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    Spieletest: The Inpatient

    Mit Until Dawn hat Entwickler Supermassive Games im Jahr 2015 den Horrorhit namens Until Dawn für Playstation 4 erschaffen. Mit The Inpatient möchte man sich mit der Geschichte 60 Jahre vor den Ereignissen von Until Dawn befassen und schickt den Spieler auf eine virtuelle Reise in das Blackwood Sanatorium. Wir haben uns die Playstation VR Brille aufgesetzt und uns einweisen lassen.

    Zielgruppe

    Horrospiele sind wie gemacht für die virtuelle Realität und das weiß auch Supermassive Games denn mit The Inpatient reiht sich ein neues Gruselerlebnis in das Sortiment der Playstation VR Spiele ein. Bei The Inpatient handelt es sich zwar um ein Prequel zu Until Dawn, gespielt haben muss man dieses allerdings nicht denn die Geschichte findet 60 Jahre vor den Ereignissen von Until Dawn statt. Horror wird in The Inpatient allerdings nur sehr, sehr klein geschrieben denn den Großteil des Spiels werdet Ihr damit verbringen, Fragen zu beantworten oder anderen Charakteren zu folgen.

    Gameplay & Inhalt

    The Inpatient fängt für ein VR-Spiel untypisch damit an, dass Ihr nicht nur Euer Geschlecht wählen müsst, sondern auch eine passende Hautfarbe auswählt. Danach befindet Ihr Euch zusammen mit Dr. Bragg, dem Besitzer des Sanatoriums in einem Raum und müsst Fragen beantworten. Fragen wie “Wie geht es Ihnen?”, “Können Sie sich erinnern?” beantwortet Ihr anhand zwei möglicher Auswahltexte mit Tastendruck oder sprecht den eingeblendeten Text mithilfe der integrierten Sprachsteuerung einfach ab. Für Außenstehende mag das zwar merkwürdig aussehen, wenn da jemand mit VR-Brille am Kopf Selbstgespräche führt, die Immersion steigt dadurch allerdings gewaltig.

    Dr. Bragg scheint etwas zu verbergen

    Nach einem kurzen Plausch mit Dr. Bragg und einer verzerrten Erinnerung stellt sich heraus, dass Ihr nicht nur Patient des Sanatoriums seid, sondern auch Euer Gedächtnis verloren habt. Zurück in Eurer Zelle dürft Ihr Euch zunächst mit der Steuerung vertraut machen. Spielt Ihr mit dem Dualshock Controller, habt Ihr nicht viel zu beachten. Die Analogsticks dienen der Bewegung, während die R2 Taste zum Interagieren verwendet wird. Die Move-Controller ermöglichen Euch zudem ein wenig mehr Interaktion denn, sobald Ihr mit den “Zauberstäben” zu spielen beginnt, werden Eure virtuellen Arme angezeigt und hier beginnt der eigentliche Horror! Die Physik Eurer Arme ist der reinste Witz. Nicht nur dass Ihr diese, wenn Ihr möchtet, um 360° verdrehen könnt (Der Exorzist lässt grüßen), auch die Bewegung der Arme erinnert stark an unkontrollierbare Gummihühner. 

    The Inpatient spielt 60 Jahre vor den Ereignissen von Until Dawn

    Die Steuerung von The Inpatient ist eine Katastrophe und zickt sowohl mit dem Dualshock als auch mit den Move-Controllern. Oft müsst Ihr genau an der richtigen Position stehen, um einen Gegenstand zu inspizieren und das artet meist in Millimeterarbeit aus. Euer schlimmster Albtraum jedoch ist die 180°-Wendung, die durch die gleichzeitige Vorwärtsbewegung und dem Blick nach unten ausgelöst wird. Ihr dürft also quasi niemals während der Bewegung nach unten sehen, sonst führt Ihr auf der Stelle eine Drehung durch. Während unseres Tests haben wir gefühlt 100-mal umsonst gewendet obwohl diese Funktion eigentlich in keinem Moment im Spiel Sinn ergäben hätte denn Ihr müsst weder vor etwas davonlaufen, Rätsel lösen oder mit einer Waffe zielen. Alles, was Ihr im Blackwood Sanatorium tun müsst, ist entweder Zuhören, Fragen beantworten oder einer Person folgen. Ganz Motivierte versuchen die versteckten Gegenstände zu finden, mit denen man ein wenig der verlorenen Erinnerung zurückerlangen kann.

