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    Spieletest: Nioh

    Stell Euch ein Dark Souls in Japan vor und packt noch Ninjas und Samurais oben drauf. Genau diese Mischung bietet das neueste Spiel von Team Ninja, welches den Namen Nioh trägt. Das Spiel verspricht nicht nur einen fordernden Schwierigkeitsgrad, sondern bietet obendrauf noch eine packende und cineastische Geschichte. Wir durften Nioh vorab testen und haben unsere masochistische Veranlagung kennengelernt.

    Die Entwicklung zu Nioh hat bereits im Jahr 2004 seinen Anfang genommen und sollte damals exklusiv für die Playstation 3 veröffentlicht werden. Nachdem man jedoch mit dem Ergebnis des Spiels nicht zufrieden war, gab man den Titel in die Hände von Team Ninja, die durch die Ninja Gaiden Reihe bekannt sind. So richtig publik wurde das Spiel erst im Jahr 2015, als eine erste Alpha-Version für die Playstation 4 veröffentlicht wurde. Darauf folgten zwei weitere Beta-Versionen des Spiels und bereits da zeichnete sich ab, welche tolle Arbeit Team Ninja vollbracht hatte.

    Die Geschichte spielt im 17. Jahrhundert während einer fiktiven Version der Sengoku-Zeit. Als Seefahrer und Samurai William verschlägt es uns von London in das ferne Japan. Dort sind wir auf der Suche nach unserem gestohlenen Schutzgeist und finden uns plötzlich inmitten eines Konflikts zwischen Menschheit und böser Yokai. Während wir den Spuren von Antagonist Edward Kelley folgen, treffen wir auf allerlei bekannten Persönlichkeiten wie etwa Hattori Hanzo.

    Im Tower of London nimmt alles seinen Anfang

    Wie bereits erwähnt, beginnt das Spiel in London. Neben dem Lauf der Geschichte lernt Ihr hier auch die Steuerung kennen. Angreifen, Ausweichen und Blocken stellen für Euch zukünftig die drei wichtigsten Interaktionen dar. Jeder Eurer Gegner hat ein eigenes Angriffsmuster welches Ihr im Idealfall durchschaut, um im richtigen Moment auszuweichen und anzugreifen. Gleichzeitig müsst Ihr jedoch auf Euer sogenanntes KI, Eure Ausdauer achtgeben, die mit jeder Aktion etwas ablässt. Fällt diese auf 0, könnt Ihr für einen kurzen Augenblick nicht mehr angreifen oder ausweichen. Sollte Euch in diesem Moment gar ein Feind treffen, seid Ihr sogar für einen kurzen Augenblick benommen und könnt Euch nicht mehr bewegen. Nur wer das Kampfsystem beherrscht, wird in Nioh vorankommen. Das Spiel orientiert sich dabei sehr stark an die Dark Souls Reihe.

    Bei mehr als einem Gegner gleichzeitig, droht ernste Gefahr!

    Sobald Ihr London gemeistert habt, werdet Ihr die erste große Abweichung zu Dark Souls feststellen. Die Missionskarte! Das gesamte Spiel läuft in unterschiedlichen Missionen ab. Dabei wählt Ihr eine entsprechende Neben- oder Hauptmission auf der Karte aus und startet direkt im dazugehörigen Missionsgebiet. Sobald Ihr den Oberfiesling (Als Oni bezeichnet) der Mission zur Strecke gebracht habt, wird diese abgeschlossen, Ihr sackt noch eine schöne Belohnung ein, erfreut Euch eventuell noch einer schönen Zwischensequenz und befindet Euch erneut auf der Missionskarte. Habt Ihr gewisse Bedingungen erfüllt, wie etwa eine Hauptmission abgeschlossen, werden neue Missionen auf der Karte aufgedeckt. Vor Beginn einer Mission könnt Ihr außerdem die jeweilige empfohlene Stufe, Schwierigkeit sowie Belohnung überprüfen. Dadurch besteht keine Gefahr in einem Gebiet zu spielen, das noch nicht für Eure aktuelle Spielerstufe gedacht ist. Auch wenn es keine offene Welt gibt, so laden die einzelnen großflächigen Missionsgebiete zum Erforschen ein.

