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    Spieletest: Watch Dogs Legion

    Mit Watch Dogs Legion veröffentlicht Ubisoft den dritten Teil der Reihe und erneut dreht sich alles um die Hackergruppe DedSec. Diesmal steht uns allerdings nicht nur ein Charakter zur Verfügung, sondern ganz London. Wie dieses riesige Unterfangen gelingt, verrate ich im Review zum Spiel.

    London im Ausnahmezustand

    London ist im Aufruhr, denn ein Hacker namens Zero-Day hat in der ganzen Stadt Bomben hochgehen lassen und als wäre das nicht schon schlimm genug, wurde dieses Verbrechen auch noch DedSec untergeschoben. Als Reaktion auf diesen Terrorismus-Akt beauftragt die Regierung das private Millitärunternehmen namens Albion, um die Stadt wieder mit Ordnung zu versehen. CEO Nigel Cass (Gesprochen von Gronkh) beginnt mit der Jagd auf DedSec, was dazu führt, dass die Hackergruppe fast gänzlich ausgelöscht wurde und sich im Untergrund verborgen hält. Als Spieler hat man nun die Aufgabe, neue DedSec-Mitglieder anzuheuern, “Zero-Day” zur Rechenschaft zu ziehen und London aus seinem derzeitigen Zustand zu befreien.

     
    “Zero-Day” sorgt für Chaos in London

    Die bisher größte Charakterauswahl der Videospiele Geschichte

    Mit Watch Dogs Legion hat Ubisoft versprochen, jeden Bewohner Londons im Spiel rekrutieren und steuern zu können. Jede Figur soll dabei nicht nur anders aussehen, sondern auch persönliche Fähigkeiten und Ausrüstung mit sich bringen. Bereits die Auswahl des ersten Charakters zeigt, wie umfangreich das sein kann. Aus 15 zufällig generierten Figuren wählt man die erste Spielfigur aus. Nimmt man lieber die Sportlerin, die körperlich fit ist und dadurch weniger Schaden nimmt oder doch lieber die Social-Media-Influencerin, die mit einem schnieken Sportwagen ausgestattet ist? Doch so schwer die Auswahl auch fällt, so unwichtig ist sie eigentlich, denn man kann jederzeit neue Figuren rekrutieren und spielen.
     
    Als Omi auf Gangster-Jagd? Das geht nur in Watch Dogs Legion
    Doch wie funktioniert das genau? Es ist eigentlich ganz einfach. Per Tastendruck scannt man eine beliebige Figur. Danach hat man Einsicht auf Name, Beruf, Fähigkeiten und Ausstattung. Möchte man den Charakter rekrutieren und zukünftig selber spielen, so muss man für die begehrte Figur einen Auftrag ausführen. Ist das getan, wandert das neue DedSec-Mitglied in euren Kader. Praktisch: Die Missionen zur Rekrutierung müssen nicht sofort ausgeführt werden. Man kann jede beliebige Figur registrieren, um die Rekrutierung zu einem anderen Zeitpunkt abzuschließen. Die einzelnen Bewohner könnten unterschiedlicher nicht sein und bieten verschiedene Vorteile für jegliche Situationen. Neben vielen Passiven Vorteilen darf man sich auch auf einzigartige Ausrüstung freuen. Das können eigene Gadgets wie Kampfdrohnen oder eine Spionuhr sein, spezielle Fahrzeuge oder nützliche Waffen. Dieses tolle Feature bringt aber einen gewaltigen Nachteil. Möchte man zum Beispiel mit einer Pistole mit Schalldämpfer spielen, so ist man gezwungen, eine Figur zu Spielen, die genau diese Waffe besitzt, denn alle speziellen Fähigkeiten, Gadgets und Waffen sind an den Charakter gebunden. Es gibt keine Möglichkeit, neue Waffen zu kaufen, um diese mit einer beliebigen Figur auszurüsten. Das hätte man definitiv anders lösen können. Lediglich Schockwaffen können von jeder Figur ausgestattet werden. Dazu aber später mehr.

    Eine gigantische Garderobe

    Immerhin wird die Garderobe der Figuren geteilt. Man kann seinen Charakter nach belieben einkleiden. Das Feature ist sogar sehr umfangreich und bietet für nahezu jeden Körperteil eine passende Kleidung bzw. Accessoire. Dabei kommen gewisse Kleidungsstücke mit mehreren Ausführungen daher. Ein Shirt lässt sich zum Beispiel innerhalb der Hose oder ganz locker über der Hose hängend tragen. Als Highlight zählen die Masken, die man in Sperrgebieten trägt, um nicht erkannt zu werden. Egal ob die aus dem Spielecover bekannte Schweinemaske, ein Ritterhelm oder das Ubisoft Logo im Gesicht. Die Masken sehen witzig aus, müssen aber auf teils schwer zu erreichenden Stellen entdeckt und aufgenommen werden.
     