    Das Sanatorium ist zwar düster, zum fürchten jedoch keineswegs.

    The Inpatient als Horrorspiel zu bezeichnen wäre eine Lüge denn mehr als ein Gruselspiel ist es nicht. Die Stimmung ist zwar ständig düster und oft könnt Ihr nur den mit Eurer Taschenlampe ausgeleuchteten Bereich sehen, so richtig Horror kommt dabei aber nicht auf. Für mich ist The Inpatient eher ein interaktiver Film mit einer mehr als verwirrenden Handlung die nach etwa 3 Stunden ein noch verwirrenderes und unbefriedigendes Ende präsentiert, welches mehr den Eindruck eines abgeschlossenen Prologs hinterlässt. Wer alles aus dem Spiel herausholen möchte, trifft bei einem weiteren Durchlauf andere Entscheidungen, die sich nur marginal auf das Spielerlebnis auswirken.

    Technik

    Wenn sich The Inpatient technisch gut präsentiert dann ist es aufgrund der schönen Grafik im Until Dawn Stil und der tollen Soundausgabe. Auch die bemerkenswert gut funktionierende Sprachsteuerung kann sich sehen lassen. Der Rest ist jedoch ein Witz. Angefangen von der schlechten und hinderlichen Steuerung bis hin zum “Erscheinen” einer schwarzen Wand, wenn Ihr Euch zu nah an etwas heranbewegt. Von der Physik Eurer Arme sobald Ihr mit den Move-Controllern spielt wollen wir mal lieber gar nicht erst anfangen. Die schlechten Erfahrungen haben wir mit einer Vorabversion gemacht. Daher bleibt zu hoffen, dass Supermassive Games hier noch mit einen Patch nachbessert.

    Fakten

    Name: The Inpatient
    Genre: Horror
    Entwickler: Supermassive Games
    Publisher: Sony Interactive Entertainment
    Plattform: Playstation 4
    Releasedatum: 24. Januar 2018
    Getestet auf: Playstation VR
      Im Playstation Store kaufen
    Auf Amazon kaufen

    Medien

    Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

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    FAZIT

    Die virtuelle Realität ermöglicht uns Momente so hautnah zu erleben, wie es uns sonst nur schwer möglich wäre. Mit The Inpatient habt Ihr die Möglichkeit die Welt als Patient einer psychiatrischen Anstalt zu erleben. 60 Jahre vor den Ereignissen von Until Dawn müsst Ihr dem Wahnsinn im Blackwood Sanatorium standhalten. Was sich wie ein perfektes Spiel anhört, präsentiert sich als aufgewärmte Suppe mit mehr als nur einem Haar im Teller. Egal ob misslungene Steuerung, langweilige Story oder der Tatsache dass in diesem Spiel einfach so gut wie gar nichts passiert. Trotz unterschiedlicher Enden, fehlt hier einfach die Motivation sich noch einmal durch die 3 Stunden Spielzeit durchzubeißen. Als Kirsche obendrauf werdet Ihr mit einem unbefriedigenden Ende belohnt. Zumindest die Grafik und die exzellente Sprachsteuerung sorgen für etwas anreiz diese meiner Meinung nach karg präsentierte Techdemo zu "spielen".

    REVIEW OVERVIEW

    Gameplay
    5
    Inhalt
    6.6
    Präsentation
    8,3
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