    Die Missionen führen Euch in unterschiedliche und abwechslungsreiche Gebiete

    Während einer Mission trefft Ihr auf zahlreiche Gegner, die allesamt sehr stark sind und ein eigenständiges Angriffsmuster besitzen. Sobald Ihr einen Gegner besiegt habt, lässt dieser nicht nur nützliche Gegenstände wie Waffen und Ausrüstung fallen, sondern gewährt Euch auch Amrita – Eure temporäre Erfahrung. Temporär deshalb, weil Ihr diese erst bei einem Schrein – eine Art Checkpoint, einsetzen könnt, um Eure Attribute zu steigern. Solltet Ihr auf dem Weg zum Schrein sterben, so verliert Ihr alle Eure gesammelten Amrita. Nur wenn Ihr es heil zu Eurer Leiche schafft, könnt Ihr die verlorene Erfahrung wieder einsammeln. Sterbt Ihr Währendessen erneut, sind die zuvor gesammelten Amrita für immer verloren. Das macht jeden Schritt, jeden Feind und jede Falle zu einer nachhaltigen Bedrohung und bringt die entscheidende Frage hervor: Weitergehen oder doch lieber am Schrein beten und das kostbare Amrita benutzen – auf Kosten eines Respawns aller Gegner und der erneuten Pflicht, diese zu bekämpfen.

    Großteils werdet Ihr es mit Dämonen – den Yokai – zu tun haben

    Findet Ihr auf Euren Reisen einen Schrein, könnt Ihr dort Beten und werdet beim Ableben erneut an diese Position gebracht. Am Schrein könnt Ihr auch Euer gesammeltes Amrita einsetzen um ein Attribut zu erhöhen und damit Eure Stufen anheben. Der Schrein bietet allerdings noch weit mehr. So könnt Ihr zum Beispiel Eure gefundene Ausrüstung Opfern um kostbares Amrita zu erhalten. Zudem wählt Ihr hier Euren Schutzgeist, könnt andere Spieler als Unterstützung rufen oder einen Kodama-Segen erhalten. Kodama’s sind kleine Kreaturen, die überall im Missionsgebiet versteckt sind. Wenn Ihr einen findet, könnt Ihr in zum Schrein zurückführen und fortan einen Segen wählen, der Euch etwa eine bessere Amrita-Rate gewährt oder Euch mehr Ausrüstung finden lässt. Pro Gebiet sind eine feste Anzahl Kodama’s versteckt und umso mehr Ihr davon findet, umso besser fällt der Segen aus. Gleichzeitig erhöht sich dadurch auch die Initialanzahl Eurer Medizin im Gepäck.

    Nähert Ihr Euch dem Ende der aktuellen Mission, wartet ein gewaltiger Endgegner auf Euch. Dass Ihr diesen nicht gleich zu Beginn besiegen werdet, ist quasi vorprogrammiert. Hier bedarf es gründliches Studieren der Kampfstrategie und einen perfekten Umgang der verfügbaren Kampffähigkeiten. So schwer die Endgegner auch sind, so großartig ist das Gefühl des Sieges. Was bisher nur From Software mit der Souls Reihe geschafft hat, bietet ebenso auch Team Ninja mit Nioh. Sobald der Boss besiegt ist, kann man mit gutem Gewissen die nächste Mission in Angriff nehmen und weiß, dass es definitiv nicht einfacher wird.

    Auf der Missionskarte gibt es allerdings noch weit mehr zu tun als Haupt- bzw. Nebenmissionen abzuschließen. Im Dojo lernt Ihr noch besser mit Euren Fähigkeiten umzugehen und macht Euch zum Beispiel mit den unterschiedlichen Kampfhaltungen vertraut. Die hohe Haltung ist zwar sehr effektiv, dafür jedoch sehr träge. Die tiefe Haltung macht weniger aua, lässt Euch aber blitzschnell angreifen und ausweichen. Die mittlere Haltung hingegen bietet eine Mischung aus beiden. Prinzipiell steht es jedem frei, mit welcher Haltung gespielt werden möchte. Die richtige Haltung bringt jedoch bei einigen Gegnern einen größeren Vorteil. Um Euren Charakter noch ein wenig zu verstärken, gibt es Fähigkeiten, die mit einer bestimmten Anzahl freier Fähigkeitspunkte erlernt werden können. Dabei könnt Ihr unter anderem Kombos oder Finisher für eine der fünf Waffenkategorien erlernen und Euch der Ninja- oder Onmyo Magiekunst zuschreiben. Einige der Fähigkeiten werden allerdings erst nach Abschluss gewisser Missionen verfügbar gemacht, was Euch zumindest am Anfang des Spiels vor ziemlich eingeschränkten Möglichkeiten dastehen lässt.

