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    Spieletest: Monster Harvest

    Stardew Valley trifft auf Pokémon. Unmöglich denkt ihr? Nicht mit “Monster Harvest”. Denn so lautet der Titel des Spiels von Maple Powered Games und Merge Games, welches eben genau diese beiden Genres vereint. Wir haben uns das Pixelspiel genauer angesehen und verraten euch, ob es bei Laune hält.

    Einen Mutant zum mitnehmen, bitte!

    Pflanzheim heißt eure neue Heimat, in der ihr euch als Farmer ein neues Leben aufbaut. Ähnlich wie in anderen Farm-Simulatoren steht euch ein Fleckchen Land und ein eigenes Haus zur Verfügung. Um eure Farm auszubauen, müsst ihr Landwirtschaft betreiben, eure Ernte verkaufen und Ressourcen sammeln. Soweit nichts Neues, aber Monster Harvest verbindet diese bekannten Elemente mit einem kleinen Twist. Ihr könnt auf eurer Farm nämlich nicht nur ganz normale Früchte anbauen, sondern diese mutieren lassen und so kleine Gehilfen erschaffen. Diese können anschließend entweder für euch kämpfen, als Nutztiere oder sogar als Reittiere gehalten werden.

    RPG in seiner schwächsten Form.

    Während ihr euch unter tags um eure Farm kümmert und die Beziehungen im Dorf pflegt, könnt ihr bei Nacht das gefährliche Dungeon mit euren Mutanten erkunden und die Geheimnisse darin aufdecken. Insgesamt 6 unterschiedliche Tierchen können euch begleiten. Gleichzeitig dürft ihr allerdings immer nur mit einem Wesen in den Kampf ziehen. Das Gefecht läuft wie bei Pokémon – nämlich rundenbasiert – ab. Ihr wählt eine Attacke aus und greift damit die gegnerische Kreatur an. Bei einem Sieg erhält euer Mutant ein wenig Erfahrung. Hat eure Kreatur genügend Erfahrung gesammelt, steigt diese und erlernt möglicherweise eine neue Attacke. Stirbt eure Kreatur hingegen, wird direkt der nächste Mutant eurer Gruppe in den Kampf geschickt. Einwechseln könnt ihr hier eure Mutanten allerdings nicht. Es steigt stets der in der Gruppenreihenfolge nächste Mutant in den Kampf ein. Das ganze Kampfsystem ist relativ simpel gehalten und euch stehen Pro Mutant lediglich 3 unterschiedliche Attacken zur Verfügung, die je nach Level freigeschaltet werden. Hier hätte man sich ein wenig mehr Komplexität gewünscht, ist der rundenbasierte Kampf doch eine Hauptkomponente des Spiels.
     
     
    Während man anfangs noch total motiviert den Dungeon erkundet, merkt man schnell, dass sich darin alles wiederholt und es an Abwechslung fehlt. Hier hätte ich mir unterschiedliche Korridore und verschiedene Geheimnisse gewünscht. Auch bekommt man im Dungeon unverhältnismäßig viele Samen, die man für das pflanzen auf der Farm benötigt. Das geht so weit, dass ich eigentlich niemals neue Samen im Shop kaufen musste. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder selbst für sich entscheiden, aber mir entzieht sich hierbei der Sinn, überhaupt Samen im Shop anzubieten.

    Spaßiges “Dr. Frankenstein”-Feeling beim erschaffen von Mutanten

    Zwar mag das Erkunden des Dungeons unausgereift wirken, dafür hat man sichtlich viel Mühe in das Züchten von Mutanten gesteckt. Mithilfe von Schleim in den Farben Grün, Blau und Rot ist es möglich, verschiedene Mutanten zu züchten. Dazu genügt es, den Schleim mit unreifer Ernte zu verbinden und schon wächst nach wenigen Tagen nicht mehr die Frucht, sondern eine äquivalente Kreatur. Roter Schleim erschafft Kämpfer aus eurer Ernte, während blauer Schleim Nutztiere kreiert. Grüner Schleim hingegen beschleunigt eure Ernte lediglich. Zusätzlich zu den normalen Schleimen gibt es auch noch eine Super-Variante davon. Rot erschafft dabei einen “Super-Mutanten”, Grün lässt euch eine Ernte mehrmals abernten und Blau kreiert ein Reittier für euch. Für jeden Schleim gilt selbes Prinzip: Jede Frucht bringt unterschiedliche Ergebnisse hervor. Die drei Jahreszeiten (Trockenzeit, Regenzeit, Dunkelzeit) lassen euch jeweils vier unterschiedliche Früchte ernten. Damit könnt ihr euch ganz einfach ausrechnen, wie viele bzw. wie wenig unterschiedliche Mutanten es gibt, nämlich lediglich 12 an der Zahl.

