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    Spieletest: Returnal

    Man mische ein wenig “Dark Souls” mit einem Rouge-Like-Shooter, füge tolle Grafik hinzu, reizt den DualSense-Controller zur Gänze aus und wirft ein wenig “Und täglich grüßt das Murmeltier” hinzu und schon hat man “Returnal– das neueste Spiel von Housemarque und Sony Interactive Entertainment – zur Gänze beschrieben. So seicht wollen wir unser Review aber nicht belassen und verraten euch stattdessen im Detail, was den Playstation 5 Exklusivtitel so besonders macht.

    Willkommen in Atropos! Besuchen Sie uns bald wieder!

    Bei Returnal handelt es sich um einen Third-Person-Shooter mit Rouge-Like Elementen. Selene, die Protagonistin des Spiels, stürzt auf einen unbekannten Planeten namens Atropos ab. Dabei wird das Raumschiff zerstört und ein Entkommen scheint vorerst unmöglich. Dennoch erforschen wir als Selene jeden Winkel, um eine Möglichkeit zu finden, von diesem Planeten zu verschwinden. Das ist auch zwingend notwendig, denn hier ist weder die Fauna noch die Flora freundlich und an jeder Ecke lauern Gefahren. Als wäre das nicht schon schlimm genug, erfahren wir nach kurzer Zeit, dass wir uns in einer Zeitschleife befinden und jeder Tod zurück an den Anfang, also dem Absturz des Raumschiffs führt.

    Playstation 5 Technologie geschickt eingesetzt

    Obwohl ich eigentlich nicht so der Rouge-Like-Spieler bin, wage ich mich mit Serene auf den unbekannten Planeten und erlebe den Absturz des Raumschiffs quasi hautnah. Dafür sorgt vor allem die tolle Integration der DualSense-Funktionen und des Pulse 3D Headsets. Während das 3D-Audio eine bedrückende Stimmung durch eine atemberaubende Soundkulisse aufbaut, fühlt sich der Regen auf dem Dualsense-Controller hautnah an. Es ist fast so, als würden Wassertropfen auf einen aufgespannten Regenschirm aufprallen. Mit dieser Immersion starte ich sozusagen in der Basis von Serene. Hier bin ich sicher, hier kann mich nichts umbringen, aber die ersten Gefahren lauern bereits hinter dem nächsten Tor, welches direkt vor mir liegt.
     
    Wer nicht ausweicht, kommt bei Returnal nicht weit
     
    Unbewaffnet wage ich mich weiter und erforsche die einzelnen Areale, die alle durch verschiedene Tore verbunden sind. Nach kurzer Zeit entdecke ich eine Leiche. Aber nicht irgendeine, sondern ich selbst liege hier am Boden. Aber wie kann das sein? Ich stehe doch direkt hier – lebendig? Das Rätsel lässt sich schon bald lösen, aber vorerst nehme ich die Handfeuerwaffe, die vor der Leiche liegt. Die braucht sie ja schließlich nicht mehr. Kurz darauf beginnt die erste Begegnung mit der aggressiven Fauna von Atropos. Alien-Hunde versuchen mich anzugreifen und die einzige Chance zu überleben, lautet Gegenwehr. Auch in Returnal bedient man sich dem Shooter-Keymapping. R2 zum Schießen, L2 zum Zielen, Kreis zum Ausweichen und X zum Springen. Eines macht Housemarque hier allerdings anders. Das Zauberwort lautet Adaptive-Trigger. Gezielt wird nämlich mit dem leichten Drücken der L2-Taste. Wer die Taste ganz durchdrückt, wechselt zum alternativen Feuermodus. Was anfangs sehr ungewohnt ist, lässt sich schon bald gut in die Tat umsetzen. In hektischen Gefechten passiert es dennoch öfter, dass man manchmal die Taste zu fest drückt, obwohl man eigentlich zielen wollte. Glücklicherweise kann man das Mapping konfigurieren und so die Adaptiven-Trigger deaktivieren.

    Steile Lernkurve mit Frustfaktor

    Nachdem ich die ersten Gegner problemlos beseitigen konnte, erforsche ich die nächsten Gebiete und schon bald stoße ich auf einen gigantischen Gegner, der mich, ohne mit der Wimper zu zucken, gnadenlos besiegt. Ich bin tot! Aber Moment… meine Augen öffnen sich wieder.. ich erlebe den Absturz meines Raumschiffs erneut und wache in der Basis auf. Spätestens jetzt weiß man, dass man in einer Zeitschleife gefangen ist. Immerhin besitze ich noch die Waffe, die ich vorher gefunden habe. Ich mache mich also erneut auf den Weg aus der Basis mit dem Gewissen, dass hier gleich der Raum mit den Alien-Hunden kommt. Aber Moment mal.. In diesem Raum war ich doch noch gar nicht. Wo zum Henker bin ich hier? Spätestens jetzt weiß ich, dass sich der Planet verändert und die Räume bzw. einzelnen Abschnitte zufällig platziert werden. Das macht das Spiel zum einen mit jedem neuen Run interessanter, aber auch schwieriger weil man sich immer wieder auf neues vorbereiten muss. Ganz so unendlich ist die Raumgenerierung dann allerdings doch nicht, denn es gibt nur eine bestimmte Anzahl verschiedener Räume und irgendwann kennt man dann auch schon die Abläufe, was auch zwingend notwendig ist, denn Returnal verzeiht keine Fehler.