    Durch das Scannen von Bewohnern, erfährt man Ausrüstung und Fähigkeiten

    Großes, unterhaltsames London

    Gerade weil die Bewohner Londons so unterschiedlich sind, hat Ubisoft einen Tech-Baum hinzugefügt, um unabhängige Fähigkeiten zu aktivieren. Mit im Spiel auffindbaren Techpunkten kann man neue Gadgets, Schockwaffen oder Hacks freischalten und verbessern. Während die Hacks passiv und mit jeder Figur ausführbar sind, müssen die Gadgets und Waffen ausgerüstet werden. Jede Figur kann dabei maximal ein Gadget und zwei Waffen ausrüsten. Beides könnt ihr jederzeit auswechseln. Die benötigten Techpunkte bekommt man durch das Absolvieren von Story- oder Nebenmissionen. Die meisten davon lassen sich aber an vielen Orten in London entdecken. Wo sich diese befinden, erfährt man durch das “befreien” eines Distrikts.
     
     
    London ist nämlich in mehrere Distrikte aufgeteilt. In jedem davon warten spezielle Missionen, um ein Aufbegehren der Bewohner herbeizuführen. Hat man alle davon erfüllt, erhält man nicht nur die Standorte aller Techpunkte im jeweiligen Distrikt, sondern darf sich meist auch über spezielle und überaus mächtige neue DedSec-Mitglieder freuen. Aber London bietet noch viel mehr als nur das befreien von Distrikten. Neben den schier unendlichen Rekrutierungsmissionen warten noch Aktivitäten wie die Teilnahme an der Bare Knuckle League, in der ihr eure Fäuste sprechen lässt. Ihr könnt unschuldige Gefangene von Albion befreien oder ein Bier in einer der unzähligen Kneipen trinken. Nebenbei nehmt ihr an einer Partie Dart teil oder beweist euer Können beim Jonglieren eines Fußballs. Natürlich könnt ihr auch einfach nur die Straßen von London unsicher machen. Ganz gleich ob zu Fuß oder mit einem der vielen Fahrzeuge inklusive Londoner Doppeldeckerbus. Ungewohnt ist hier allerdings der Linksverkehr aber ganz ehrlich: Wer fährt schon auf der richtigen Spur?

    Authentische Atmosphäre, aber unschöne Sprachausgabe

    Ubisoft hat ein wahnsinnig lebendiges und authentisches London erschaffen, welches auch grafisch erstrahlt. Überall tummeln sich Menschen, die ihren Aufgaben nachgehen und an jeder Ecke passiert etwas. Die Londoner Wahrzeichen wie zum Beispiel der Buckingham Palast oder Big Ben könnten nicht wahrheitsgetreuer über den Bildschirm flimmern. Unschön hingegen finde ich die Sprachausgabe. Die wirkt irgendwie sehr merkwürdig und ich vermute, dass hier einfach mehrfach dieselbe Stimme in verschiedenen Höhen und Tiefen für mehrere Charaktere benutzt wurde. Wie sonst hätte man alle Bewohner Londons vertonen sollen? Aber das merkt man und es wirkt sich negativ auf die Glaubhaftigkeit aus. Wer mit englischer Sprachausgabe spielt, bekommt britisch-englische Aussprache präsentiert. Ein wenig enttäuscht war ich auch von der Story des Spiels. Während der Auftakt noch sehr spannend über die Bühne läuft, wirken die kommenden Missionen eher uninteressant und erzwungen. Das Niveau vom ersten Teil der Reihe erreicht Watch Dogs Legion storytechnisch leider nicht. Zuletzt bereitet das Spiel auf Konsolen offenbar einige technische Probleme. Während meines Tests stützte das Spiel öfters ab. Sehr nervig aber etwas, worum sich Ubisoft gerade mit Hotfixes kümmert.

    Fakten

    Name: Watch Dogs Legion
    Genre: Action/Adventure
    Entwickler: Ubisoft
    Publisher: Ubisoft
    Plattform: PS4 | XONE | PC
    Releasedatum: 29. November 2020
    Getestet auf: Playstation 4 PRO
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    Medien

    Das Spiel wurde uns für unsere Rezession vom Entwickler, Publisher oder einer Agentur zur Verfügung gestellt und beeinflusst nicht unsere Bewertung zum Spiel.

     

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    FAZIT

    In Watch Dogs Legion steht euch ganz London zur Verfügung und das meine ich wortwörtlich, denn jede Figur lässt sich für die Hackergruppe DedSec rekrutieren und spielen. Mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Gadgets hat man hier quasi eine schier unendliche Möglichkeit, das Spiel zu spielen. Das einzigartige Konzept hat allerdings seinen Preis, denn die Sprachausgabe wirkt unnatürlich, die allgemeinen Fähigkeiten wurden drastisch reduziert und durch den fehlenden Hauptcharakter fehlt eine gewisse Beziehung zu den Figuren. Das kommt auch der Story des Spiels nicht gelegen, fühlt sich diese doch recht lieblos an. Dennoch ist Watch Dogs Legion ein großartiges Spiel, welches ein unfassbar lebendiges und detailgetreues London präsentiert, das voller Abenteuer und Überraschungen steckt.
    Gameplay
    7.3
    Inhalt
    8
    Präsentation
    8.3

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