    Ein unfertig wirkendes und kurzes Vergnügen

    Während Ihr euch um eure Ernte kümmert, holz hackt oder steine zerschlägt, erhaltet ihr Erfahrungspunkte. Habt ihr genügend davon gesammelt, steigt eure Figur eine Stufe auf. Bessere Werte bekommt ihr dadurch nicht, stattdessen lernt ihr die Herstellung eines neuen Gegenstandes. Das können Dekorationen für Eure Farm wie etwa Zäune und Wege sein oder aber auch praktische Objekte wie Vogelscheuchen oder Bewässerungsanlagen. Die Idee ist sehr gelungen und umso mehr freut man sich, wenn man eine neue Stufe steigt. Der Spaß ist allerdings schnell vorbei, denn mehr als 16 Rezepte gibt es nicht. Ab Stufe 16 könnt ihr nicht mehr aufsteigen. Wieso man hier so wenig Stufen eingebaut hat, ist mir ein Rätsel, hätte das nämlich eine großartige Motivation zum Weiterspielen sein können.
     
     
    Generell hatte ich den Eindruck, dass bei Monster Harvest etwas fehlt. Das Spiel wirkte zwar niedlich, aber irgendwie unfertig. Das beginnt damit, dass es zwar ab und an ein paar Feierlichkeiten im Dorf gibt, ihr dort aber absolut nichts machen könnt, als mit den Bewohnern zu sprechen. Bis auf ein paar abzählbare Ereignisse ist auch nichts in der Spielwelt passiert. Jeder Tag gleicht dem Vorherigen. Der einzige Unterschied war die Tatsache, ob es regnet oder eben nicht. Hier fehlte mir mehr Abwechslung. Auch das Dungeon war nach wenigen Anläufen absolviert und der Anreiz, es erneut zu spielen, blieb aus. Wofür denn? Für die paar Samen, die man dabei bekommt? Um was damit zu tun? Geld verdienen, um sich 3 Taschen Erweiterungen zu kaufen? Da fehlte mir einfach das Ziel vor Augen. Wofür benötige ich ein sündhaft teures neues Haus, wenn ich damit sowieso nichts anstellen kann? Monster Harvest hat zwar einige gute Ideen, aber an der Umsetzung mangelt es leider. Mehr Inhalt, abwechslungsreiche Tage und ein paar mehr Ziele vor Augen und es wäre ein großartiges Spiel. So ist es leider nur ein gescheiterter Versuch, Größen wie Stardew Valley Konkurrenz zu machen.
     
    Beim Turnier müsst ihr jeden die Mutanten der Dorfbewohner besiegen
    Auch wenn sich Monster Harvest bei vielem schwertut, so kann ich zumindest den Grafikstil hoch loben. Die großartige Pixelgrafik hat mir sehr gut gefallen und die Gebiete waren bis auf den Dungeon alle sehr liebevoll gestaltet. Man hat sich hier echt Mühe gegeben und auch die Mutanten sind alle sehr abwechslungsreich und hübsch anzusehen. Monster Harvest hat zwar noch viele Schwächen, aber wer die Entwickler Unterstützen möchte, kauft sich das Spiel und wartet noch ein Jahr auf hoffentlich weiteren Content.

    Fazit

    Wenn Stardew Valley und Pokémon Heiraten und ein Kind bekommen, wird es vermutlich Monster Harvest heißen, denn genau diese beiden Kernelemente bietet die Farm-RPG-Simulation von Maple Powered Games. Während das Erschaffen von Mutanten sehr gut umgesetzt worden ist, mangelt es an allem anderen. Wenig Inhalte, kaum Anreize weiterzuspielen und das Gefühl von “Täglich grüßt das Murmeltier”. Alles was ihr hier macht: Eure Ernte verkaufen, ein paarmal den Dungeon betreten und euch Fragen, wann denn endlich etwas Aufregendes passiert. Selbst wenn ihr euch Zeit lässt, habt ihr das Spiel in der Mitte von Jahr 2 durchgespielt. Und trotzdem bleibt euch die Frage erhalten, was denn das Ziel des Spiels war. Für mich wirkte Monster Harvest, als hätte ich eine Demo von einem Spiel gespielt, das eigentlich großartig hätte sein können, sein Potenzial aber nicht annähernd ausgeschöpft hat.

    Fakten

    Name: Monster Harvest
    Genre: RPG-Farmsimulation
    Entwickler: Maple Powered Games
    Publisher: Merge Games
    Plattform: PS4 | XONE | SWITCH | PC
    Releasedatum: 31. August 2021
    Getestet auf: Playstation 4
      Bei Amazon kaufen

    Medien

    Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

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    REVIEW OVERVIEW

    Gameplay
    6.9
    Inhalt
    4.5
    Präsentation
    7.8
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