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    Spieletest: Monster Hunter Rise

    Monster Hunter Rise nennt sich der neueste Nintendo Switch Exklusive Teil der beliebten Spielserie von Capcom. Ich durfte das Spiel für euch testen und verrate euch, wieso auch Neueinsteiger einen Blick darauf werfen sollten und was Capcom besser macht als bei den Vorgängern.

    Monster Hunter World 2.0

    Obwohl meine Monster Hunter Karriere bereits auf der PSP begonnen hat, bin ich erst mit Monster Hunter World richtig warm geworden. Aber nicht nur mir wird es so ergangen sein, hat der Teil erstmals auch Anfänger angesprochen und viele Elemente vereinfacht. Der Erfolg des Playstation 4, Xbox One und PC Exklusivtitels spricht für sich und so war es nicht verwunderlich, dass dieser “Casualisierte” Weg weiter gehen wird. Mit Monster Hunter Rise dürfen sich jetzt erstmals auch Nintendo Switch Spieler über das aus meiner Sicht bessere Monster Hunter freuen und es könnte nicht einsteigerfreundlicher sein, als es ist.

    Doch fangen wir zuerst von ganz vorne an. Wie es in jedem Monster Hunter Spiel üblich ist, müssen wir für unseren Helden ein Geschlecht wählen, das Aussehen verändern und einen Namen vergeben. Das stellt sich aber gar nicht als so einfach heraus, denn es gibt unzählige Möglichkeiten zur Anpassung der Figur. Egal ob Frisur, Stimmlage, Alter, Kinnlänge oder Mundwölbung. Man kann hier jedes kleinste Detail verändern. So hat man am Ende ein völlig einzigartiges Alter Ego. Wem das zu viel ist, der kann ebenso auf die bereits vordefinierten Figuren zurückgreifen. Bei der Erstellung des eigenen Charakters bleibt es allerdings nicht, denn anschließend müsst ihr nicht nur euren katzenhaften Begleiter Palico erstellen, sondern auch erstmals einen Palamute auswählen. Dabei handelt es sich um ein hundeartiges Wesen, welches nicht bloß mit euch zusammen kämpfen kann, sondern sich zudem fabelhaft als Reittier verwenden lässt. So kommt ihr während eurer Jagd ganz schnell von A nach B.

    Wie geschaffen für Einsteiger

    Nach der Erstellung unseres Charakters und dessen Gefährten erwachen wir in einem Haus des Dorfes Kamura. Es ist ein ganz besonderer Tag, denn heute werden wir zu einem Jäger. Damit verpflichten wir uns aber auch gleichzeitig, das Dorf zu beschützen und vor Gefahren zu bewahren. Zu unserem Unglück nähert sich aktuell eine Randale – eine Stampede wilder Monster, die direkt auf Kamura zusteuern und vor Jahren beinahe die Siedlung ausgelöscht hätten. Doch bevor es dazu kommt, lernen wir erst einmal das Dorf und die Bewohner kennen. An dieser Stelle zeigt sich gleich die Einsteigerfreundlichkeit, denn anders als bei den Vorgängern wird hier alles genauestens erklärt. Das beginnt schon damit, wie man sich im Spiel fortbewegt.

    Nach ein wenig Hin und Her und Händeschütteln wird man mit den Quest-Schaltern vertraut gemacht. Davon gibt es genau zwei Stück. Einer für die Story und einer für den Mehrspieler-Modus. Die Quest-Schalter beinhalten Aufträge, die es zu lösen gilt, um entweder in der Geschichte voranzukommen oder einen Jägerrang zu steigen. Der Großteil der Aufgaben schickt uns in die Wildnis, um Monster zu tötet, die mal stark und mal weniger kräftig sind. Die Möglichkeiten, diese zu vernichten, könnten nicht minder sein, denn insgesamt stehen uns 14 Waffen zur Auswahl und die Handhabung dieser könnte unterschiedlicher nicht sein. Während die Doppelklingen zwar relativ wenig Schaden verursachen, sind diese dafür extrem flink in der Verwendung. Das Großschwert dagegen ist äußerst mächtig, erfordert dafür aber eine Menge Kraft auf Kosten der Wendigkeit. Wer lieber aus der ferne angreifen möchte, kann sich aus Waffen wie etwa dem Bogen oder dem Bogengewehr bedienen. Diese gigantische Auswahl des eigenen Spielstils macht Monster Hunter seit jeher so großartig und das ist längst noch nicht alles, denn im Spiel steht das Sammeln an höchster Stelle.

