zeit oder dem besiegen bestimmter Feinde auf unterschiedliche Arten. Viel interessanter hingegen ist das Aufspüren der insgesamt 100 versteckten Schatzkisten. Darin befinden sich nämlich nicht nur Geräteteile, sondern auch Kristalle um eine neue Knack-Form freizusetzen. Wer genügend Geräteteile zum Zusammensetzen gefunden hat, darf das daraus resultierende Gerät Ausrüsten und sich über passive Fähigkeiten wie etwa dem Hinzufügen einer Combo-Leiste oder einer sichtbaren Lebensanzeige von Feinden freuen. Um all das nachzuholen, könnt Ihr alternativ auch auf Das NewGame + nach dem Abschluss des Spiels zurückgreifen. Dort habt Ihr dann auch die Möglichkeit die Schwierigkeitsstufe zu erhöhen.

Während Knack alleine schon Spaß macht, entfaltet das Spiel das ganze Potenzial erst, wenn man mit einem zweiten Spieler im lokalen Co-Opauf Reisen geht. Das funktioniert wesentlich besser als im Vorgänger denn diesmal darf der zweite Spieler einen eigenständigen Knack ohne Einschränkungen spielen. Zu zweit macht Knack 2 nicht nur mindestens doppelt so viel Spaß, sondern ermöglicht auch das Einsetzen von sogenannten Duo-Fähigkeiten, auf die man nur zurückgreifen kann, wenn man das Spiel gemeinsam spielt. Dadurch kann man etwa den anderen Spieler mit einem Faustschlag auf die Gegner katapultieren oder mit einem gemeinsamen Bauchsprung eine große Explosion auslösen. Zudem besteht im Co-Op-Modus die Möglichkeit mit R2 jederzeit zum anderen Spieler zu teleportieren. Zu zweit können außerdem einige Rätsel auf andere Art und Weise gelöst werden. Auch wird das Spiel dadurch um ein Vielfaches einfacher, da man beim Ableben nach kurzer Zeit automatisch wiederbelebt wird, wenn der andere Spieler noch am Leben ist. Die Kehrseiten des Couch-Co-Op ist allerdings die mangelhafte Kameraführung, die oft dazu führt, dass einer der beiden Spieler nicht mehr sichtbar ist und dadurch nach einiger Zeit automatisch zum sichtbaren Spieler teleportiert wird. Trophäen Fans sollten zudem nicht den Part des zweiten Spielers einnehmen, da dieser Trophäen-Technisch komplett leer ausgeht. Gerade weil Knack 2 eine so simple Steuerung mit sich bringt, bietet sich der Co-Op-Modus perfekt für eine gemeinsame Runde mit der Familie an.

Grafisch hat sich Knack sehr verbessert. Die Charaktere sehen zwar immer noch wie billige Pixar-Figuren aus, wirken allerdings nicht mehr all zu künstlich. Die Welt in Knack 2 ist liebevoller und detailreicher gestaltet worden. Überall schwirren oder krabbeln Käfer über das lebendige Terrain. Die Musik und Soundkulisse passt zur farbenfrohen Atmosphäre. Die deutsche Synchronisierung klingt zwar besser als beim Vorgänger aber “gut” hört sich anders an. Größtes NO-GO während unseres Tests war ein Bug, der das Weiterspielen verhinderte. Dadurch, dass man ein Kapitel nicht neu starten konnte (Wieso zum Henker ist das nicht möglich?!), mussten wir das Spiel komplett von vorne beginnen, um später an der Stelle weiter zu kommen. Außerdem hatten wir einige Spielabstürze. Nach 10 Stunden Spielzeit (Wegen dem Bug für uns insgesamt 13) wird der Abspann eingeblendet und schaltet ein New Game +, Arenakämpfe und Zeitrennen frei.

Knack 2 erscheint am 06. September 2017 für Playstation 4. Für unseren Test wurde das Spiel in einer Vorabversion auf einer Playstation 4 PRO gespielt.

Knack 2 via Amazon erwerben
Hinweis: Das Testmuster wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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