    Mit Pfeil und Bogen oder anderen Schusswaffen macht Ihr aus der Ferne kurzen Prozess!

    Um Euren Charakter noch weiter zu verbessern, könnt Ihr zahlreiche Waffen und Ausrüstungsgegenstände finden. Dabei gibt es unterschiedliche Seltenheitsstufen. Während Gegenstände in der weißen und häufigsten Form relativ minderwertig sind, erfreut Ihr Euch bei den seltensten violetten Gegenständen über zusätzliche Attribute. Zudem gibt es auch noch Setgegenstände die Euch weitaus mehr Boni bieten, sobald Ihr mehr als einen Gegenstand des selben Sets ausgerüstet habt. Überschüssige Ausrüstung könnt Ihr beim Schmied zerlegen um Euch durch die erhaltenen Materialien neue, bessere Gegenstände anfertigen zu lassen. Außerdem könnt Ihr beim Schmied auch Attribute oder Aussehen auf andere Ausrüstungsgegenstände übertragen.

    Weil es in der Welt von Nioh nicht immer fair zugeht und der Frust meist obsiegt, dürft Ihr gemeinsam auf Abenteuer gehen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist – ähnlich wie bei Dark Souls – das beschwören von Begleitern. Dabei muss jedoch die helfende Person aktiv über die Missionskarte seine Unterstützung anbieten und darf aktuell in keiner Mission sein. Die zweite Möglichkeit ist das beidseitige Absolvieren einer Mission, die bereits mindestens einmal erfolgreich absolviert wurde. Dazu müssen sich beide Spieler in eine Lobby begeben. Bei beiden Varianten gilt: Stirbt der Beschworene, muss der Beschwörer alleine weiter machen. Beim Ableben des Beschwörers kehrt allerdings auch der beschworene Spieler zurück auf die Missionskarte. Schön an der Sache ist hier jedoch, dass auch der helfende Spieler Beute erhält. Sowohl von Gegnern als auch von Truhen.

    Nioh ist nicht zimperlich – Im Kampf schlagt Ihr Euren Feinden manchmal auch Gliedmaßen ab

    Was mich an Nioh jedoch besonders fasziniert hat, war das Leveldesign der einzelnen Missionsgebiete. Es ist ein atemberaubendes Schauspiel, wenn man von der Küste bis hin zu einem in Flammen stehenden Fischerdorf wandert oder sich vom stürmenden Gewitter einen Weg in unterirdische, jedoch trockene Katakomben bahnt. Die Gebiete sind allesamt stimmig und abwechslungsreich. Dabei kommt die Grafik auf einer Playstation PRO in gestochen scharfer 4K-Auflösung am besten zur Geltung. Die japanische Sprachausgabe trägt zusätzlich zum Ambiente bei.

    Nur ein Dark Souls konnte mich bisher so in den Bann ziehen, wie es Nioh geschafft hat. Auch wenn Team Ninja sehr viel von From Software abgeschaut hat, muss sich Nioh keinesfalls verstecken und schafft es aus meiner Sicht sogar den Thron der Masochisten-RPG’s gemeinsam zu besetzen.

    Nioh erscheint am 08. Februar 2017 exklusiv für Playstation 4.

    Hinweis: Das Testmuster wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
    Hier könnt Ihr Nioh vorbestellen
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    FAZIT

    Mit Nioh hat Team Ninja und Sony ein Action-RPG erschaffen, dass Ihr für die nächsten Wochen nicht mehr aus der Playstation 4 legen werdet. Ihr werdet Fluchen, weinen, mit Gegenständen um Euch werfen doch letztendlich eine Menge Spaß haben. Das bockschwere Samurai-RPG knüpft an das Erfolgsrezept von From Software's Dark Souls an und macht dabei alles richtig. Die atemberaubende Grafik und das Ambiente der einzelnen Gebiete lässt den sehr hohen Schwierigkeitsgrad kurzzeitig vergessen. So lange, bis Ihr dann gewaltig aufs Maul bekommt, denn Nioh nimmt keine Rücksicht auf Euch. Jeder Zug von Euch muss perfekt umgesetzt werden, damit Ihr in diesem Spiel vorankommt. Wer bereits mit Dark Souls sein "vergnügen" hatte, findet bei Nioh ein unglaublich prägendes Abenteuer mit einer cineastischen Story. Auch der Umfang kann sich mit einer Spielzeit von etwa 70 Stunden sehen lassen. Also löscht Euer Leuchtfeuer und fangt an zu beten.
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