    Jagen, Sammeln, Craften.

    Während man die Basisausführung der Waffen bereits zu Beginn des Spiels besitzt, kann man diese mit verschiedenen Materialien aufwerten oder neue Waffen herstellen. Selbiges gilt gleichermaßen für die Ausrüstung. Diese verändert nicht nur das eigene Aussehen, sondern bringt auch neben Abwehr verschiedene Boni mit sich. Verschiedene Widerstände, Affinitäten oder gar erhöhte Ausdauer sind wenige der zahlreichen Perks, die auf Waffen sowie Rüstungen zu finden sind. Die benötigten Materialien dazu erhält man durch das Erlegen der Kreaturen, so wie das auffinden verschiedener Ressourcen wie Erz und Knochen. Dass man früher oder später immer wieder dieselben Bestien jagt, um fehlende Monstergliedmaßen zu finden, ist hier vorprogrammiert. Das ist aber keineswegs überraschend, denn das Grinden war stets fixer Bestandteil der Monster Hunter Serie und wird hoch gefeiert. Wer fleißig Materialien sammelt, kann im Mehrspieler-Modus letztlich seine schwer erarbeitete Ausrüstung präsentieren. Praktisch: “Dekorrüstung” lässt sich zusätzlich anlegen, um nur das Aussehen dieser zu übernehmen. Die Werte werden hierbei nicht verwendet. Damit kann man sich immer so stylen, wie man möchte, ohne auf wichtige Perks zu verzichten.

    Aber wie sieht so ein typischer Monster-Hunter-Tag überhaupt aus? Ganz einfach: Man wählt seine Mission, futtert noch schnell etwas in der Kantine, um temporäre Attributsboni zu erhalten und beginnt die Jagd. Anschließend hat man in der Regel 50 Minuten Zeit, um den ausgewählten Auftrag zu erledigen. Das Zeitlimit ist hierbei oft sehr großzügig gesetzt, sodass man eigentlich kaum aufgrund ablaufender Zeit scheitert. Abhängig von der Aufgabe befindet man sich nun in einem der verschiedenen Biome. Startet man im Wald, erforscht man später andere Gebiete wie etwa Ruinen oder eine Wüste. Die Orte sind zudem in unterschiedliche Areale aufgeteilt. Waren diese in den Vorgängern noch nummeriert und jeweils mit Ladezeiten verbunden, fällt dies in Monster Hunter Rise weg. Es gibt keine Wartezeit während der Jagd und die Karte wird durch einen “Fog of War” aufgedeckt. Für mich waren die Ladezeiten eines der größten Schwachstellen der alten Monster Hunter Spiele und es ist ein Segen, dass diese nun wegfallen.

    Das Beste vom Besten

    Aufgedeckte Gebiete auf der Karte bieten essenzielle Hinweise, nämlich wo sich gerade eines der Monster befindet oder wo bestimmte Ressourcen zu finden sind. Dadurch muss man nicht lange suchen und hat immer ein Ziel vor Augen. Unbekannte Monster werden auf der Karte mit einem Fragezeichen dargestellt, während bereits begegnete Kreaturen anhand eines entsprechenden Symbols gekennzeichnet werden. So findet man stets sein Ziel, auch wenn es einmal davon läuft. Das nervige “Hide and Seek“-Spiel der Vorgänger fällt damit endlich weg. Hat man die gesuchte Bestie gefunden, muss diese nur noch erlegt oder gefangen werden, um den Auftrag abzuschließen und zurück ins Dorf zu gelangen. Zu guter Letzt gibt es schließlich eine Belohnung in Form von Materialien. Zurück im Dorf, geht es ab zum Schmied, verbessert seine Ausrüstung oder stellt neue her, wählt die nächste Aufgabe und marschiert erneut auf die Jagd. Das beschreibt in etwa das Spielprinzip.