    Viele Möglichkeiten stärker zu werden – aber nur für den Moment

    Wer dem auf der Karte angezeigten Ziel näher kommen möchte, muss auch stärker werden und das funktioniert in Returnal auf unterschiedliche Wege. Zum einen gibt es das sogenannte Adrenalin, welches sich durch sequenzielles Töten von Gegner aufbaut. Denn für alle 3 Gegner, die ihr besiegt, steigt euer Adrenalin bis zu einer Gesamtstufe von 5. Jede Stufe bringt dabei gewaltige Vorteile, die euch das Leben einfacher machen. Werdet ihr allerdings getroffen, verliert ihr euer gesamtes Adrenalin. Hier solltet ihr also am besten vorsichtiger spielen. Eine weitere Möglichkeit, stärker zu werden, ist der Aufbau von Gesundheit. Findet ihr verschiedene Grüne Ressourcen, könnt ihr euch nicht nur heilen, sondern auch eure Gesundheit maximieren. Außerdem könnt ihr noch eure Leistung durch das Besiegen von Kreaturen erhöhen. Diese bestimmt die Maximalstufe der unterschiedlichen Waffen, die ihr finden könnt. Waffen haben nicht nur verschiedene Alternative Feuermodi, sondern besitzen auch Perks, die maßgebend für euer Überleben oder Scheitern sein können. Zuletzt lassen sich noch Items finden, die euch kurzzeitig stärken. Mit sogenannten ObolitkugelnDer Währung des Spiels – lassen sich an verschiedenen Stationen Gegenstände oder Verbesserungen kaufen.

     
    In Atropos lauern überall Gefahren
     
    Während ihr viele Möglichkeiten zur Verbesserung besitzt, solltet ihr immer im Hinterkopf behalten, dass diese nur temporär sind und ihr nach eurem Ableben wieder bei null startet. Nur wichtige Gegenstände wie die Handfeuerwaffe und andere Schlüsselobjekte bleiben euch erhalten. Das muss man halt mögen, denn besser wird es nicht. Lediglich kleine Abkürzungen, die ihr freispielen könnt, verringern eure Wege bis zum nächsten Boss. Das ständige erneute “von vorne Anfangen” kann sehr repetitiv sein und bis man Erfolge sieht, kann es lange dauern. Zum einen spielt hier eine gewaltige Portion Glück eine wichtige Rolle, zum anderen muss man lernen, seinen Charakter richtig zu spielen. Dafür ist es aber ein extrem gutes Gefühl, wenn man nach dem gefühlt hundertsten Versuch den Boss besiegt und ins nächste Biom gelangt.

    No Risk, no Fun, no Success

    Returnal besitzt insgesamt 6 Biome, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In jedem neuen Biom warten neue Gefahren und am Ende ein Boss auf euch. Weil das Spiel aber nicht einfacher wird, müsst ihr euch vielleicht früher oder später nach neuen Möglichkeiten umsehen. Das Risk-Play ist ein guter Ansatz dafür, denn es gibt unterschiedliche Methoden, auf Kosten negativer Effekte stärker zu werden. Ein Beispiel dafür sind verseuchte Truhen. Ihr könnt sie zwar öffnen, werdet aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit einem negativen Effekt belegt. Zwar lassen sich diese unter verschiedenen Umständen auch wieder entfernen, dennoch könnten sie auch euer frühzeitiges Ableben bedeuten. Eine weitere Möglichkeit auf Risk-Play sind Parasiten, die ihr finden könnt. Nährt sie mit eurem Blut und erhaltet besondere Vorteile. Sobald sie aber gesättigt sind und verschwinden, werdet ihr mit einem negativen Effekt belegt. In Returnal habt ihr viele Möglichkeiten, ans Ziel zu gelangen, aber keine davon ist einfach. Ihr solltet euch jedenfalls darauf einstellen, oft zu sterben und aussichtslose Momente zu erleben. Wer aber weiter kommt, erlebt einen Endorphin-Schub seinesgleichen.

    Tolle Atmosphäre

    Grafisch hat mich Returnal sehr überzeugt. Das liegt vor allem daran, dass hier sehr viel liebe in einzelne Details gesteckt wurde. Der Planet wirkt lebendig und es macht Spaß, Neues zu entdecken. Der DualSense-Controller kommt hier voll auf seine Kosten und reagiert auf jede Bewegung oder Erschütterung. Die volle Immersion gibt es mit dem Pulse 3D Headset von Sony, welches ein atemberaubendes 3D-Audio von sich gibt. Man könnte fast meinen, man befindet sich selbst in Atropos – obwohl man das lieber nicht sein sollte.

    Fazit

    Mit Returnal zeigt Sony und Housemarque zu was die Playstation 5, der DualSense-Controller und das Pulse 3D Headset fähig sind. Dieses gemeinsame Zusammenspiel liefert einen Rouge-Like Third-Person-Shooter der Extraklasse. Während das Gameplay flüssig über die Bühne läuft und das Entdecken viel Spaß macht, kommt aber bald auch Frust auf. Das liegt vor allem daran, dass man nach dem Ableben immer von vorne anfängt und so gut wie keine Verbesserung des Charakters behält. Wer hier nicht viel Glück besitzt oder seinen Spielstil perfektioniert, wird hier nicht über das erste Biom hinauskommen. Dark Souls trifft Rouge-Like. Entweder man liebt es oder man hasst es.

    Fakten

    Name: Returnal
    Genre: Third-Person-Shooter, Rouge-Like
    Entwickler: Housemarque
    Publisher: Sony Interactive Entertainment
    Plattform: PS5
    Releasedatum: 30. April 2021
    Getestet auf: Playstation 5
      Bei Amazon kaufen

    Medien

    Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

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    REVIEW OVERVIEW

    Gameplay
    8.1
    Inhalt
    8.3
    Präsentation
    9.3
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