    Kampagne nur für Einzelspieler

    Die größte Schwachstelle von Monster Hunter Rise ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass man die Story ausschließlich alleine spielen kann. Es gibt keine Möglichkeit, diese Aufgaben mit einem Freund oder anderen Spielern zu beschreiten. Dafür sind diese Aufträge aber sehr einfach zu bewältigen. Dennoch hätte man hier die Spieler nicht einschränken sollen. Die Kampagne und der Mehrspieler-Modus sind separat zu betrachten und bieten wie bereits erwähnt, eigene Aufgaben. Dennoch sollte man auch die Kampagne abschließen, schaltet diese im Laufe der Geschichte viele neue Features frei. Einige davon wie zum Beispiel die neuen Randale, werden sowohl während der Story als auch beim Voranschreiten des Mehrspieler-Modus freigeschaltet. Wo wir gerade bei der Randale sind: Es handelt sich dabei um einen ganz neuen Spielmodus, der einem “Tower-Defense“-Spiel ähnelt. Ziel ist es, eine Herde Monster daran zu hindern, die Stadttore zu durchbrechen. Während man hier jegliche Kreaturen ganz normal besiegen kann, stehen außerdem verschiedene Stationen zur Auswahl, die sich an vorgegeben Positionen platzieren lassen. Dabei wählt man zwischen automatischen als auch bemannten Geschützen, Fallen oder starke NPC’s die im Kampf helfen. Die Randale bieten einen sehr komplexen und taktischen neuen Spielmodus, den einige lieben-, andere wiederum hassen werden. Mich konnte der Modus nicht so begeistern, das ist aber meine ganz persönliche Meinung.
     
     
    Grafisch muss sich Monster Hunter Rise keinesfalls verstecken, sieht das Spiel in der RE-Engine sowohl im Handheld als auch im TV-Modus sehr gut aus. Die Performance hat während meines Tests zu keinem Zeitpunkt Probleme gemacht. Die Kamerasteuerung könnte weniger fummelig sein, aber mit ein wenig Übung bekommt man das auch schnell in den Griff.

    Fakten

    Name: Monster Hunter Rise
    Genre: Action-Abenteuer
    Entwickler: Capcom
    Publisher: Nintendo, Capcom
    Plattform: Switch
    Releasedatum: 26. März 2021
    Getestet auf: Switch
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    Medien

    Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

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    FAZIT

    Capcom bringt mit Monster Hunter Rise das bisher einsteigerfreundlichste Spiel der Serie auf die Nintendo Switch. Hier wird nicht nur alles erklärt, sondern auch an dem Schwierigkeitsgrad wurde ordentlich nach unten geschraubt. Zumindest was wie Kampagne betrifft, die man leider lediglich alleine absolvieren darf. Wer gerne mit anderen spielt, darf sich auf separate Mehrspieler Aufgaben freuen und nebenbei auch den gelungen neuen Spielmodus namens “Randale” ausprobieren. Die tolle Grafik und das Wegfallen der Ladezeiten während den Missionen sind nur wenige der Annehmlichkeiten, die aus Monster Hunter World mitgenommen wurden. Nintendo Switch Spieler finden hier ein grandioses Monster Hunter Spiel, welches kaum besser sein könnte.

    REVIEW OVERVIEW

    Gameplay
    9.2
    Inhalt
    9.1
    Präsentation
    9.4
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